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5. Juni 2008 … Nach dem Rechten sehen

Ein kleines Dorf in Sachsen-Anhalt ist ein wichtiger Neonazi-Treffpunkt geworden, in Polen ist eine Namensliste von mutmaßlichen deutschen Kriegsverbrechern aufgetaucht und in Berlin hat ein Gericht Haftbefehle gegen zwei rechtsextreme junge Männer wegen rassistischer Brandanschläge erlassen.

 

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In Sotterhausen, einem 250-Einwohner-Dorf bei Sangerhausen (Sachsen-Anhalt), wohnen immer mehr Neonazis, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung. Das Magdeburger Innenministerium warnt nun, dass sich das Anwesen des langjährigen Neonazi-Aktivisten Enrico Marx und seiner Ehefru Judith Rothe, NPD-Vize-Vorsitzende in Sachsen-Anhalt und Mitbegründerin der NPD-Frauenorganisation Ring Nationaler Frauen, zu einem Szenetreffpunkt von „herausragender Bedeutung? entwickelt habe. Seitdem Marx und Rothe vor mehr als fünf Jahren in das Dorf zogen, fanden hier Dutzende von Neonazikonzerten sowie rechtsextreme Veranstaltungen statt. Nun sei auch noch der „Organisationsleiter? der Landes-NPD mitsamt seinem Internetmusikversand in das Dorf gezogen.

In Polen ist eine bislang unbekannte Namensliste von bisher noch nicht bestraften mutmaßlichen Kriegsverbrechern aufgetaucht, berichtet die Frankfurter Rundschau. Das polnische Institut für Nationales Gedenken will erreichen, dass deutsche Staatsanwälte die noch lebenden Mitglieder der „SS-Brigade Dirlewanger“ verfolgen. Die SS-Brigade war an der Niederschlagung des Warschauer Aufstands im August 1944 beteiligt und ermordete tausende von Frauen und Kindern.

Wegen versuchten Mordes hat das Amtsgericht Berlin-Tiergarten am Dienstag gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen Szene Haftbefehl erlassen, schreibt die Berliner Zeitung. Die 16- und 18-Jährigen sollen im März und am 20. April Brandanschläge auf zwei Einfamilienhäuser von Migranten in Berlin-Neukölln verübt zu haben. Einer der beiden Verdächtigen habe laut Polizei und Staatsanwaltschaft bereits ein Geständnis abgelegt.

Gegenaktivitäten

In Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) mobilisiert die Stadtverwaltung gemeinsam mit den demokratischen Parteien gegen einen NPD-Aufmarsch am Samstag, berichtet der Nordkurier. Eine Demonstration für ein „buntes, tolerantes und weltoffenes Neubrandenburg? beginnt am Sonnabend um 8 Uhr am Rathaus. In Neubrandenburg versucht die NPD seit mehreren Jahren mit Aufmärschen ihre Präsenz in der Stadt zu erhöhen.

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