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Chronik Gewalt und Bedrohung durch Neonazis, Rassist_innen, Antisemit_innen – Oktober 2014

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Orte, an denen es im Oktober 2014 zu rechtsextremer Gewalt oder rechtsextremer Bedrohung kam. (Quelle: Wordle)

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Fehlende Vorfälle bitte per Mail an netz@amadeu-antonio-stiftung.de.

30.10.14, Bamberg

Gegen 23.00 Uhr kommt es in der Austraße im Bamberger Inselgebiet durch Neonazis zu einer Auseinandersetzung: als die zwei 19 und 23 Jahre alten Männer und eine 19 Jahre alte Frau auf eine Gruppe junger Studierender treffen, äußert der 23-jährige Neonazi aus dem Landkreis Forchheim (nach Polizeiangaben) zunächst „eine verfassungsfeindliche Parole“ und unterstreicht sie „gleichzeitig mit einer rechtsmotivierten Handbewegung“. Der 19-jährige Neonazi aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, zeigt ein „auf seine Haut tätowiertes, verfassungswidriges Kennzeichen bewusst öffentlich“. Dann versucht der 19-Jährige einen jungen Mann mit einem Schlag ins Gesicht anzugreifen. Eine der attackierten Personen setzt sich gegen die Neonazis mit Pfefferspray zur Wehr (www.aida-archiv.de).

30.10.14, Berlin Treptow-Köpenick

In der Alfred-Randt Straße, am Ort wo die zukünftige Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete entstehen soll, wurden die Bauzäune umgeworfen. Die rassistische Facebook-Gruppe „Nein zum Heim in Köpenick“ feierte die Sachbeschädigung als legitimen Protest der Anwohner_Innen (www.berliner-register.de/chronik/treptow-köpenick).

29.10.2014, Halle

Im halleschen Stadtteil Silberhöhe ist eine 10-Jährige von anderen Kindern auf einem Spielplatz verprügelt worden. Laut Polizei wurde das Mädchen von einem Jungen wegen ihrer Hautfarbe beschimpft. Sieben bis acht gleichaltrige Kinder kamen hinzu und gingen auf das Mädchen los. Die 10-Jährige wurde im Gesicht verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ihre Angreifer*innen konnten flüchten. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, konnte die Identität der Täter*innen bislang aber nicht klären. Erst Mitte September hatte eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen auf der Silberhöhe eine Roma bespuckt und rassistisch beschimpft. Ihr Kleinkind wurde mit einem Lineal ins Gesicht geschlagen (MDR, Hallespektrum).

27.10.14, Berlin Treptow-Köpenick

In der Nähe der Wendenschloßstraße wurde ein Ehepaar rassistisch beleidigt und geschlagen (www.berliner-register.de/chronik/treptow-köpenick).

26.10.14, Rosenheim

Am Sonntag gegen 16.30 Uhr skandiert ein Mann rassistische Parolen aus seiner Wohnung am Geigelsteinweg und schießt, wie Zeug_innen melden, dazu wahllos auf Passant_innen. Polizeibeamt_innen können bei dem 25-Jährigen die frisch abgefeuerte Waffe – eine Schreckschusswaffe – nebst Munition sicherstellen. Die Angegriffenen, darunter vier Schüler, bleiben unverletzt. Der festgenommene Täter bedroht die Polizist_Innen mehrfach mit Erschießen, skandiert weiterhin rassistische Parolen und macht laut Polizei „mehrfach von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen Gebrauch“ (www.aida-archiv.de).

24.10.2014, Hildburghausen

In der Nacht vom 24.10. auf den 25.10.2014 machten mehrere Männer mit 10 bis 15 Fahrzeugen eine rassistische Hetzjagd auf einen Kleintransporter mit rumänischen Arbeitern. Zuvor verabredeten sich diese über eine geschlossene Facebook-Gruppe, die dem bekannten Neonazi Tommy Frenck zugerechnet wird. Bei der Verfolgungsjagd kam es zu mehreren Verkehrsunfällen, wobei jedoch keiner verletzt wurde. Als die Polizei eintraf, flüchtete einer der Betroffenen in ein Polizeifahrzeug. Selbst dann habe einer der Täter den Betroffenen noch bedroht und beschimpft. Einen tätlichen Angriff konnten die Polizeibeamten verhindern. Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Nötigung. In den letzten Wochen tauchten auf mehreren Internetseiten, darunter auch auf der Facebook-Seite vom neonazistischen „Bündnis-Zukunft-Hildburghausen“ (BZH) u.a. Aufrufe auf, „verdächtige Ausländer“ zu melden oder Fotos von ihnen zu machen (www.ezra.de/chronik).

22.10.2014, Limburg

In Limburg an der Lahn wird in der Nacht vom 22. zum 23. Oktober 2014 in einer städischen Unterkunft für Obdachlose ein 55-jähriger Mann aus Ruanda getötet. Polizei und Staatsanwaltschaft sprechen von der „rassistischen Gesinnung“ der Täter. Ein 22-jähriger und zwei 43-jährige Männer kommen wegen Verdachts des Totschlags in Untersuchungshaft. Vor den tödlichen Schlägen soll das Trio mit dem späteren Opfer in Streit geraten sein. Die Männer sollen ihr Opfer in wechselnder Besetzung so lange geschlagen und getreten haben, bis der Mann aus Ruanda an seinen inneren Blutungen starb. Die Tatverdächtigen sind polizeibekannt (Rhein-Zeitung, NNP, Frankfurter Rundschau). Am 03.11.2014 wird bekannt, dass sich einer der drei Tatverdächtigen in der Untersuchungshaft das Leben genommen hat (NNP, Frankfurter Rundschau).

