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Dank prodemokratischer Positionierung einer BrauereiRevisionistische Publizist*innen der GfP können nicht tagen

Wie jedes Jahr wollte sich die die rechtsextreme „Gesellschaft für freie Publizistik e.V.“ ab heute für zwei Tage zum Jahreskongress treffen – diesmal im bayerischen Eschenlohe bei Garmisch. Eigentlich wollten wir darüber berichten, wie weit sich Ex-AfDler André Poggenburg radikalisiert hat, wenn er sich hier in die verschwörungsideologisch-revisionistische Rednerschar einreiht. Doch der Kongress findet nicht statt: Dank einer Brauerei mit Prinzipien. Das ist auch die viel schönere Nachricht.

 
Kein Bier für Nazis: Dank kluger Verträge von Spaten-Bräu kann eine rechtsextreme Organisation nicht tagen. (Quelle: pixabay / Pattern Pictures)

Die „Gesellschaft für freie Publizist e.V. (GfP)“, ihres Zeichens mitgliederstärkste rechtsextreme „Kulturvereinigung“ Deutschlands, ist schwer empört: „Spaten-Brauerei bedroht Gastwirt“. Die Brauerei hat den Gastwirt, mit dem Sie einen Pachtvertrag hat, allerdings gar nicht bedroht, sondern nun an gemeinsame Vertragsbedingungen erinnert. Und die umfassen einen Passus, dass keine „Veranstaltungen links- oder rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen oder antidemokratischen Inhalts“ ausgerichtet werden dürfen. Durch einen solchen Passus wird die GfP voll erfasst.

Die „Gesellschaft für freie Publizistik e. V.“ (GfP), 1960 von ehemaligen SS- und NSDAP-Angehörigen gegründet, hat eine eindeutig rechtsextreme Ausrichtung und gilt als mitgliederstärkste rechtsextreme „Kulturvereinigung“ in Deutschland. In ihr treffen sich etwa bei Jahres-Kongressen rechtsextreme Verleger*innen, Redakteur*innen, Publizist*innen und Buchhändler*innen. Jährlich wird die Ulrich-von-Hutten-Medaille an eine Person verliehen , die sich aus Sicht der GfP „besonders stark für die Freiheit der Meinungsäußerung und die historische Wahrheit in der Zeitgeschichte eingesetzt“. Gemeint ist damit natürlich Revisionismus, also die Umdeutung der deutschen Geschichte, gerade was Kriegsschuldfragen und den Holocaust angeht.

Ewiggestrig wie ihre Ideologie sieht auch die Website der „Gesellschaft für freie Publizistik“ aus.

Außerdem setzt sich die GfP für „Meinungsfreiheit“ der „nationalen Publizistik“ ein – die natürlich nur durch Strafgesetze eingeschränkt wird, die Volksverhetzung und Holocaustleugnung verbieten.

Mit der Teilnahme an diesem illustren Kreis wollte André Poggenburg, Ex-AfD und ganz frischer Ex-ADPM (seine neue Kornblumen-Partei „Aufbruch Deutscher Patrioten Mitteldeutschland“ hat er auch schon wieder verlassen), offenbar seinen Eintritt in die gefestigte rechtsextreme Szene besiegeln. Doch aus dem Stelldichein mit Rednern wie Verleger Gert Sudholt (u.a. Druffel-Verlag, mehrfach wegen Volksverhetzung vorbestraft), Autor Peter Orzechowski (revisionistischer Kopp-Verlag-Autor), Rechtsanwalt Martin Kohlmann („Pro Chemnitz“-Stadtrat mit NPD-Kontakten) und Publizist Fred Duswald (Autor der FPÖ-nahen „Die Aula“, Buchautor im rechtsextremen Grabert Verlages, der u.a. Überlebende des Konzentrationslagers Mauthausen als „Landplage“ und „Kriminelle“ beschreibt, die „das unter der ‚Befreiung‘ leidende Land“ plagten), wird nun nichts dank eines engagierten Unternehmens, das in seinen Verträgen eine klare Positionierung gegen Rassismus, Antisemitismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit verankert hat. Wie der „Merkur“ berichtet, herrscht in der Region große Erleichterung über die Absage.

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