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Spendenmarathon NPD-Demo finanziert Projekt gegen Rechtsextremismus

Hamburg, Pößneck, Hannover, Berlin ? Nazis müssen sich an diesem Wochenende entscheiden, auf welcher Veranstaltung sie ihre Parolen brüllen. Und egal wo ? überall haben sie mit einer Gegenaktion zu rechnen. In Hannover wird die NPD-Demo geärgert, indem für jeden Meter ihrer Strecke Spendengelder an ein Projekt gegen Rechtsextremismus fließen.

 

Geschlafen wird später

Viel ist los an diesem Wochenende ? man kann gar nicht überall gleichzeitig sein. Das denken sich sicher Neonazis wie auch Demokratinnen und Demokraten. In Hamburg provoziert die NPD die linke Szene mit einem Aufmarsch direkt einen Tag vor dem Schanzenfest. Bei dem Fest selbst werden auch Ausschreitungen erwartet. In Pößneck findet das internationale ?Fest der Völker? von der NPD statt. In Berlin mobilisiert die DVU zur antisemitischen Al-Quds-Demonstration.

In Pößneck kündigten Gegendemonstrantinnen- und demonstranten Sitzblockaden an, eine ganze Info- und Veranstaltungswoche zum Thema liegt schon hinter ihnen. In Hamburg erwartet mindestens das Hamburger Abendblatt ein Flammeninferno von ?linken Krawallmachern?, das liege schließlich in der Tradition. Auch in Berlin wird der Al-Quds-Tag nicht ohne breite Gegenwehr zelebriert werden können.

Spendenmarathon der besonderen Art

Hannover fällt zur angekündigten NPD-Demo etwas kreativer auf. Denn je weiter die Nazis laufen werden, umso mehr Geld wird an ein Projekt gehen, das sich gegen Rechtsextremismus engagiert. Am Rand der Demo-Strecke werden die Gegnerinnen und Gegner der NPD ?Info-Schilder? aufstellen, die darüber Auskunft geben sollen, wie viel Geld die Nazis einer Initiative gegen sich selbst schon erlaufen haben. Ähnlich dem Prinzip, wie es von herkömmlichen Spendenläufen bekannt ist. Finanziert wird alles aus Spendengeldern der Bevölkerung. Alle Erlöse sollen an EXIT Deutschland gehen, das Aussteigerprogramm für Menschen aus der rechtsextremen Szene.

?Im Stadtteil Südstadt ist nur geringer Widerstand zu erwarten? ? von wegen!

Die Polizei hat die Nazi-Demo schon vor einigen Wochen in einen bürgerlichen Stadtteil verlegt. Die ursprüngliche Strecke sollte durch die Innenstadt gehen, vorbei an einem Denkmal für jüdische Opfer des NS-Regimes. Der Polizei war die dort zu Recht erwartete Gegenwehr zu hoch. Von Südstadt hingegen sei kaum mit Widerstand zu rechnen.

Das lassen die Bürgerinnen und Bürger in Südstadt nicht so auf sich sitzen. So hat sich ein Stadtteilbündnis geschlossen, das sich dem gesamthannoverschen ?Bunt statt braun?-Bündnis angegliedert hat. Und dieser ?bürgerliche? Stadtteil ist es nun, der auch gegen die Nazis mobilisiert. ?Wenn wir die Demo schon nicht verhindern können, dann wollen wir sie wenigstens ärgern!?, äußert sich Detlev Voigt aus dem Bündnis. Die Idee käme aus den USA, wo das sehr gut geklappt haben soll.

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