Orte, an denen es im Mai 2018 zu rechtsextremer oder gruppenbezogen menschenfeindlicher Bedrohung und Gewalt kam.
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Chronik rechtsextremer und rassistischer Gewalt im Mai 2018

Zur Illustration der Lage in Deutschland stellen wir monatlich rechtsextreme, rassistische und antisemitische Gewalttaten bundesweit zusammen, die in unserer Presseschau vorkommen - diese Chronik basiert also auf Zeitungsmeldungen. Die Chronik ist damit absolut unvollständig, soll aber das Ausmaß klarmachen und wichtigste Vorkommnisse enthalten.

Für speziell flüchtlingsfeindliche Gewalttaten empfehlen wir die Chronik von Aktion Schutzschild bei www.mut-gegen-rechte-gewalt.de.

Für antisemitische Vorkommnisse empfehlen wir die Chronik der Amadeu Antonio Stiftung.

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Wenn Sie weitere Vorfälle kennen, senden Sie bitte eine Mail an belltowernews@amadeu-antonio-stiftung.de.

 

02.05.2018

 

Rassistische Übergriffe in Cottbus und Lübben

Cottbus/Lübben. In Süden Brandenburgs ist es am Wochenende erneut zu rassistischen Übergriffen gekommen. Am Samstag wurde in Cottbus-Schmellwitz eine Gruppe von fünf Asylbewerbern aus Afghanistan von einer etwa zehnköpfigen alkoholisierten Gruppe zunächst beleidigt, teilte die Polizeidirektion Süd am Montag mit. Ein 38-jähriger Mann ging zudem auf die Asylbewerber zu und boxte mit der Faust gegen die Brust eines der Afghanen. Ein anderer Asylbewerber konnte dem Angriff eines weiteren 28-jährigen Schlägers ausweichen. Die Polizei erteilte Platzverweise und ermittelt in der Sache. Eine medizinische Behandlung vor Ort sei nicht notwendig gewesen, hieß es.

In Lübben im Spreewald kam es am Samstag während eines Fußballspiels im Rahmen einer Integrationsveranstaltung mit Geflüchteten zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Gruppen. Nach Angaben der Polizei hatte ein alkoholisierter 29-Jähriger die Asylbewerber rassistisch beleidigt. Nach der zunächst verbal geführten Auseinandersetzung mischten sich laut Polizei auf beiden Seiten Freunde und Bekannte der Beteiligten ein. Zwei Deutsche im Alter von 28 und 30 Jahren trugen dabei leichte Verletzungen davon.

http://www.belltower.news/artikel/chronik-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-im-april-2018-13513

 

MIT BASEBALLSCHLÄGER UND SCHRAUBENSCHLÜSSEL: NEONAZIS ATTACKIEREN JOURNALISTEN  IN EICHSFELD

Zwei Journalisten hatten Aufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Heise gemacht. Sie wurden von Rechten überfallen, verletzt und beraubt.

 

03.05.2018

 

DREI MÄNNER ATTACKIEREN ASYLBEWERBER IN SÜDTHÜRINGEN

Drei Männer haben am Montagabend in Hildburghausen einen 21-jährigen Asylsuchenden aus Afghanistan angegriffen. Laut Polizeiangaben schlugen und traten ihn die Männer zunächst. Dann nahmen sie ihm sein Fahrrad weg und warfen es in einen Brunnen.

 

SCHLÄGEREI UND NAZI-PAROLEN BEI FEIER IN GERA

Eine Feier am 1. Mai beschäftigt die Geraer Polizei. Die Beamten waren in der Nacht wegen einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten gerufen worden. Eine 32-Jährige war dabei verletzt worden. Beim Eintreffen der Polizei leistete sie Widerstand gegen einen der beiden Beamten. Die Einsatzkräfte seien während des Einsatzes von einer Vielzahl von betrunkenen Partygästen beschimpft worden. Zudem hätten die Gäste rechtsradikale Parolen skandiert.

