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Verlag Zeitenwende

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Programmschwerpunkte:
Der Verlag brachte bis Ende 2004 die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „Hagal“ heraus. Die Themenschwerpunkte der Zeitschrift waren eine Mischung aus Heidentum, Esoterik und Dark Wave sowie der Idee vom „Reich Europa“. Letzteres ist an die europapolitischen Konzeptionen der sogenannten „Neuen Rechten“ angelehnt.

Angeschlossen war Anfang der 2000er Jahre ein Buchvertrieb, der u.a. Publikationen der „Neuen Rechten“ anbot, wie z.B. die Broschüre „Ausbruch aus den Ideologien“, aus dem Synergon-Forum. Neben Publikationen zu neuheidnischen Themen kann man über den Verlag auch das germanisch-mythologische Spiel „Der Weltenwandler“ beziehen.
Neben den eigenen Produkten konnten über den Vertriebsdienst des Verlages Zeitenwende auch Publikationen anderer rechtsradikaler Verlage bezogen werden. Dazu gehören insbesondere der Grabert- (Tübingen) und der ARUN-Verlag (Engerda/Thüringen).

Historischer Überblick:
Genaue Angaben über den Zeitpunkt der Gründung des Verlags existieren nicht. Seit 1996 ist der Verlag den Verfassungsschutzbehörden in Sachsen bekannt.
Anfang 2000 wurde in der Zeitschrift Hagal die Idee eines „eurasischen Reiches“ aufgenommen. Die Zeitschrift wird seit Ende 2004 nicht mehr vom Zeitenwende-Verlag herausgegeben. Schon einige Jahre zuvor erschienen im Verlag Broschüren mit den Titeln „Reich Europa“ und „Adler und Rose“. In diesen Broschüren wurde die Abschaffung der Demokratie zu Gunsten eines autoritären Führerstaates gefordert.

Seit 2000 existierte eine enge Zusammenarbeit mit der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft (DESG) und Synergon Deutschland. Hierbei ging es um eine Stärkung eines speziellen Europa-Gedankens innerhalb der „Neuen Rechten“. Auf der Webpage des Verlages wurde für die „Europäischen Synergien“ ausdrücklich geworben. Die Ziele dieser „Synergien“ werden in der „Charta“ von Synergon beschrieben. Hier wird u.a. die „Schaffung einer Synergie selbstbewußter Kräfte zur Umsetzung der Einheit eines Europas mit einem wirklichen Machtwillen“ gefordert sowie die „Förderung der die Beziehungen und den Austausch zwischen Europäern ermöglichenden Bedingungen mit dem Ziel, die Freundschaft und das Verhältnis zu entwickeln, das zur Aufrichtung einer wahren Schicksalsgemeinschaft notwendig ist“ und die „Anerkennung der herausragenden Stellung des europäischen Geistes, die dieser seit den Zeiten unserer heidnischen Vorfahren bis zu den heutigen Tagen besitzt“. Gemeint ist hier ein „Reich Europa“ im Sinne der Neuen Rechten. Die Ideologie von der Überlegenheit einer Nation tritt hinter die Idee eines geeinten, „überlegenen“ Europas. Der auf der Homepage des Verlags zitierte französische Ideologe der Neuen Rechten, Guillaume Faye, hatte vor mit dieser Bewegung: „alles, was die soziologische Rechte darstellt, zu überwinden, sich allen neuen Impulsen aus der Gesellschaft zu öffnen und konsequent der nostalgisch-folkloristischen Rechten eine definitive Absage“ zu erteilen. Die bisherige völkische Definition der radikalen Rechten von Nation und Volk, wird somit um die europäische Dimension erweitert. Einfach formuliert geht es nicht mehr um „Deutschland den Deutschen“, sondern um „Europa den Europäern“.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch Handbuch Rechtsradikalismus, Thomas Grumke und Bernd Wagner (Hrsg.), Leske + Budrich, 2002.

Ergänzung, 13.01.2010

Wie der Eigentümer des Zeitenwende-Verlages, Sven Henkler, mitteilt, veröffentliche der Verlag seit 2003 nur noch esoterische Literatur. Seit Ende 2004 wird die Zeitschrift „Hagal“ nicht mehr vom Verlag Zeitenwende herausgegeben. Die Zusammenarbeit mit der Deutsch-Europäischen Studiengesellschaft sei 2003 beendet worden, ebenso die Zusammenarbeit mit Synergon. Die Veröffentlichung des Buches „Reich Europa“ von Bernhard Schaub bezeichnet Henkler inzwischen als „Fehler“.

 

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Manuscriptum Verlagsbuchhandlung

Sitz: Berlin Dieser Verlag verlegt u. a. Alexander Gauland, Michael Klonovsky und Björn Höcke. Letzterer wird hier auch auf Einladung…

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Cato-Verlag

Der „Cato Verlag“ sitzt in Berlin. Er gibt das „CATO – Magazin für neue Sachlichkeit“ heraus, „das für den vergessenen Wert des Bewahrens“ und die Stärkung des „Eigenen und des Gefühls dafür“ eintritt. Dieses Magazin gibt sich betont bürgerlich-intellektuell, aber hinter dieser Fassade verbergen sich prominente Publizisten der Neuen Rechten. Initiator und Mitgründer dieses Magazins ist Karlheinz Weißmann, neben Götz Kubitschek der wichtigste Vordenker und Publizist der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum.

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