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Wochenrückblick 43/2009 Rätselraten um Riegers Ableben

Was passierte in der Woche vom 24. bis 30. Oktober 2009 in der rechtsextremen Szene? 50 Neonazis greifen Fußballmannschaft und Fans in Sachsen an. Holger Apfel wird Chef der NPD Sachsen. Jürgen Rieger stirbt. Wochenrückblick.

 

Rechtsextreme Gewalt

Am Wochenende gibt es bei einem Bezirksklasse-Spiel drei Schwerverletzte nach einem Übergriff von rund 50 Neonazis auf Mannschaft und Fans des Fußballclubs Roter Stern Leipzig. Die Angreifer rufen dabei „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“. Die Polizei war trotz vorheriger Warnungen mit so wenig Personen vor Ort, dass sie nicht in der Lage war, zu handeln. Trotz zahlreicher Foto- und Videoaufnahmen vom Angriff gibt es nach einer Woche offiziell erst „Hinweise auf Verdächtige“.

Organisationen

Fünf rechtsextreme Parteien wollen eine EU-weite Allianz bilden und sich als offizielle europäische Partei eintragen lassen: Jobbik (Ungarn), Front National (Frankreich), Nationale Front (Belgien), Fiamma Tricolore (Italien), Nationaldemokratische Partei (Schweden).

NPD-Vize Jürgen Rieger starb am Donnerstag an den Folgen eines Schlaganfalls vom Samstag und hinterlässt neben einem Vermögen Rätselraten darüber, wer es nun bekommt (Artikel).

Holger Apfel ist jetzt nicht mehr nur Fraktionsvorsitzender der NPD im Sächsischen Landtag, sondern jetzt auch Parteivorsitzender der NPD in Sachsen.

Außerdem veröffentlicht die Sächsische NPD eine neue Jugendzeitung namens „Durchblick„.

Palastrevolte bei den Republikanern: Der Rheinland-Pfälzischer und der Thüringer Landesverband fordern „personellen Neuanfang“ und außerordentlichen Bundesparteitag spätestens im März 2010. Der REP-Bundesjugendbeauftragte Heiko Trenkle findet den jetzigen Vorsitzenden Rolf Schlierer zu wenig kämpferisch.

Von der DVU war nur zu hören, dass ihr Vize-Vorsitzender jetzt die NPD in Sachsen berät.

Polizei & Justiz

Gegen alle 1349 Teilnehmer der aufgelösten Neonazi-Demo vom vergangenen 17. Oktober 2009 in Leipzig ist nach Angaben der Sächsischen Zeitung Strafverfahren eingeleitet worden.

Razzia wegen „Uniformierungsverbot“ bei der „Weiße Wölfe Terrorcrew“ in Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Viele Mitglieder sind einschlägig vorbestraft, alle trugen zu Aufmärschen und Aktionen T-Shirts mit dem Gruppierungsschriftzug, einem Schlagring, auf der Rückseite der Schriftzug „unbelehrbar“ und „C 18“ für „Combat 18“, den den gewaltbereiten Arm des weltweiten Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“, das in Deutschland seit 2000 verboten ist.

NPD-Funktionär Enrico Nehring aus Weißenfels (Sachsen-Anhalt) wurde in zweiter Instanz wegen eines brutalen Übergriffes auf einen 15-Jährigen zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Im Februar 2008 wurde des jugendliche Opfer auf dem Heimweg vom Bahnhof von zwei Autos verfolgt, die es fast vor der eigenen Haustür stellten. Fünf Männer sprangen aus den Wagen und schlugen mit dem Ruf „Scheiß Zeckenschwein“ auf den Jugendlichen ein. Auch seine Mutter und sein Bruder, die ihm zu Hilfe eilten, bekamen Schläge ab. Der 15-Jährige musste mehrere Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der Jugendliche erkannte den damaligen Weißenfelser NPD-Vorsitzenden Enrico Nehring.

Schwieriges Geschäft der Justiz gegen rechtsextremen Versandhandel: Neonazi-Unternehmer Lars Käppler von Amtgericht Heilbronn wegen Volksverhetzung in einem Liedtext zu Geldstrafe verurteilt. Dass er eine CD-Hülle mit Nazi-Symbol vertrieben habe, war dagegen nicht nachzuweisen.

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