 

Rassistische Beschimpfung nach Foul an Leon Goretzka vom FC Schalke 04

Auch zwei Wochen nach dem Spiel zwischen dem FC Schalke 04 und Eintracht Frankfurt sorgt das DFB-Pokalhalbfinale für eine Menge Gesprächsstoff. Es geht um heftige rassistische Beleidigungen gegen einen Profi der Eintracht. Im Zentrum der Diskussionen steht das Foul von Fernandes an Leon Goretzka. Gelson Fernandes wurde öffentlich bei Instagram attackiert. Bei einem (vermeintlichen) Schalke-Fan brannten alle Sicherungen durch. Der User attackierte Fernandes bei Instagram rassistisch. Der Instagram-Nutzer schrieb dem Schweizer: „Du bist ein Sohn von Affen. Ich hoffe, jemand beendet deine Laufbahn. Du hättest ihn (Goretzka, Anm. d. Red.) ernsthaft verletzen und seine Karriere zerstören können. Sohn einer Affen-Schlampe.“

 

04.05.2018

 

OHRFEIGEN UND RASSISTISCHE BELEIDIGUNGEN BEI AUSEINANDERSETZUNG AUF GRILLPLATZ BEI FULDA

Zu einer tätlichen Auseinandersetzung ist es zwischen zwei feiernden Gruppen am Maifeiertag auf dem Grillplatz von Kirchhasel gekommen. Dabei wurden auch rassistische Beschimpfungen gerufen. Mindestens sieben Streifenwagenbesatzungen rückten aus, um den Streit zu schlichten. Das bestätigte die Polizei gestern Nachmittag auf Nachfrage unserer Zeitung.

 

07.05.2018

 

KOPFSTOSS UND SCHLÄGE MIT GÜRTEL: ZWEI RASSISMUS-ATTACKEN IN BERLIN

Zwei Männer sind in Berlin aus mutmaßlich rassistischen Gründen angegriffen und verletzt worden. Ein 29-jähriger Deutscher beleidigte am Samstagmorgen in Mitte an der Friedrichstraße, Ecke Dorotheenstraße einen 30 Jahre alten deutschen Mann "mit leicht südländischem Aussehen", wie ein Polizeisprecher mitteilte. Er versuchte, ihn mit einem Gürtel zu schlagen. Dabei wurde der 30-Jährige an der Schulter leicht verletzt. Polizisten sahen den Vorfall und konnten den mutmaßlichen Angreifer festnehmen. Er verletzte anschließend noch einen Mitarbeiter in der Gefangenensammelstelle.

Wenig später wurde in der Zwischenebene des U-Bahnhofs Lichtenberg ein 34-jähriger Iraner von einem Unbekannten angepöbelt. Der Mann versetzte dem Iraner laut Polizei einen Kopfstoß und verschwand unerkannt. Der Iraner wurde am Jochbein verletzt. Der Staatsschutz habe in beiden Fällen die Ermittlungen aufgenommen, weil fremdenfeindliche Motive nicht auszuschließen seien.

 

08.05.2018

 

MAGDEBURG: 13-JÄHRIGER WIRD IN DER BAHN RASSISTISCHE BELEIDIGT UND VERPRÜGELT

Magdeburg - Vermutlich aus rassistischen Gründen haben zwei erwachsene Männer einen 13-jährigen Jungen beleidigt und zusammengeschlagen. Der Afghane wurde am Samstagabend gegen 21 Uhr in einer Straßenbahn der Linie 9 zuerst rassistisch beleidigt und später auch verprügelt, nachdem er an der Haltestelle Alter Markt mit den Männern zusammen eingestiegen war.

 

NAZI-SCHMIEREREIEN IN MAGDEBURG

Nazi-Symbole und rechte Parolen wurden in Magdeburg an mehreren Stellen gesprüht. Die Polizei sucht Zeugen.

 

KEINE SPUR VON DEN HAKENKREUZ-SCHMIERERN IN WUPPERTAL

Wuppertal. In Barmen häufen sich Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Im April wurden in der Bromberger Straße und in der Siedlungsstraße auf dem Sedansberg viermal Hakenkreuze in Autos geritzt. Zudem wurden Spiegel abgetreten – weitere Lackschäden dokumentieren blinde Zerstörungswut.

 

POTSDAM: RECHTE HETZE IN DER TRAM

Zwei Männer haben am Sonntagvormittag an einer Straßenbahnhaltestelle in Potsdam andere Menschen rassistisch beschimpft. Die Polizei nahm einen 31-Jährigen und einen 32-Jährigen fest.

