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Eisernes Kreuz – Orden für Massenmord

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Die Auslandseinsätze der Bundeswehr inspirieren Politiker und Publizisten immer mal wieder zu der Frage, ob es nicht an der Zeit sei, einen neuen deutschen Kriegsorden zu stiften. Beziehungsweise ob es nicht sinnvoll sei, das Eiserne Kreuz wiederzubeleben, das ohnehin, in leicht verfremdeter Gestalt, der Bundeswehr seit ihrer Gründung als vielfältig verwendetes Signet dient. Dabei wird dann gern auf die Tradition dieser Tapferkeitsauszeichnung im 19.Jahrhundert verwiesen, die mit dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. ihren Anfang nahm. Er hatte das Kreuz 1813 in Breslau erstmals für besondere Leistungen im Kampf gegen Napoleon gestiftet und zwar, das war das Neue, für Soldaten aller Dienstgrade und nicht nur für adelige Offiziere. Auch der Name des großen preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel wird bewundernd erwähnt, der es gestaltet hat, und daran erinnert, dass die Stiftung zweimal erneuert wurde: 1870 im Einigungskrieg gegen Frankreich und zu Beginn des Ersten Weltkriegs.

Nur über das Schicksal des Eisernen Kreuzes im Zweiten Weltkrieg ist meist wenig zu erfahren. Abgesehen von Militariasammlern, hat sich dafür bisher kaum jemand interessiert. Seltsam, wenn man bedenkt, dass die Auszeichnung zwischen 1939 und 1945 dreieinhalb Millionen Mal vergeben wurde.

Die höchste Stufe bleibt Hermann Göring vorbehalten

Nach dem Untergang des Kaiserreichs hatte die Verfassung der Weimarer Republik die Verleihung von staatlichen Orden untersagt. Doch gleich im Mai 1933 beeilte sich die Führung des „Drittes Reichs“, auch dies zu revidieren und eine gesetzliche Regelung zum „Schutz deutscher Nationalsymbole“ zu verfügen. Damit wurde das Eiserne Kreuz deutlich aufgewertet. Bereits im Jahr darauf führte man ein Ehrenkreuz für Frontkämpfer ein, das dann massenhaft nachträglich verliehen wurde nicht nur an die Soldaten des Ersten Weltkrieges selbst, sondern auch an Kriegerwitwen. Zu diesem Zeitpunkt blieben jüdische Veteranen in die Ehrung einbezogen; noch schützten ihre Auszeichnungen sie vor mancher Verfolgung. Das sollte sich bald ändern.

Freilich wollte das Regime eigene Ordenstraditionen begründen und andere, vor allem föderale, beenden. So durften bestimmte Ehrenzeichen, die zwischen 1914 und 1918 von den Bundesstaaten verliehen worden waren, nicht mehr getragen werden. Und auch das Eiserne Kreuz galt, obwohl sich Adolf Hitler selbst gern damit abbilden ließ, als Symbol des Vergangenen, ja manchen sogar als inflationär vergebene „Judenauszeichnung“. Zum Symbol der neuen Volksgemeinschaft bestimmte man allein das Hakenkreuz. Mit dem Überfall auf Polen 1939 kehrte das Eiserne Kreuz ins Zentrum der Propaganda zurück; zu stark war die Symbolkraft dieses Zeichens für die nationale Kriegführung. Am 1. September wurde es vom „Führer“ neu gestiftet. Anstelle des „W“ (für Wilhelm II., der es 1914 erneuert hatte) trat nun das Hakenkreuz in die Mitte des Abzeichens. Es gab veränderte Bänder und jetzt insgesamt vier Stufen: das EK I, das EK II, das Ritterkreuz und das Großkreuz, das aber nur einmal verliehen wurde an Reichsmarschall Hermann Göring. Neu war auch die Einführung eines Ordens für zivile Verdienste im Krieg. Hatte es dafür im Ersten Weltkrieg noch eine eigene Klasse des Eisernen Kreuzes gegeben, so wurde sie nun durch das Kriegsverdienstkreuz ersetzt, der Form nach ein Malteserkreuz.

