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Sons of Odin

„Sons of Odin“ bezeichnen sich selbst als „100% RAC“, wobei „RAC“ die Abkürzung für „Rock Against Communism“ ist. In der rechtsextremen Szene ist dies der Sammelbegriff für rechtsextreme Rockmusik. Der Begriff „Rock Against Communism“ wurde ürsprünglich vom britischen Neonazi Ian Stuart Donaldson und seiner Band „Skrewdriver“ geprägt, als Pendant zur antifaschistischen Musikbewegung Englands, die sich unter dem Label „Rock Against Racism“ (RAR) sammelte.

 

Der 1993 verstorbene Donaldson gilt bis heute als Kultfigur der Neonazi-Szene, auch weil er für die Etablierung des internationalen „Blood & Honour“-Netzwerkes maßgeblich verantwortlich war.Dass sich die RechtsRocker „Sons of Odin“ explizit auf „Rock Against Communism“ bezieht, lässt sich auch anhand der Bandzusammensetzung nachvollziehen. Denn während der langjährig aktive Neonazi-Musiker David Allen Surette, genannt „Griffin“, am Gesang steht, finden sich ausschließlich Mitglieder der ungarischen „Blood & Honour – Division“ an den Instrumenten.

Ihren ersten Auftritt absolvierte „Sons of Odin“ im März 2018 im Rahmen einer „288 Prospect-Party“ in Budapest. Die Zahl „28“ bezieht sich auf den zweiten und achten Buchstaben des Alphabets – das B und das H – und wird in der rechtsextremen Szene als Code für „Blood & Honour“ verwendet. Die auf dem Konzertflyer zusätzlich an die „28“ angefügte Zahl 8 bezieht sich ebenfalls auf den achten Buchstaben und steht für „Hungary“ (Ungarn). „288“ steht also für „Blood & Honour Hungary“. Als „Prospect“ bezeichnet man den Anwärter, der seine Fähigkeiten und Loyalität, ähnlich wie in Motorradclubs, unter Beweis stellen muss bevor er die Voll-Mitgliedschaft in der Gruppierung erlangt. Das „Sons of Odin“ ihren ersten Auftritt in solch einem Rahmen vollzogen, zeugt für die enge Anbindung der Neonazi-Musiker an das „Blood & Honour“-Netzwerk, welches 2000 in Deutschland verboten wurde. Auch dass der seit einigen Jahren in Berlin wohnhafte Sänger der Band, David Allen Surette, für solch einen Auftritt nach Ungarn reist, spricht für sich. Surette bewegt sich schließlich seit Anfang der Neunziger Jahre in diesem Netzwerk und gilt durch sein Engagement in den bekannten RechtsRock-Bands „Aryan“ und „Stonehammer“ als Kultfigur und Schlüsselfigur der rechtsextrem Szene. 

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