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Schäfer, Michael

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Die JN versteht sich als Bindeglied zwischen der NPD und den freien Kameradschaften. Auch Schäfer verkörpert diesen Anspruch, politische trat er erstmals als Mitglied der Neonazi-Kameradschaft Wernigeroder Aktionsfront in Erscheinung. Die WAF wird vom Verfassungsschutz als eindeutig gewaltbereit eingeschätzt, allein 2005 wurde neun Mal wegen Körperverletzung gegen WAF-Mitglieder ermittelt. Die WAF löste sich im Oktober desselben Jahres auf, um einem Verbot zu entgehen. Schäfer gründete anschließend den JN-Stützpunkt Wernigerode.

Seit Oktober 2007 Bundesvorsitzender der JN und damit Nachfolger von Stefan Rochow. Zuvor war er bereits JN-Landeschef in Sachsen Anhalt. Zusammen mit Tobias Anders bildet er die NPD-Fraktion im Kreistag Harz (Sachsen-Anhalt).

Zu seinen politischen Zielen erklärte er einmal: ?Wir wollen diesen Staat da treffen wo es ihm wirklich wehtut, bei seiner Zukunft, bei seiner Jugend. Deshalb haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die deutsche Jugend zu formen und zu prägen und ihnen unsere Idee eines Befreiungsnationalismus und seiner Grundlagen einzubrennen.?

Ein Studium der Politikwissenschaften in Halle hat Schäfer als Magister abgeschlossen.

Im September 2008 wurde Schäfer wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt. Vor dem Amtsgericht in Halberstadt musste sich Schäfer wegen einer Äußerung in einer Kreistagssitzung verantworten. Er hatte im Januar den Fraktionsvorsitzenden von Bündnis90/ Die Grünen, Peter Lehmann, als „selbst ernannten Kopf einer Gesinnungsmafia “ bezeichnet.

Seit 2009 sitzt Michael Schäfer für die NPD im Harzer Kreistag und im Stadtrat von Wernigerode, wo er des Öfteren versucht, mit provokativen Anträgen Aufmerksamkeit zu erregen. Bei der Landtagswahl 2011 in Sachsen-Anhalt trat Michael Schäfer als Direktkandidat im Wahlkreis Wernigerode an und kam auf 5,2 Prozent der Erstimmen. Landesweit erhielt die NPD 4,6 Prozent der Zweitstimmen.

Schäfer, der einst erfolglos in der Jungen Union Fuß zu fassen versuchte, gilt als Mann mit zwei Gesichtern. Nach außen tritt er gern bürgerlich im dunklen Anzug auf, redet flüssig von „modernen, jungen Politik-Konzepten“ und von „überparteilichem Agieren“. Doch er ist auch ein Scharfmacher, der bei Veranstaltungen die Fußtruppen der NPD anzustacheln versteht.

Auf dem NPD-Bundesparteitag im November 2011 in Neuruppin wünschte sich der neue Parteivorsitzende Holger Apfel Michael Schäfer als Beisitzer in den Bundesvorstand der NPD – doch der scheiterte. Schade für Apfel, unterstützt Schäfer doch sein Konzept einer „Kümmererpartei“, wie er im Vorfeld im Interview mit einem rechtsextremen Medium erläuterte: „Wir müssen aber die Sprache der Menschen sprechen und politisch an ihre Alltagsprobleme und Sorgen anknüpfen ? was auch sonst? Das geht aber nicht mit dauernden Anspielungen auf die 1930er und 40er Jahre und den Schlachtordnungen des vergangenen Jahrhunderts. Interessanterweise sagen mir das sogar Vertreter von Kameradschaften und radikaleren Gruppen, die sich fragen, was ?wir? da eigentlich machen.“

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Aktualisiert am 14.11.2011

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