Von Anfang an war der nationalsozialistische Eroberungskrieg auch ein „Rassen? und Weltanschauungskrieg“. So marschierten schon im September 1939 in Polen nicht nur die Soldaten der Wehrmacht ein, sondern auch SS? und Polizeitruppen sowie Sonderformationen der Sicherheitspolizei, also Gestapo und Kriminalpolizei.

Diesen Einsatzgruppen war es vor allem aufgegeben, Angehörige der polnischen Eliten zu verhaften und zu ermorden. Daneben terrorisierten sie die jüdischen Polen und begannen schon 1939 mit ihren Massakern. 1940 folgte die symbolische Entlohnung. So erhielten etwa Ernst Damzog, Chef der Einsatzgruppe IV, sowie Bruno Müller und Robert Schefe, Leiter des Einsatzkommandos I/2 und V/2, das Eiserne Kreuz II. Klasse für ihre „besonderen Leistungen“.

Am engsten verband sich das Militär mit den Massenverbrechen im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Die berüchtigten Einsatzgruppen waren den Armeen direkt logistisch unterstellt, manche der Polizeibataillone militärischen Sicherungsverbänden zugeordnet. Zwar erhielten sie ihre Mordaufträge meist von der SS? und Polizeiführung, also SS?Chef Heinrich Himmler oder dessen Untergebenen. Immer wieder traten aber auch Dienststellen und Einheiten der Wehrmacht an die Killerkommandos mit der Bitte heran, eine geplante Mordaktion zu beschleunigen oder an der mörderischen Partisanenbekämpfung teilzunehmen. Das Verhältnis zwischen der Generalität und den Polizeikommandos blieb dabei fast durchweg ohne Trübung, auch als Letztere damit begannen, Frauen und Kinder zu ermorden. So berichten etliche Zeugen von herzlichen Zusammenkünften zwischen Armeeführern und Einsatzgruppenchefs und gemeinsamen gesellschaftlichen Veranstaltungen. Da nimmt es nicht wunder, dass viele Oberkommandierende den Ersuchen der SS um Ordensverleihungen bereitwillig nachkamen.

Hunderte Juden werden in der Synagoge verbrannt

Die älteren Jahrgänge unter den SS?Offizieren hatten meist schon Eiserne Kreuze aus dem Ersten Weltkrieg vorzuweisen und erhielten nun eine sogenannte Wiederholungsspange. Unter den Kommandoführern dominierte jedoch die „Generation des Unbedingten“, wie sie der Hamburger Historiker Michael Wildt bezeichnet hat, die zu jung für die Kriegsteilnahme vor 1918 gewesen war und nun nach militärischen Ehren gierte. Vor allem die nahe der Front operierenden Sonderkommandos, die sowohl Juden ermordeten als auch an der Partisanenbekämpfung beteiligt waren, wurden von den Armeegenerälen reichlich mit Eisernen Kreuzen bedacht. Um nur die größten Verbrecher unter ihnen zu nennen, sei auf Rudolf Lange verwiesen, der für den Mord an den Juden Lettlands verantwortlich war, und auf Friedrich Jeckeln, der Massaker um Massaker organisierte, in der Westukraine, in Kiew (Babij Jar) und in Riga. Beide bekamen schließlich das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse.

Aber auch Männer der Ordnungspolizei, die im besetzten Gebiet stationiert war, konnten die Auszeichnung einheimsen, diesmal von den Befehlshabern der Militärverwaltung verliehen. Einige dieser Polizeieinheiten waren direkt deutschen Divisionen unterstellt, während sie ihr Mordhandwerk betrieben.

So übernahm das Polizeibataillon 309 bereits Ende Juni 1941 die „Säuberung“ der gerade eroberten Stadt BiaBystok. Dabei trieben die deutschen Polizisten Hunderte von Juden in eine Synagoge, steckten diese in Brand und schossen auf alle, die verzweifelt dem Tod zu entkommen suchten. Nur wenige Tage danach machte das Sicherungsregiment 2, also eine Heereseinheit, den Vorschlag, den Bataillonskommandeur Ernst Weis mit der Spange zum EK II zu ehren: „Er persönlich und sein Bataillon waren stets hilfsbereit zur Stelle. Die Säuberungsaktion seines Btl. hat dazu beigetragen, daß Stadt und Umgebung in verhältnismäßig kurzer Zeit befriedet wurden. Er ist der Auszeichnung würdig.“

