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Prussian Blue

Singen können sie wahrlich nicht besonders gut. Und doch sind Lynx und Lamb Gaede vom Liedermacherinnen-Duo „Prussian Blue“ kleine Stars ? zumindest in der Neonaziszene. Seit 2004 veröffentlichen die blutjungen amerikanischen Zwillinge ihre Songs und schon vorher hatten sie gelegentlich öffentliche Auftritte.

 

Ästhetisch inszenieren „Prussian Blue“ eine Art auf unschuldig getrimmte Landromantik ? kombiniert mit knallhartem Neonazismus. Viele Stücke sind Coversongs anderer rechtsextremer Gruppen, das Lied „Sacrifice“ (deutsch: „Aufopfern“) ist Hitlerstellvertreter Rudolf Hess gewidmet.

Die ideologische Ausrichtung von Prussian Blue dürfte zu großen Teilen der Mutter der Zwillinge zuzuschreiben sein, einer Aktivistin der US-Neonazigruppe „National Vanguard“. Öffentlichkeitswirksame Auftritte in Fernsehreportagen über die „Nazi Pop Twins“ haben „Prussian Blue“ (vor allem in den USA, aber auch in Deutschland) einen gewissen Bekanntheitsgrad über die Szene hinaus eingebracht. Gerne ließ die Mutter ihre Kinder vor den Kameras mit Hitler-T-Shirts posieren oder um ein auf den Boden gezeichnetes Hakenkreuz tanzen.

2007 waren „Prussian Blue“ auf Europatournee und traten unter anderem beim „Sachsentag“ der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ zusammen mit „Frontalkraft“ auf. Der NPD-eigene ?Deutsche Stimme?-Verlag vertreibt eigens für den deutschen Markt zugeschnittene Alben des Duos. Der Name „Prussian Blue“ soll eine Verweis auf die preußischen Wurzeln der Gaede-Familie sein; soll nach Aussage des Duos aber auch als Anspielung auf Zyklon-B, wie es in den NS-Vernichtungslagern eingesetzt wurde, verstanden werden.

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