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Zwickau Nazi-Weihnachtsdeko bei Razzia gegen rechtsextremen Versandhandel beschlagnahmt

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Gefunden wurde unter anderem Schwibbögen, Räuchermännchen, Tassen, gravierte Gläser, Schieferplatten, Christbaumschmuck und Büsten mit NS-Symbolik.
Gefunden wurde unter anderem Schwibbögen, Räuchermännchen, Tassen, gravierte Gläser, Schieferplatten, Christbaumschmuck und Büsten mit NS-Symbolik. (Quelle: Polizeidirektion Zwickau)

Hakenkreuz-Christbaumkugeln, Schwarze-Sonne-Wanduhren und Weihnachtspyramiden mit Wachtürmen: Für einen 39-Jährigen aus Zwickau, der einen Handel für Weihnachtsdeko mit NS-Symbolen betrieben hat, wird es dieses Jahr vermutlich kein frohes Weihnachten mehr geben. Am Montag, den 6. Dezember 2021, wurde ein Wohnhaus und eine Werkstatt in der sächsischen Stadt acht Stunden lang durchsucht.

Nun muss sich der Mann wegen Verbreitung und Verwendung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen sowie Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zwickau ermittelt zudem wegen des Verdachts der Hehlerei und eines Urkundendelikts. Das geht aus einer Pressemitteilung der sächsischen Polizei hervor.

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Bei der Durchsuchung fanden Ermittler:innen 100 unterschiedliche professionell hergestellte Gegenstände, die mit NS-Symbolen oder Porträts von Persönlichkeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus wie Adolf Hitler und Joseph Goebbels versehen waren. Dabei handelte es sich unter anderem um Schwibbögen, Räuchermännchen, Tassen, gravierte Gläser und Schieferplatten, Christbaumschmuck, Büsten, T-Shirts und Kalender. Die gefundenen Gegenstände waren offenbar für den Verkauf bestimmt.

Im Zuge der Durchsuchung stießen die Beamten außerdem auf zwei Blanko-Impfpässe, einen mutmaßlich gefälschten Impfausweis sowie Bauwerkzeuge, die nach Einbruchsdelikten zur Fahndung ausgeschrieben waren. Zudem stellten sie neben den Handys und Tablets des Beschuldigten auch ein verbotenes Einhandmesser, einen Schlagring sowie eine Patrone sicher.

Um welchen Versandhandel es sich konkret handelt, bleibt noch unklar. Auf eine Anfrage von Belltower.News wollte ein Sprecher der Polizeidirektion Zwickau keine Auskünfte über den Vertrieb oder den Mann dahinter geben. Auch auf die Frage, ob der Mann eine bekannte Figur in der rechtsextremen Szene ist, vermochte der Pressesprecher keine Antwort zu geben. Das sei noch Gegenstand der Ermittlungen, heißt es.

Laut Pressemitteilung der Polizei soll der rechtsextreme Händler überregional agiert haben. Der Zwickauer Polizeipräsident Lutz Rodig sagte: „Wir sind überzeugt, damit den Vertriebsstrukturen der rechten Szene einen empfindlichen Schlag versetzt zu haben“. Doch bekannte Versand-Firmen der rechtsextremen Szene sind weiterhin aktiv und online. Ob die Razzia also wirklich ein empfindlicher Schlag gewesen sei, wird sich noch zeigen müssen. Für die rechtsextreme Szene gibt es aber jedenfalls nun einen Versandhandel für Nazi-Weihnachtsdeko weniger.

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