Auch die Vernichtung des Warschauer Ghettos ist eine Auszeichnung wert

Außerhalb der besetzten sowjetischen Gebiete war die Wehrmacht sparsamer mit der Vergabe von Eisernen Kreuzen an SS?Funktionäre. Auch hier wurde ein Minimum an Kampfeinsatz gefordert. Wie ein solcher dann aussah, dokumentiert die Niederschlagung des Aufstandes im Warschauer Ghetto im April und Mai 1943. Bei dieser Mordaktion gegen die letzten Juden der polnischen Hauptstadt, die sich mit erbärmlicher Bewaffnung zu verteidigen suchten, konnten schließlich durch die deutsche Polizei neun Gewehre und 59 Pistolen erbeutet werden. Unmittelbar danach bekam Jürgen Stroop, der Hauptverantwortliche für diese militärische Heldentat (hinter der sich tatsächlich der Mord an etwa 20000 Juden verbarg), durch Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel das Eiserne Kreuz verliehen.

Andere Protagonisten des Holocaust mussten noch etwas warten, bevor auch sie zu militärischen Ehren kamen: Odilo Globocnik, der Leiter der Vernichtungslager der „Aktion Reinhardt“, erlangte erst nach Partisaneneinsätzen im Raum Triest das lang ersehnte EK I, sein ehemaliger Stabschef Hermann Höfle während seines Einsatzes im KZ Sachsenhausen.

Innerhalb der SS konnte die Waffen?SS die meisten Eisernen Kreuze verbuchen. Sicher handelte es sich in der Mehrzahl der Fälle um Auszeichnungen für reguläre Einsätze. Doch ist gerade von der Waffen?SS bekannt, dass ihre Einheiten überdurchschnittlich ideologisch motiviert waren und Kriegsverbrechen begingen, sowohl an Gefangenen als auch an der Zivilbevölkerung. Besonders wird dies bei SS?Verbänden sichtbar, die zeitweise ausschließlich zu Massenmorden eingesetzt waren, etwa die SS?Kavallerieregimenter, die in Polen und im Süden Weißrusslands frühzeitig den Holocaust exekutierten. Ihr Kommandeur Hermann Fegelein erntete in kurzer Folge das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse, nach einigen Kampfeinsätzen sogar das Ritterkreuz.

Eine ähnliche Blutspur zog das Sonderkommando Dirlewanger der SS hinter sich her, das bei verschiedenen Einsätzen mindestens 40.000 Zivilisten in Polen und Weißrussland ermordete. Nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands 1944, bei dem seine Einheit systematisch die Bewohner ganzer Stadtviertel umbrachte, konnte auch Oskar Dirlewanger sich das Ritterkreuz an die Brust heften lassen.

Grundsätzlich hielt man im „Dritten Reich“ daran fest, das Eiserne Kreuz nur für „Tapferkeit vor dem Feinde“ in Kampfeinsätzen zu verleihen. Doch der Feind, das waren eben auch „der Jude“, „der Bolschewist“, der „slawische Untermensch“ und so weiter. So blieben die Übergänge zwischen Kampfeinsätzen, Repressalien und Massenmord im Vernichtungskrieg fließend. Oftmals nahmen SS? und Polizeieinheiten reguläre militärische Aufgaben wahr, während Wehrmachtsoldaten ihrerseits Zivilisten und Kriegsgefangene ermordeten. Eine Trennung der verbrecherischen von den rein kriegerischen Aktivitäten im Hinterland ist für den Historiker sehr schwierig; gerade die Begründungstexte zu den Ordensverleihungen sind verbrämt und verdecken oft die Taten, die mit den „Kampfeinsätzen“ verbunden waren. Die meisten Massenmorde wurden jedoch nicht mit dem Eisernen Kreuz honoriert, sondern mit dem neu geschaffenen Kriegsverdienstkreuz. Schon 1941 häuften sich die Ordensvorschläge von SS? und Polizeidienststellen, die mit Leistungen im „Vorgehen“ gegen Polen und Juden begründet wurden. Von 1942 an, dem entscheidenden Jahr der „Endlösung“, regnete es dann Verdienstkreuze auf die Massenmörder herab. Offen war die Rede vom „schweren Einsatz“ bei der „Judenumsiedlung“, von der Beteiligung an der „Judenendlösungsaktion“ und anderem mehr. Wer in den besetzten Gebieten mordete, erhielt das Verdienstkreuz mit Schwertern, die Schreibtischtäter im Reich mussten auf die Schwerter verzichten. Das Führungspersonal der Konzentrationslager wurde ebenfalls reihenweise mit Kriegsverdienstkreuzen bedacht. Da viele der KZ?Funktionäre jedoch zeitweise auch bei der Waffen?SS an der Front eingesetzt waren, konnten sie zusätzlich auf ein Eisernes Kreuz hoffen.