 

POLIZEI ASCHAFFENBURG: NAZI-PAROLE GESCHRIEN

In der Nacht von Samstag auf Sonntag war eine Gruppe junger Männer am Hauptbahnhof auf Randale aus und fiel so in den Fokus einer Zivilstreife. Ein junger Mann fühlte sich berufen die Arme zu heben und zwei Mal eine Parole der NS-Zeit zu rufen, die an dieser Stelle nicht zitiert wird. Derartige Äußerungen sind nach dem Strafgesetzbuch in Deutschland verboten, weshalb auf den 24-Jährigen nun ein Strafverfahren zukommt.

 

09.05.2018

 

BERLIN: TÜRKISCHER TAXIFAHRER UND POLIZIST RASSISTISCH BELEIDIGT

Gegen 3 Uhr kam es zu einem Streit um Geld in der Lindenstraße. Die Polizei wurde gerufen. Ein 34jähriger soll dann einen 55jährigen, türkischstämmigen Taxifahrer und einen türkischstämmigen Polizeibeamten fremdenfeindlich beleidigt haben. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

 

LANDAU AN DER ISAR: RASSISMUS-EKLAT: FUSSBALLSPIEL ABGEBROCHEN

Aufgrund rassistischer Beleidigungen gegen Spieler des FC Wallersdorf ist die Kreisklassenpartie in Ottering abgebrochen worden. Ob die Beschimpfungen von Spielern oder Fans gekommen sind, ist offiziell noch unklar. 

 

ZAHLREICHE NAZI-SCHMIEREREIEN IN BAD NENNDORF

Zahlreiche Nazi-Schmierereien in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg) haben das Bündnis "Bad Nenndorf ist bunt" auf den Plan gerufen. Jürgen Uebel, Vorstandsmitglied des Bündnisses, hat nach eigenen Angaben Strafanzeige erstattet - unter anderem wegen des Aufrufs zur Gewalt und zum Mord, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung. Die Stadt dürfe auf die Parolen nicht mit Ignoranz begegnen, so Uebel. Nach Angaben eines Polizeisprechers ermittelt bereits der Staatsschutz, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

 

Berlin: Frau mit Kopftuch geschlagen

In Spandau hat ein Mann einer Muslima ins Gesicht geschlagen, nachdem sie angab, ihr Kopftuch gerne zu tragen. In Spandau ereignete sich am Dienstag ein islamfeindlcher Angriff auf eine Frau muslimischen Glaubens. Die 36-Jährige befand sich gegen Mittag an einer Bushaltestelle in der Falkenseer Chaussee, als ein Mann sie nach ihrem Kopftuch fragte. Sie gab an, Muslima zu sein und ihr Kopftuch gerne zu tragen. Daraufhin soll ihr der 67-Jährige nach Polizeiangaben mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. 

https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/berlin-spandau-fremdenfeindlicher-uebergriff-frau-mit-kopftuch-geschlagen/21258316.html

 

11.05.2018

 

"JUDEN SCHLACHTEN": ENTSETZLICHE SCHMIEREREIEN IN WURZEN AUFGETAUCHT

Dieser Vorfall macht einfach nur sprachlos: Unbekannte haben mehrere Plätze in Wurzen im Landkreis Leipzig mit menschenverachtenden Sprüchen beschmiert.

 

BERLIN: BUSFAHRER RASSISTISCH BESCHIMPFT

Unbekannte haben einen Busfahrer in Berlin-Mitte rassistisch beschimpft. Die Täter stiegen am Dienstagnachmittag in der Potsdamer Straße in einen Bus der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) ein, sahen den 42 Jahren alten Fahrer und beleidigten ihn, wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte. Sie hatten demnach ein Problem mit seiner Hautfarbe. Die Täter stiegen anschließend wieder aus dem Bus aus und nahmen den nachfolgenden Bus in Richtung Hermannplatz.

 

BOCHOLT: RANDALIERER GRÖLT VERFASSUNGSWIDRIGE PAROLEN

Ein betrunkener Bocholter hat am Dienstagnachmittag lautstark rassistische und verfassungswidrige Parolen gebrüllt. Das dürfte ihm noch leidtun.

 

 

 

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