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Rechtsextreme Musik

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In den 90er-Jahren ist in Deutschland die weltweit größte extrem rechte Musikszene entstanden. Die Zahl rechtsextremer Konzerte stieg in den vergangenen Jahren stark an. Das Verbot des neonazistischen „Blood & Honour“-Musiknetzwerkes im Jahr 2000 hatte auf die Szene nur wenig Wirkung. Weiterhin kommen jährlich mehr als 100 rechtsextreme CDs weiterhin in Deutschland auf den Markt.

Die bekannteste und einflussreichste Form rechtsextremer Musik ist harte Gitarrenmusik, die unter dem Oberbegriff Rechtsrock zusammengefasst wird. Das entsprechende Konzert-Milieu hat sich europaweit zum wichtigsten neonazistischen Rekrutierungslager entwickelt. Nicht nur die militante, subkulturelle Neonaziszene versucht mit Hilfe von Musik an Jugendliche heranzutreten. Auch die rechtsextreme NPD und die DVU versuchen mit eigenen „Schulhof-CDs“ die Attraktivität rechtsextremer Ideologien zu steigern.

Rechtsrock dient aber nicht nur dazu, Jugendliche in die rechtsextreme Szene zu locken, sondern auch dazu, Geld zu verdienen und gleichzeitig den Kadern der örtlichen Szene sichere Jobs zu besorgen. Durch den Verkauf von CDs, T-Shirts, Fahnen, Postern und anderen Fanartikeln machen geschäftstüchtige Neonazis jedes Jahr Millionenumsätze.

In der jüngsten Zeit hat ein Wandel in der neonazistischen Musikszene eingesetzt. Die extreme Rechte betätigt sich neuerdings verstärkt in anderen Musikstilen. Hip Hop, Metal, Techno oder Liedermacher-Songs ? Nazis wollen gerne von jedem Musikstil wird auch eine rechtsextreme Variante konstruiert, teilweise Erfolg. Darüber hinaus ist zu beobachten, dass Neonazis versuchen „linke“ oder als „alternativ“ geltende Musik für sich zu vereinnahmen. Ob Songs von „Wir Sind Helden“, „Die Ärzte“ oder „Westernhagen“: Neonazis spielen bei ihren Demonstrationen inzwischen alles, was „angesagt“ ist. Dass die Musiker sich eindeutig gegen Rechtsextremismus positionieren wird dabei einfach ausgeblendet.

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Weblinks

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