Erleichtert wurde die Belohnung der Mörder dadurch, dass nun die eigenen Vorgesetzten für die Orden sorgten, also SS an SS verlieh. Doch auch das Militär verlieh in Frontnähe Kriegsverdienstkreuze an SS?Funktionäre. So ehrte im Januar 1942 Generalfeldmarschall Erich von Manstein Angehörige des Einsatzkommandos D, die gerade die Juden auf der Krim ermordet hatten.

Die Generalität schätzt die Leistungen der Mordkommandos

Mancher Kommandoführer kehrte gleich mit Kriegsverdienstkreuz und Eisernem Kreuz von seinem Einsatz aus der Sowjetunion zurück. Beides konnte beispielsweise Erich Müller vorweisen, der eigentlich im Propagandaministerium arbeitete, aber auf eigenen Wunsch einmal einen „Osteinsatz“ erleben wollte. Neun Monate lang übernahm er die Leitung des Einsatzkommandos 12, das unter seiner Führung die Juden im Nordkaukasus umbrachte. Aus Müllers Sicht hatte sich der „Kampfeinsatz“ gelohnt, hochdekoriert kehrte er nach Berlin an seinen Schreibtisch zurück.

Insgesamt wurde das Verdienstkreuz II. Klasse 2,7 Millionen Mal verliehen, die I. Klasse in 140.000 Fällen. Sicher macht die direkte Honorierung von Verbrechen nur einen kleineren Prozentsatz der Ordensverleihungen aus. Auf der anderen Seite konnte sich ein erheblicher Teil der Massenmörder das Kreuz verdienen.

Im „Dritten Reich“ gab es keinen eigenen Orden für die speziellen „Leistungen“ von SS und Polizei, wie ihn beispielsweise die sowjetische Geheimpolizei seit 1940 mit der Auszeichnung „Verdienter Mitarbeiter des NKWD“ verlieh. Am nächsten kam dem noch das Bandenkampfabzeichen, das erst vergleichsweise spät, Anfang 1944, geschaffen wurde. Freilich konnten dabei Einsätze des Vorjahres mitgezählt werden, in dem die „Bandenbekämpfung“ noch eng mit dem Mord an den Juden verknüpft war.

Was die Polizeidienststellen als preiswürdig einstuften, zeigen erhalten gebliebene Akten aus dem besetzten Polen. Die Polizisten mussten nur ihre „Kampftage“ im Partisanenkrieg nachweisen, um an das Abzeichen zu kommen. Dabei machten sie nicht selten ausführliche Angaben über ihre Morde. So galt schon die Widersetzlichkeit von Juden, die bei Razzien in einem Versteck aufgefunden worden waren, als „Kampf“. Aber auch die Ermordung der nichtjüdischen Zivilbevölkerung, die in den Partisanengebieten in der Sowjetunion zum Alltag deutscher Polizisten gehörte, fand Eingang in Ordensvorschläge.

Die generöse Vergabe der Auszeichnungen an Massenmörder und für Massenmord signalisiert die Wertschätzung, die das Regime und auch viele Militärs den Tätern entgegenbrachten. Diese wiederum bemühten sich um die Anerkennung ihrer Mordaktionen als militärische Leistung, denn in einer hochgradig militarisierten Gesellschaft zählte vor allem der etwas, der sich auf dem Schlachtfeld bewährt hatte. Da die meisten sich aber nicht in aller Öffentlichkeit mit ihren Taten brüsten konnten, holten sie sich die gesellschaftliche Anerkennung eben über Orden, über Beförderungen und die sonstigen Gratifikationen. Auch ein SS?Mann, der Kinder erschossen hatte, wollte an der militärischen Ehre partizipieren, wollte ein Eisernes Kreuz präsentieren.

