Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

Mit Webseiten Geschichte schreiben und Gegenwart verstehen

Von|

Informationen für alle zugänglich

Dass die Initiatoren gerade auf das Medium Internet setzen, war eine bewusste Entscheidung. „Natürlich sind Webseiten für Jugendliche besonders attraktiv“, sagt Uta Hellweg von der Konrad Adenauer-Stiftung. So könnten die Texte jederzeit aktualisiert und begleitende Bilder, Videoclips oder Radiointerviews einfach hinzugefügt werden. Wo früher bei Projekttagen erarbeitete Broschüren in dunklen Schränken verstaubten, können jetzt auch andere Schulen auf die Ergebnisse der Arbeiten zugreifen. „So lässt sich das Interesse für die Thematik vielleicht auch bei Mitschülern und Freunden, in Schülerzeitungen oder Jugendgruppen wecken“, hofft Hellweg.

Das Konzept kommt an. „Wir wollen informieren und vor Ort lernen. Was nützt es uns, historische Fakten aus Büchern zu lernen und Zahlen auf dem Papier zu sehen?“, sagt eine Schülerin des Ernst-Abbe-Gymnasiums in Jena, die im letzten Jahr mit dem Projekt „Europa ist unterwegs“ an dem Wettbewerb teilgenommen hat.

Holocaust-Gedenktag als Anlass

Anlass für das ungewöhnliche Projekt ist der jährliche Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar. 1996 wurde auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum offiziellen Holocaust-Gedenktag ernannt.

Die Internetseiten müssen die Teilnehmer ganz ohne Hilfe erarbeiten. Die Adenauer-Stiftung stellt lediglich ein Datenbank-System für die Webseiten zur Verfügung. Ob die Seiten mit Texten, Dokumenten, Bildern oder Videos gefüllt werden, bleibt den Jugendlichen überlassen. Im November gibt es in Berlin für alle Interessierten einen vorbereitenden Workshop zur Gestaltung von Webseiten. Zudem werden Tipps zur Recherche an Gedenkorten vermittelt und historische Stadtführungen angeboten.

Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet

In den letzten Jahren haben insgesamt über 1000 Schüler am „Denkt@g“ teilgenommen. Entsprechend groß war die Vielfalt der eingereichten Projekte. Im Jahr 2007 gab es Zeitzeugeninterviews und Umfragen zu rechtsextremen und rassistischen Tendenzen in der Gesellschaft, Filme mit historischen Bezügen wie „1933“ von einer Projektgruppe des Jugendbildungsvereins Sachsen e.V. und lokalhistorische Untersuchungen, so beim Stolperstein-Projekt von Schülern der Realschule Maschstraße in Braunschweig. Auch ein Satire-Kurzfilm und ein Theaterprojekt, das sich mit Schicksalen von Deportierten beschäftigt, wurden eingereicht. Auf dem zweiten Platz landete eine Schülergruppe aus Erkelenz (Nordrhein-Westfalen). Sie erinnerte mit einem virtuellen Stadtrundgang an die NS-Verbrechen in ihrer Stadt. „Mit der „Route gegen das Vergessen“ zeigen wir beispielhaft an zehn Stationen, wie präsent der Nationalsozialismus im „Dritten Reich“ auch in unserer Stadt war, und wie verwischt und vergessen seine Spuren heute vielfach sind“, heißt es auf der Webseite.

Die Adenauer-Stiftung hofft für 2008 auf noch mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr. Das Motto „Hinsehen, Einmischen, Mitgestalten“ bietet viele Anküpfungsmöglichkeiten. Teilnehmen dürfen Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 22 Jahren. Bis zum 31. Oktober 2008 können noch Beiträge eingereicht werden. Die besten drei Internetseiten werden mit Preisgeldern von insgesamt 6000 Euro ausgezeichnet.

Um zu gewinnen, müssen sich die Initiativen wirklich bemühen. Norbert Lammert hat den Schülern bei seiner Eröffnungsrede im Januar 2008 hohe Erwartungen mit auf den Weg gegeben: „Ihr tragt die Verantwortung, dass sich so etwas wie die NS-Diktatur nie wiederholen kann“, sagte der Bundestagspräsident. „Der DenkT@g stellt sicher, dass es nicht wieder passiert.“

Weblinks

| Anmeldung zum Wettbewerb

| Konrad-Adenauer-Stiftung

Weiterlesen

bericht.1

Neue Broschüre der Mobilen Beratung in NRW erschienen

Eine neue Broschüre der fünf Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus aus NRW ist erschienen. Seit Oktober 2008 arbeiten die Beratungsteams in Köln, Münster, Schwerte, Vlotho und Wuppertal mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, Parteien, Vereinen, Migrant*innenorganisationen, Gewerkschaften und Einzelpersonen zusammen.

Von|
Eine Plattform der