Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

Irving, David

Von|

Irving wurde nach dem Abbruch seines Studiums der Naturwissenschaften vor allem durch Bücher über den Zweiten Weltkrieg und das „Dritte Reich“ bekannt. Er galt anfangs in der Fachwelt dafür als angesehen, dass er akribisch große Datenmengen zusammentragen und auswerten konnte. Sein Ruf litt aber, als sich einige seiner Dokumente als Fälschungen herausstellten und seine Schriften tendenziöser wurden. In seinen Büchern werden Nazi-Größen gern positiv dargestellt. Heute gilt Irving nicht mehr als ernstzunehmender Autor. Er vertritt nicht nur Thesen, die unhaltbar sind (z.B. dass die Juden in Hitler ihren besten Freund hatten), sondern bediente sich unwissenschaftlicher Methoden, indem er systematisch Gegenmeinungen ausblendete und Fakten entweder entstellt wiedergab oder bewusst fehlinterpretierte. Irving bestreitet, dass es eine organisierte und systematische Ermordung von Juden durch Giftgas in Auschwitz-Birkenau gegeben hat. Er trat mehrmals auf Veranstaltungen von Neo-Nazis als Redner auf und genießt in der rechtsextremen Szene eine Art Heldenstatus.

Im Jahre 2000 verlor Irving in Großbritannien aufsehenerregend eine Verleumdungsklage gegen die US-amerikanische Religionswissenschaftlerin Deborah Lipstadt, die ihn in einem ihrer Bücher als „einen der gefährlichsten Holocaustleugner“ bezeichnet hatte. Im Zuge des Prozesses kam auch das ganze Ausmaß von Irvings Geschichtsverdrehungen ans Licht. Das Gericht sah es letztlich als erwiesen an, dass Irving als Rassist, Lügner und Antisemit bezeichnet werden darf. Er gilt seitdem auch finanziell als ruiniert. Im Jahre 2006 wurde er zudem in Wien zu einer mehrjährigen Haftstrafe wegen Leugnung des Holocaust verurteilt, ist aber inzwischen auf freiem Fuß. Zuletzt medial in Erscheinung getreten ist Irving bei einer umstrittenen Veranstaltung des Debattierclubs der Universität Oxford.

Zum Thema

| Revisionismus

Weiterlesen

polizei-hogesa-demo-koeln-s

HoGeSa Vernetzung von Neonazis und Hooligans zu lange ignoriert

Was mit Facebook-Gruppen begann und sich bei Kundgebungen mit wenigen hundert Teilnehmenden fortsetzte, mündete am vergangen Sonntag in Köln in der größten Neonazi-Demonstration in Deutschland der vergangenen Jahre. Die Ereignisse während der „Hooligans gegen Salafisten“-Demonstration stellen die Kulmination einer Entwicklung dar, die in der letzten Zeit deutlich zu beobachten war: die fortschreitende Vernetzung von rechtsgerichteten Fußballfans und organisierten Rechtsradikalen.

Von der Redaktion

Von|
Reichsbürgerkundgebung 29.08.2020_Bildrechte_Berlin gegen Nazis

Jahresrückblick 2020 Berlin

Was wir uns von 2020 in Bezug auf Rechtsextremismus und Demokratiefeindlichkeit in Erinnerung bleiben? Für den Jahresrückblick befragen wir zivilgesellschaftliche…

Von|
Eine Plattform der