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Kampfbund Deutscher Sozialisten

Die neonazistische Mini-Organisation „Kampfbund Deutscher Sozialisten“ (KDS) wurde am 1. Mai 1999 in Kremnitz (Brandenburg) ins Leben gerufen. Sie ist eine Gruppe in der sich Alt- und Jung-Nazis organisieren.

 

Zusammengeschlossen hatten sich darin unter anderem altgediente Vertreter der Neonazi-Szene, darunter Ex-Funktionäre verbotener neonazistischer Organisationen wie Thomas Brehl, Frank Hübner, Michael Thiel sowie der ehemalige Linksradikale Michael Koth, früheres Mitglied von FDJ und SEW, Ex-Vorsitzender der KPD-Ost usw.

Herausgegeben werden vom KDS u.a. die Publikationen „Der Gegenangriff“ und „Wetterleuchten“ sowie vereinzelte regionale Schriften.Zu den Vorbildern und Programmatikern, auf die sich der KDS beruft, gehören neben dem 1991 an Aids verstorbenen Neonazi-Anführer Michael Kühnen auch Friedrich Engels, Joseph Goebbels, Kim Jong II und Ernst Thälmann. Eine „wahrhaft groteske Reihe“, wie der Verfassungsschutz von Brandenburg bemerkte.

Zur alten Garde der Szene zählt der Kühnen-Mitstreiter Thomas Brehl. Seine Meriten erwarb er als Stellvertreter Michael Kühnens in der 1986 verbotenen Aktionsgemeinschaft Nationale Sozialisten/Nationale Aktivisten (ANS/NA). 1992 wurde Brehl von der Staatsschutzkammer des Landgerichts Frankfurt wegen Rädelsführerschaft in einer verbotenen neonazistischen Vereinigung („Gesinnungsgemeinschaft der ?Neuen Front?“) zu einem Jahr Haft mit Bewährung verurteilt. Der 50-jährige Brehl zählt zu den langjährigen Aktivisten der Neonaziszene und ist auf Kritiker aus den eigenen Reihen nicht gut zu sprechen: „Ich lasse mich nicht von Leuten beleidigen, die noch in die Vorschule gingen, als ich schon für die Ehre der Waffen-SS auf die Straße gegangen bin.“

Der KDS will die „Überwindung des liberalkapitalistischen Systems weltweit durch eine lebensbejahende, den (nicht nur materiellen) Bedürfnissen des Menschen Rechnung tragende Gemeinschaftsordnung, also für Deutschland einen nationalen Sozialismus“ erreichen, wie es in der KDS-Schrift „Wer wir sind, was wir wollen, was wir tun“ heißt. In seiner „Langener Erklärung von 1999 hat es sich der KDS zur Aufgabe gemacht, „die Bündelung revolutionärer, sozialistischer Energien und Gedanken herbeizuführen“ und den „Globalisierungsbemühungen der weltweiten Verschwörung von Politik und Kapital das Modell eines auf die nationalen Erfordernisse zugeschnittenen deutschen Sozialismus“ entgegenzusetzen. Mangelnde Erfolge des KDS führten zu einer Neuausrichtung der Kleinstorganisation. Im „Revolutionären Manifest“ des KDS aus dem Jahr 2005 heißt es u.a.: „Wir erheben nicht den Anspruch – wie die Art unseres Auftretens bisweilen suggeriert – eine Massenorganisation zu sein, sondern wir wollen einen Knotenpunkt im Zusammenspiel jener gutwilligen Revolutionäre bilden, der seine gesamte Struktur und all seine Möglichkeiten jenen Kräften zur Verfügung stellt, denen es nicht um die Befriedigung ihres Egos, sondern um die Herbeiführung revolutionärer Veränderungen geht. ? Der KDS ist Teil des revolutionären Widerstandes mit dem Ziel ihn zu stärken, seine Schlagkraft zu erhöhen und seinen Einfluss zu vergrößern. ?“ Im März 2006 bekannte der KDS dann auf seiner Webseite: „Der KDS befindet sich nach Analyse der Organisationsleitung in einer strategischen Sackgasse, aus der es nun gilt herauszusteuern“. Offenbar ohne Erfolg. Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz rechnet für die Zukunft damit, „dass der politische Einfluss des KDS innerhalb der bundesdeutschen Neonazi-Szene gegen Null tendiert.“ Die Inhaftierung von Kadern des KDS, darunter der „Gauleiter Rheinland“, dürfte die Kampfeskraft des KDS noch geschwächt haben.

Der „Kampfbund“ hat sich nach eigenen Angaben im Juli 2008 bis auf eine lokale Gruppe aufgelöst.

Dieser Text stammt aus dem Online-Dossier zum Thema Rechtsextremismus der Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de/rechtsextremismus

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