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Freiburg AfD-Mann sticht mit Messer auf Ersthelfer ein

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Die Kriminalpolizei ermittelt nach einem mutmaßlichen Messerangriff in Freiburg. (Quelle: Pixabay)

Am Samstag, den 12. Juni, soll der ehemalige AfD-Gemeinderatskandidat Robert H. in Freiburg offenbar einen Mann mit einem Messer verletzt haben. Das mutmaßliche Opfer wollte zuvor in eine Auseinandersetzung mit dem AfD-Mann und zwei weiteren Personen eingreifen. 

Wie ein antifaschistisches Portal berichtet, sollen zwei Personen am Samstag in der Nähe von H.s Wohnhaus auf den AfD-Kandidaten gestoßen sein. Von der gegenüberliegenden Straßenseite erkannten die beiden Personen H., der 2019 für den Gemeinderat in Freiburg für die AfD kandidierte, und beschimpften ihn als „Faschisten“. Wie die Pressestelle der Polizei Freiburg Belltower.News gegenüber bestätigt, handelte es sich um eine „verbale Streitigkeit“ politischen Inhalts. Laut dem antifaschistischen Portal soll der AfD-Aktivist sein Handy gezückt haben, um die Szenerie zu filmen. Die beiden Personen entfernen sich schließlich, doch H. nahm, immer noch filmend, die Verfolgung auf. 

An einer Straßenecke hielten die beiden Personen schließlich an. Der AfD-Mann kam ihnen „bedrohlich nahe“, wie das antifaschistische Portal schreibt, und drohte damit die beiden anzuzeigen. Da die beiden Personen nicht gefilmt werden wollten, hielten sie ihre Hände vor die Kamera. Der AfD-Kandidat zückte daraufhin ein Pfefferspray und setzte es gegen beide Personen ein. Die versuchten zu entkommen. Der Fahrer eines vorbeifahrenden Autos beobachtete die Szene und wollte den beiden angegriffenen Personen zur Hilfe kommen.

Der Ersthelfer soll sich dem immer noch filmenden und mit Pfefferspray ausgestatteten Robert H. in den Weg gestellt haben, um ihm so die Verfolgung der beiden mit Pfefferspray attackierten Personen zu erschweren. Laut dem antifaschistischen Portal fragte er H., warum er die Leute angreife. Nach einem kurzen Wortwechsel soll der einstige AfD-Kandidat ein Messer gezückt haben und damit dem Helfer verletzt haben. Nach einer notärztlichen Behandlung vor Ort wurde der blutende Ersthelfer in ein Krankenhaus gebracht. 

Zwar wollte uns die Pressestelle der Polizei keinen Namen bestätigen, es deutet jedoch einiges darauf hin, dass es sich bei dem Täter um eine prominente politische Person aus der Region handelt. Der mutmaßliche Täter wurde nach der Tat auf die Polizeiwache zur „Abklärung“ gebracht. Mittlerweile ist er wieder auf freiem Fuß und soll mit dem rechtextremen ehemaligen AfD-Mann und Neonazi Dubravko Mandic gesehen worden sein. 

Der Kumpel Dubravko Mandic

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021 trat Mandic als Kandidat der AfD im Wahlkreis Lörrach an und erhielt knapp 8 Prozent der Stimmen. Noch am Wahlabend kündigte er jedoch seinen Rückzug aus der AfD an, im April 2021 machte er seinen Austritt öffentlich, um einem Parteiausschlussverfahren zuvor zu kommen. Sein Stadtratsmandat behielt er jedoch. 

Parallelen zum Vorfall vom Mai 2019: Mandic und Robert H. attackieren Radfahrer

Offenbar sind Mandic und Robert H. gute Bekannte. Während des Kommunalwahlkampfes im Mai 2019 soll der damalige AfD-Stadtrat Mandic gemeinsam mit seinem Mitkandidaten H. einen Fahrradfahrer attackiert haben. Der Fall erinnert stark an den jetzigen Vorfall:

Der Stadtrat und sein Mitkandidat gingen damals zwei Personen an, denen sie vorwarfen, AfD-Wahlplakate zu beschädigen. Ein Fahrradfahrer schritt ein. Laut Badische Zeitung soll H. mit einer Blechschere unter anderem auf den Kopf des Fahrradfahrers geschlagen, Mandic soll diesen mit Reizgas ins Gesicht gesprüht haben. Der Prozess gegen diesen Fall begann Ende 2020. Mandic, selbst Jurist, ließ sich vor Gericht von Jochen Lober verteidigen, H. von Nicole Schneider, beide waren Verteidiger von Ralf Wohlleben im NSU-Prozess. Die Verhandlung gegen H. wurde jedoch vom Verfahren gegen Mandic abgetrennt und ist noch anhängig.

Mandic wurde im Dezember 2020 vom Gericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung sowie zur Zahlung von 3.000 Euro an ein Wohnungslosen-Projekt der Caritas verurteilt. Es ist die Mindeststrafe für ein Vergehen dieser Schwere. 

Eine Pressemitteilung der Polizei Freiburg gibt es bis zum jetzigen Zeitpunkt zu dem Fall noch nicht. Momentan werde noch gegen alle Tatbeteiligten ermittelt, so ein Pressesprecher der Polizei Freiburg, da der ganze Tathergang erst einmal geprüft werden müsse. „So eine Ermittlung könne aber ja auch entlastend sein“. 

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