Weiter zum Inhalt

Hamburger Sturm

Die Neonazi-Organisation „Hamburger Sturm“ und die gleichnamige Publikation wurden am 10. August 2000 von der Hamburger Innenbehörde verboten. Der Kern des als „Kameradschaft“ agierenden „Hamburger Sturm“ umfasste nach Einschätzung der Behörde etwa 20 Personen.

 

Der „Hamburger Sturm“ war dem Personenkreis um die einflussreichen Neonazis Christian Worch und Thomas Wulff (heute NPD-Bundesvorstandsmitglied) zuzurechnen, die einst unter der 1995 verbotenen Organisation „Nationale Liste“ firmierten. Die „Nationale Liste“ war Bestandteil der illegalen Gesinnungsgemeinschaft der „Neuen Front“, einem harten Kern von Neonazis um den 1991 verstorbenen Anführer Michael Kühnen.

Die „Kameradschaft“ trat als „Hamburger Sturm“ oder „Hamburger Sturm 18“ (Chiffre für A und H = Adolf Hitler) öffentlich in Erscheinung. Verbindungen bestanden zu den „Kameradschaften“ „Pinneberg“ und „Elmshorn“. Für die Innenbehörde sah sich der „Hamburger Sturm“ in der Tradition des Nationalsozialismus und verherrlichte diesen, vertrat rassistische und ausländerfeindliche Inhalte, äußerte sich verächtlich über die demokratische Staatsform und wies eine aktiv kämpferische aggressive Haltung gegenüber der bestehenden Gesellschaftsordnung auf, die bis zur konkreten Bedrohung des politischen Gegners reichte. So war in mehreren Ausgaben des „Sturm“ eine „Anti-Antifa-Seite“ enthalten, die neben Steckbriefen von für die Neonazis missliebigen Personen und Einrichtungen indirekte Aufforderungen zur Gewalt enthielt.

Dieser Text stammt aus dem Online-Dossier zum Thema Rechtsextremismus der Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de/rechtsextremismus

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

20121019_wismar_a

„Junge Nationaldemokraten“ Die Naziszene in Nordwestmecklenburg

Dass die Nachwuchsnazis der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) am 20. Oktober ausgerechnet in Wismar aufmarschieren wollen, überrascht bei näherer Betrachtung der…

Von
20121207_bayern_a

Bayern 2012 Die Radikalisierung der rechtsextremen Szene

Im Schatten der NSU-Morde radikalisiert sich die Nazi-Szene in Bayern fernab der NPD – nur ein Resümee, das Experten 2012…

Von
20130321_gez_a

Aufmarsch der Kämpfer gegen die GEZ-„Zwangsgebühren“

Mitglieder der marktradikalen und rechtsoffenen „Partei der Vernunft“ haben für Samstag einen bundesweiten Aktionstag gegen den Rundfunkbeitrag initiiert. Mehr als 36.000 Teilnehmer sagten deren Facebook-Veranstaltung zu. Nachdem bereits das neurechte Magazin „Blaue Narzisse“ und der Hassblog „PI-News“ mit aufriefen und regional Kameradschaften ihr Kommen ankündigten, folgt nun auch die NPD mit einem Aufruf.

Von Roland Sieber

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.