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Nius-Kampagne Wenn antifaschistische Recherche zum Angriffsziel wird

Belltower.News arbeitet mit antifaschistischen Recherchegruppen zusammen. Das ist kein Geheimnis und es ist notwendig. Doch das rechte Kampagnenorgan Nius versucht, genau das zu skandalisieren. Was dahintersteckt, ist bekannt: kein journalistisches Interesse, sondern ein Angriff auf kritische Öffentlichkeit.

 
Der Nius-Autor Jens Winter nahm am „Jungeuropa“-Treffen in Kosma teil und saß dort auf einem Podium der Veranstaltung. (Quelle: pixelarchiv)

Das rechte Kampagnenorgan Nius versucht zu skandalisieren, dass Belltower.News mit Informationen von Recherche-Kollektiven arbeitet. Was Nius mit einer solchen Erzählung bezweckt, ist bekannt: Das Portal suggeriert, Belltower.News sei der verlängerte Arm linksextremer Netzwerke. Die Zusammenarbeit mit antifaschistischen Recherchegruppen soll als Beweis dafür herhalten, dass die Redaktion, und damit auch die Amadeu Antonio Stiftung Gewalttaten mitverantwortet oder zumindest billigend in Kauf nimmt.

Einzelne Namen werden genannt, Zusammenhänge konstruiert, Kausalitäten behauptet, die keine sind. Das Ziel ist nicht, Belltower.News journalistisch zu widerlegen. Das Ziel ist, den Ruf zu beschädigen, Förder*innen zu verunsichern und das Bild einer „staatlich finanzierten linksextremen Infrastruktur“ zu zeichnen.

Wer rechtsextreme Netzwerke dokumentiert, wird selbst zur Zielscheibe. Das gehört mittlerweile leider zur Realität vieler Journalist*innen, die über die AfD, Neue Rechte, Neonazis, Rassismus, Antisemitismus und andere Formen von Demokratiegefährdung berichten. Dabei wären viele der wichtigsten Recherchen über rechtsextreme Strukturen ohne antifaschistische Recherchegruppen nicht möglich gewesen.

Denn Rechtsextreme und rechte Propagandist*innen agieren meist nicht offen. Vernetzungstreffen werden konspirativ organisiert, Strukturen verschleiert, Akteur*innen treten in der Öffentlichkeit anders auf als im Inneren der Szene. Recherchegruppen, die diese Milieus seit Jahrzehnten beobachten, kennen die Zusammenhänge. Sie dokumentieren, was die Rechtsextremen gerne im Verborgenen gelassen hätten und veröffentlichen Recherchen, die gesellschaftliche Wirkung entfalten.

Diffamierungs-Kampagnen: Die Methode „Nius“

Die Zusammenarbeit mit solchen antifaschistischen Gruppen ist kein Makel, sie ist eine Stärke. Denn Rechtsextremismus ist kein abstraktes Phänomen, er hat ganz reale Auswirkungen. Arbeit gegen Rechtsextreme und ihre Ideologie braucht Menschen, die genau hinschauen und aufklären.

Genau die sollen aber eingeschüchtert werden. Zielscheibe dafür ist nicht nur eine Redaktion wie Belltower.News. Nicht nur einzelne Journalist*innen. Sondern das gesamte Ökosystem kritischer Öffentlichkeit, die Kooperationen, die Quellen, das Vertrauen, das solche Recherchen erst möglich macht. Die Methoden haben sich über die Jahre verändert. Das Ziel ist dasselbe geblieben: Abschreckung.

Was die AfD seit Jahren mit parlamentarischen Anfragen betreibt, funktioniert nach derselben Logik: Einzelne Initiativen, Projekte oder Personen werden mit suggestiven Fragen und konstruierten Zusammenhängen in die Nähe eines verfassungsfeindlichen Linksextremismus gerückt. Ziel ist es, Förderwürdigkeit infrage zu stellen, Strukturen zu diskreditieren, staatliche Mittel zu entziehen. Die Verstärkung solcher Ziele kommt mittlerweile aus einem gut geölten rechten Mediengeflecht, das sich in den letzten Jahren deutlich professionalisiert hat.

Neue Rechte, Neonazis, Nius: Offener Schulterschluss beim Jungeuropa-Treffen

Verschiedene Kanäle und Social-Media-Accounts greifen Kampagnen auf, verdichten sie, inszenieren öffentlich zugängliche Informationen als Enthüllungen. Was als Artikel in extrem rechten Propaganda-Blogs beginnt, landet innerhalb kurzer Zeit als vermeintlicher Skandal in rechten Netzwerken, oftmals begleitet von Drohungen, Hasskommentaren und Diffamierungen. Manchmal reichen solche Kampagnen bis in den Bundestag, wenn die AfD sie aufgreift und dort zum Thema macht.

Die Funktion bleibt dieselbe: Angegriffene, ob nun Einzelakteure, Gruppen, Institutionen oder Redaktionen, sollen sich erklären, verteidigen, rechtfertigen. Ressourcen, die in wichtige Arbeit fließen sollten, werden für Abwehr gebunden. Das ist kein Zufall. Das ist Kalkül und wir kennen es bereits von der AfD.

Doch genau das ist der Grund, warum diese Arbeit wichtig ist. Rechtsextreme Akteur*innen, die versuchen, journalistische Recherchen durch Einschüchterung zu stoppen, bestätigen damit unfreiwillig deren Relevanz. Solange rechtsextreme Netzwerke existieren, wird es Menschen brauchen, die hinschauen, dokumentieren und benennen. Das werden wir weiter tun.

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
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