Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

Protokolle der Weisen von Zion

Von|
Protokolle der Weisen
Das Deckblatt einer 1934 erschienenen amerikanischen Ausgabe der Protokolle durch die Patriotic Publishing Co. in Chicago. (Quelle: Wikimedia)

Die „Protokolle“ sind in 24 Abschnitte gegliedert, wobei jeder einzelne Abschnitt dem Protokoll einer vermeintlichen Sitzung der „Weisen von Zion“ entspricht. Die „Protokolle“ seien geheime Dokumente einer Versammlung von mächtigen Juden. Im Wesentlichen thematisieren die „Protokolle“ die angeblichen Pläne des sog. „Weltjudentums“ zur Errichtung ihrer Herrschaft über die Welt.

Die St. Petersburger Zeitung „Snamja“ (deutsch: „Das Banner“) veröffentlichte 1903 die erste Fassung der „Protokolle“ unter dem Titel „Das jüdische Programm zur Welteroberung“. Der „Snamja“-Herausgeber P.A. Kruschewan behauptete, das Werk bestehe aus in Frankreich entstandenen „Sitzungsprotokollen der Weltallianz der Freimaurer und der Weisen von Zion“.

Jedoch: Die „Protokolle“ sind ein Plagiat und eine Fälschung – unter Verwendung älterer und fiktionaler Texte. Das ergaben entsprechende Untersuchungen bereits in den 1920er Jahren.

Die Verfasser der „Protokolle“ nutzten die 1864 anonym in Brüssel veröffentlichte Satire „Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montesquieu“ von Maurice Joly als Vorlage. Wer für das Plagiat verantwortlich ist, bleibt nach aktuellem Forschungsstand ungeklärt. Wahrscheinlich sind sie Wolfgang Benz zufolge 1898 „in Frankreich auf russische Veranlassung entstanden“ und fanden „mit etlichen Varianten sowohl des Textes wie des Titels rasch große Verbreitung“.

Vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden antisemitischen Bewegung der 1880er Jahre war Deutschland der „Hauptproduzent antisemitischer Propaganda aller Art“. In den Veröffentlichungen stellte die sog. „jüdische Weltverschwörung“ ein zentrales Motiv dar. Die „Protokolle der Weisen von Zion“ begannen ihren „Siegeszug“ (Wolfgang Benz) nach dem Ersten Weltkrieg; das Pamphlet wurde nach Einschätzung des britischen Historikers Norman Cohn zufolge nirgendwo „mit solcher Begeisterung aufgenommen wie in Deutschland“.

Die erste nicht-russische Auflage der „Protokolle“ publizierte Ludwig Müller von Hausen (alias „Gottfried zur Beek“) im Juli 1919 unter dem Titel „Die Geheimnisse der Weisen von Zion“. Er erzielte bis 1923 acht Auflagen, ehe die neunte im Jahr 1929 im Parteiverlag der NSDAP veröffentlicht wurde. Sie entwickelten sich zum „Baustein“ der NS-Propaganda. Führende Funktionäre der NSDAP wie Adolf Hitler, Alfred Rosenberg und Julius Streicher widmeten sich im Laufe der 1920er und 1930er Jahre den Inhalten. Der NS-Ideologe Alfred Rosenberg war ein früher Multiplikator der deutschen Ausgabe der „Protokolle“ und publizierte neben einigen Artikeln und Broschüren bereits im Jahr 1923 einen Traktat über die Inhalte der „Protokolle“: Der Traktat „Die Protokolle der Weisen von Zion und die jüdische Weltpolitik“ zählte innerhalb eines Jahres drei Auflagen und erreichte somit bereits in den 1920er Jahren mehrere 100 000 Leser_innen des antisemitischen Werkes. Hitler kommentierte in seiner Schrift „Mein Kampf“ (1925/26), die „Protokolle“ beschrieben „mit geradezu grauen-erregender Sicherheit“ die angebliche jüdische Herrschaft über die Welt.

Nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler (30.01.1933) wurden die „Protokolle“ weltweit verbreitet. Bis heute dienen sie in der extremen Rechten zur Verbreitung der sog. „jüdischen Weltverschwörung“.

Weiterlesen

2017-05-10-anetta-1

Erstmal vor den Füßen kehren üben, als direkt den Dreck der ganzen Stadt nehmen

Zu den wohl ansteckendsten Übeln dieser Welt gehört die schlechte Laune. Sie braucht eigentlich keine Anlässe, weil es immer Dinge gibt, die einen grummeln lassen oder schlimmeres. Schauen wir uns um: Unsere Welt ist voller Ereignisse, die schlechte Laune provozieren. Terror, Feindseligkeiten, himmelschreiende Ignoranz, Rassismus und allenthalben Leid und Unglück. Wenn es mir schlecht geht und ich in eine Stimmung gerate, in der mir angesichts all dessen die Welt hoffnungslos erscheint, dann schaue ich auf einen Brief, den ich mir selbst geschrieben habe. Darin steht an erster Stelle: "Bitte, mach keine Haufen aus ungelösten Problemen. Schichte sie nicht so hoch auf, dass sie wie ein unerklimmbares Gebirge erscheinen." Nun ist es das Wesen der schlechten Laune, dass sie unbeeindruckt bleibt von solchen Tricks. Also kommt der zweite Punkt: "Schau näher hin. Viel näher. Wenn man sich schwach fühlt und die Straße kehren will, dann ist es besser vor den Füßen zu fegen, als an den Dreck der ganzen Stadt zu denken. Das kannst du machen, wenn du ungefähr weißt, wie es geht."
Von|
Unsere Partnerportale
Eine Plattform der