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Theißen, Andreas

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Andreas Theißen stammt aus Berlin. Von 1992 bis zu deren Verbot im November 1994 war er „Unterführer“ der militanten „Wiking-Jugend“ (WJ). Er nahm u.a. an Aufmärschen und politischen Schulungen der WJ im ehemaligen Neonazi-Zentrum Hetendorf in der Lüneburger Heide teil. Theißen soll laut NPD-Verbotsantrag des Bundestages vom März 2001 auch über gute Kontakte zur 1992 verbotenen „Nationalistischen Front“ (NF) verfügt haben. 1999 verurteilte das Amtsgericht Hagenow ihn wegen vorsätzlichen und fahrlässigen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung.

Andreas Theißen gilt als enger politischer Weggefährte der NPD-Funktionäre Udo Pastörs und Stefan Köster. Gemeinsam mit seiner Ehefrau siedelte er vor einigen Jahren in deren Wohnnähe nach Westmecklenburg. Seine Ehefrau Birkhild Theißen stammt aus einer völkisch-nationalistischen Familie, sie unterstützt die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ (GDF). Ebenso wie ihr Ehemann ist sie sehr engagiert im kommunalen und sozialen Leben in der Region Ludwigslust. Sie trat als Elternsprecherin einer Grundschulklasse in Lübtheen auf und war zeitweilig Betreuerin in einer Krabbelgruppe für Kleinkinder.

Nebenher organisiert das Ehepaar Theißen Veranstaltungen wie den NPD-Wahlkampfauftakt 2006 in Lübtheen mit. Mit ihren Kindern nehmen sie an Lagern der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ teil, die in „Wiking Jugend“-Manier für die Erziehung des rechtsextremen Nachwuchses sorgt.

Oft befehligt Theißen bei NPD-Demonstrationen den parteieigenen Ordnungsdienst. Der gilt als aggressiv. Im April 2008 wurde Theißen vom Amtsgericht Schwerin wegen fahrlässiger Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe von tausend Euro verurteilt. Er hatte den Kameramann eines NDR-Teams während der NPD-Wahlparty im Oktober 2006 in Schwerin gewaltsam abgedrängt und dabei am Auge verletzt.

Als Berufe gibt Andreas Theißen Forstwirt und Zimmermann an. Er lebt mit Ehefrau Birkhild und sechs Kindern in Langenheide bei Lübtheen. In Lüneburg (Niedersachsen) arbeitete Birkhild Theißen in einer Kindertagesstätte als Erzieherin, wurde aber, als ihr politischer Hintergrund bekannt wurde, am 10. August 2010 vom Dienst suspendiert.

Aktualisiert 11.08.2010

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