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Kameradschaft Aachener Land

Die „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) wurde im Jahr 2001 gegründet und wird vom Verfassungsschutz als eine der aktivsten Neonazigruppierungen in Nordrhein-Westfalen eingestuft.

 

Von Fabian Kunow

Die KAL hat offiziell zwischen 15-20 Mitglieder und steht der NPD sehr nahe.So ist die Führungsfigur der „Kameradschaft Aachener Land“ René Laube Funktionär der NPD in Düren. Zwischen Kameradschaft und NPD gibt es noch weitere personelle Überschneidungen. Zudem unterhält die KAL Kontakte ins Fußball-Hooligan-Milieu des Vereins „Alemannia Aachen“ sowie zu Rechtsextremen in den Niederlanden. Im Gegensatz zu vielen anderen „Kameradschaften“ spricht sich die KAL innerhalb der Neonazi-Szene entschieden gegen die „Autonomen Nationalisten“ aus und versucht so, die eigene regionale Führungsposition zu verteidigen.

Die KAL ist besonders im Aachener Umland, vor allem in den Städten Düren, Stolberg, Eschweiler und Langerwehe aktiv. Nach Angaben der NPD ist der 27 jährige René Laube „Kameradschaftsführer“ der KAL. Fiel die Gruppe anfangs vor allem durch exzessives Trinken und das Abspielen von Nazimusik bei ihren Zusammenkünften auf, entfaltete sie ab 2002 einen stetig ansteigend umfangreichen politischen Aktivismus. Darunter fallen die Organisation regionaler Veranstaltungen, beispielsweise am Volkstrauertag, und die Teilnahme an Aufmärschen in anderen Städten sowie Propagandaaktionen in der Region. Aber auch Straftaten werden den Aktivisten der Kameradschaft zugerechnet.

Im Jahr 2005 konzentrierten sich die Aktivitäten der KAL auf die Unterstützung der NPD vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sowie der Bundestagswahl im September. Am 6. Mai 2006 organisierte die „Kameradschaft Aachener Land“ im rheinischen Siegburg erstmals den „Schlageter-Tag“ und wurde dafür vom Neonazi Christian Maloci besonders gelobt. Im Jahr darauf fand nun mit internationaler Beteiligung die als „Bundesweites Schlageter-Treffen“ benannte Veranstaltung in der Nähe von Düren im Raum Aachen statt.

Vor einer Demonstration am 22. September 2007 der „NPD-Düren“ und der „Kameradschaft Aachener Land“ „Gegen Ausländerkriminalität und Inländerfeindlichkeit“, kam es zum offenen Bruch mit dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ in NRW. NPD und KAL verkündeten, „der Modeerscheinung des schwarzen Blockes“ sei „entgegenzustehen“. Danach riefen 20 Gruppierungen aus dem Spektrum der „Autonomen Nationalisten“ zum Boykott des Aufmarsches auf. Am 27. März 2008 gruppierten sich die verschiedenen Fraktionen der Naziszene der Region jedoch wieder zusammen, um gemeinsam eine Demonstration gegen Rechtsextremismus in Aachen anzugreifen. Sie marschierten in Richtung des Aufzuges und lieferten sich ein Handgemenge mit der anwesenden Polizei und linken Demonstranten. Unter den Neonazis im Umkreis der linken Demonstration befanden sich Mitglieder der „Kameradschaft Aachener Land“, als auch „Autonome Nationalisten“ sowie rechtsextreme Fans des Bundesligisten „Alemannia Aachen“ und NPD-Mitglieder. Die Nähe der KAL zur NPD manifestierte sich erneut am 8. März 2008, als man René Laube wieder zum stellvertretenden Kreisvorsitzender der NPD-Düren wählte. Ebenso in der gemeinsamen Teilnahme an Traueraufmärschen in Stolberg im April 2008 nach dem gewaltsamen Tod eines Jugendlichen der von einer Veranstaltung der NPD kam.

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