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Wehrhafte Demokratie „Das sollten wir auch einmal probieren“

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Kleiner Junge protestiert gegen Neonazis in Jena; Foto: H. Kulick

Dem Aufruf der thüringischen Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus ‚mobit‘ und den unterstützenden Stiftungen Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll Stiftung und Rosa-Luxemburg-Stiftung, der DGB-Jugend Thüringen und dem Bürgerbündnis Weimar folgten insgesamt 18 Bündnisse. Die ca. 90 Teilnehmer*innen des Treffens kamen u.a. aus Nordhausen, Arnstadt, Altenburg, Jena, Erfurt, Gera, Eisenach und vielen andere Städte und Regionen des Freistaates. „Schon allein die Tatsache, dass so viele gekommen sind, ist ein Erfolg für die Idee und zeigt, wie groß das Bedürfnis ist, sich kennen zu lernen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und sich in gemeinsamer Arbeit zu stärken“, so Katja Fiebiger von mobit.

Trotz unterschiedlichem Selbstverständnis zeigten sich viele Gemeinsamkeiten in der Arbeit; gelungene Initiativen und Aktionen – wie zum Beispiel eine Erklärung von Erfurter Arbeitgebern für Vielfalt und Toleranz und ein Eisenacher Zeitungsprojekt zum them aRechtsextremismus wurden mit Interesse aufgenommen. „Das sollten wir auch versuchen!“ war eine Bemerkung, die häufig zu hören war.
Deutlich wurde die breite gesellschaftliche Zusammensetzung der Bündnisse – von der CDU-Bürgermeisterin aus Wiehe über den Lehrling aus Greiz bis zum Arzt aus Weimar – die sich zum Teil seit vielen Jahren in ehrenamtlicher Arbeit engagieren.
Um diese zivilgesellschaftlichen Bemühungen zu unterstützen wurde erneut die Forderung nach einem Landesprogramm gegen Rechtsextremismus laut, das nach Meinung vieler Bündnisse seit Jahren überfällig ist.

Aufruf nach Dresden

Ein Beitrag aus den Gesprächsrunden, der viel Beifall bekam, war der Vorschlag, sich am 13. Februar 2009 dem bundesweiten Aufruf gegen den geplanten massiven Nazi-Aufmarsch in Dresden anzuschließen und mit einem Sonderzug aus Thüringen nach Dresden zu fahren.
Am Ende stand fest, dass sich die Thüringer Bürgerbündnisse zukünftig noch stärker untereinander über ihre Arbeit informieren und sich nach Kräften unterstützen werden. Und Einigkeit herrschte über den Wunsch nach einer Fortsetzung des Vernetzungstreffens im nächsten (Wahl-)Jahr.
„Wir sind sicher, dass die Teilnehmer/innen mit vielen neuen Ideen und Kontakten in ihre Heimatorte zurückkehren, und wir hoffen, dass sie das Zusammentreffen mit den vielen anderen Aktiven stärken und ermutigen konnte, ihre so wichtige, couragierte Arbeit gegen Rechtsextremismus fortzusetzen“ so Christine Schild vom gastgebenden Weimarer Bürgerbündnis.

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf dem Portal „Mut gegen rechte Gewalt“ erschienen (2002-2022).

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