Drei Eichenblätter verdecken das Hakenkreuz

Gerade die NS?Verbrecher, die in der Sowjetunion gewütet hatten, gaben sich nach 1945 gern als militärische Kämpfer gegen kommunistische Partisanen aus. Während das Kriegsverdienstkreuz immer mehr in Vergessenheit geriet, blieb das Eiserne Kreuz weiterhin als der wichtigste militärische Orden im öffentlichen Bewusstsein, nicht zuletzt deshalb, weil es Millionen Männer erhalten und meist mit nach Hause gebracht hatten.

Die Wehrmacht und insbesondere ihre Generalität gerieten unmittelbar nach dem Krieg erst einmal in Verruf die Wirklichkeit des Vernichtungskrieges im Osten war den Deutschen 1945 durchaus allgemein bekannt. Doch wurde sie erfolgreich verdrängt. Die Exkulpierungsstrategie der Generäle ging auf: Alles Böse, alle Morde und sonstigen Kriegsverbrechen wurden erfolgreich der SS zugeschoben.

In diesem Klima gab es kaum Vorbehalte, das Eiserne Kreuz 1956 als militärisches Symbol in der Bundeswehr einzuführen. Dass dieses „Ehrenzeichen“ für viele Menschen vor allem in Osteuropa mit der quälenden Erinnerung an Massenmord und Zerstörung verbunden blieb, spielte in der Atmosphäre des Kalten Krieges kaum eine Rolle. Zu dieser Zeit galten noch die deutschen Juden und die deutschen politischen Häftlinge in den Konzentrationslagern als Hauptopfer des NS?Regimes.

Unter dem Einfluss der Veteranen etablierte sich in der frühen Bundesrepublik das Bild einer moralisch integer gebliebenen Wehrmacht. Dazu gehörte dann auch, dass die im Zweiten Weltkrieg wodurch auch immer erworbenen Eisernen Kreuze von 1957 an wieder getragen werden durften und bei festlichen Gelegenheiten auch getragen wurden. Nur das Hakenkreuz in der Mitte blieb von drei stilisierten Eichenblättern à la Schinkel schamvoll verdeckt.

Der Autor ist Historiker und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München. Soeben erschien sein Buch „Die Herrschaft der Wehrmacht Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941?944“ (Oldenbourg Verlag, München; 399 S., Abb., 39,80 ?)

Erschienen in: DIE ZEIT 24/2008

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Auch dieses Symbol wurde von den Nazis okkupiert, keineswegs selbst erfunden. Als dieses Abzeichen 1939 zum bekanntesten Kriegsorden des „Dritten Reichs“ wurde, hatte es bereits eine lange Tradition im Preußischen Militär. Schon 1813 wurde das „Eiserne Kreuz“ in den Napoleonischen Kriegen als Verdienstabzeichen verliehen – und selbst dieses war von Orden inspiriert, die Deutschritter schon seit dem 14. Jahrhundert trugen. Die Ursprünge gehen sogar auf das Alte Ägypten zurück.

Es ist auch heute noch ein gern und allumfassend genutztes Symbol der rechten Szene, muss an allerdings nicht zwingend als solches gelten. Doch die Assoziation zum Militär und der Ausdruck eines Männlichkeitskultes sind immer gegeben. Das Eiserne Kreuz wird auch in der Heavy-Metal- und (eher selten) auch in der Hardcore-Szene verwendet.

Die Bundeswehr nutzt das Symbol seit 1956 als Emblem für ihre Luft- und Kampffahrzeuge, auch auf dem „Ehrenzeichen der Bundeswehr“ ist es zu finden. Es gehört fest zu ihrem „Corporate Design“.

Seit Juli 2009 wird das Kreuz erstmalig wieder seit dem 2. Weltkrieg als Tapferkeitsorden verliehen, was auf die den Vorschlag des Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU) zurückgeht.

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