22.10.2014, Aue (Erzgebirgskreis, Sachsen)

Am 22. Oktober 2013 ist ein lybischer Asylsuchender im Stadtgebiet Aue durch mehrere Personen überfallen und ausgeraubt worden. Wie der 28-Jährige gegenüber der Polizei angab, haben die Täter ihn geschlagen und ihn mit einem Messer bedroht. Sie nahmen ihm schließlich seine Geldbörse sowie sein Handy ab. Der Betroffene erlitt leichte Verletzungen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen (www.raa-sachsen.de).

22.10.2014, Berlin-Mitte

In Mitte wurde am 22.10.2014 ein Mann angegriffen und verletzt. Gegen 5.15 Uhr schlug auf dem Alexanderplatz ein ihm unbekannter Mann dem Attackierten plötzlich und unvermittelt zweimal mit der Faust ins Gesicht und verletzte ihn an der Unterlippe. Außerdem beleidigte er den aus Jamaika stammenden 38-Jährigen rassistisch (Tagesspiegel).

21.10.2014, Plauen (Vogtlandkreis, Sachsen)

In der Nacht vom 21.10. 14 wurde die Fensterscheibe einer dezentralen Flüchtlingsunterbringung im Stadtteil Neundorf mit einer Flasche eingeworfen. Dem Angriff gingen rassistische Beleidigungen voraus. Die Bewohner sind erst einen Tag zuvor in die Wohnung eingezogen und nach dem Vorfall sehr besorgt um ihre Sicherheit. Sie haben Anzeige bei der Polizei gestellt, die die Ermittlungen aufgenommen hat (www.raa-sachsen.de).

19.10.14, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 19. August 2014 wurde festgestellt, dass auf dem Denkmal am Günter-Schwannecke-Spielplatz an der Metallplatte starke Schäden zu sehen sind. Mit einem spitzen Gegenstand wurden Dellen in die Gedenktafel hineingeschlagn. Günter Schwannecke war am 29. August 1992 von Neonazis auf diesem Spielplatz getötet worden. Es ist die vierte Beschädigung des Denkmals in zwei Jahren. Die letzte Beschädigung war im August festgestellt worden. Das Bezirksamt installierte deshalb im September eine neue Gedenktafel (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

19.10.2014, Regensburg

Mit der Klärung der Hintergründe zu einer Sachbeschädigung, die sich in den Morgenstunden des 19.10.2014 in der Pfarrstraße zutrug ist der derzeit das Kommissariat Staatsschutz befasst. Dies nachdem es sich bei dem Gebäude um eine Asylbewerberunterkunft handelt, in der 15 Männer und Frauen aus verschiedenen Ländern leben. Gegen 04.45 Uhr hatte ein Unbekannter einen Stein in einen der beiden Fensterflügel der Gemeinschaftsküche geworfen. Zwar gibt es keine Verlautbarungen zu der Tat seitens der Verursacher, die Tatsache an sich aber ist Grund genug das Kommissariat Staatsschutz mit den Ermittlungen zu beauftragen (TVaktuell).

19.10.2014, Regensburg

Bei einem Einbruch in einen Wohnung in der Karpatenstraße waren die Bewohner im doppelten Sinn die Leidtragenden. Nicht nur dass der oder die Täter Bargeld und Schmuck im geringen vierstelligen Wert klauten, beschädigten sie auch das Mobiliar und verschmierten Möbel und Wände mit beleidigenden Ausdrücken und Nazisymbolen (idowa.de).

19.10.14, Lappersdorf (Lkr. Regensburg)

Am Sonntagmorgen gegen 4.45 Uhr wirft ein unbekannter Täter einen Stein gegen ein Fenster der Flüchtlingsunterkunft in der Pfarrstraße. Der Stein beschädigt einen der beiden Fensterflügel der Gemeinschaftsküche des Hauses, in dem 15 Menschen leben (www.aida-archiv.de).

19.10.2014, Magdeburg

Vier Männer haben einen Magdeburger auf dem Bahnhofsvorplatz der Landeshauptstadt mit fremdenfeindlichen Parolen beleidigt und gerempelt. Eine mutige Zeugin sei eingeschritten und habe weitere Übergriffe auf den 34-Jährigen am Sonntag verhindert, teilte die Polizei in Magdeburg am Montag mit (Focus.de).

18.10.14, Wedel (Schleswig-Holstein)

Im Zuge von Unterbringungen Asylsuchender kommt es derzeit in verschiedenen Regionen Schleswig-Holsteins zu rassistischen und ausländerfeindlichen Aktionen Rechtsextremer. So wurden am Rande einer Einwohnerversammlung am 08.Oktober in Boostedt Flugblätter der NPD verteilt. In Wedel verteilten mutmaßlich Privatpersonen ein Flugblatt, in dem Flüchtlinge als „Lampedusa-Neger“ beschimpft und dem Vorwurf ausgesetzt werden, für eine „Durchseuchung mit TBC, HIV und neuerdings Ebola“ verantwortlich zu sein (www.beranet-sh.de).

18.10.2014, Dresden Innenstadt (Stadt Dresden)

In den frühen Abendstunden waren drei Männer tunesischer Herkunft am Straßburger Platz in Dresden auf den Weg zur Straßenbahn. Durch mehrere unbekannte Personen, die in einer Gruppe vor „Acki´s Bierbar“ standen, wurden sie angepöbelt und beleidigt. Die Geschädigten liefen sofort in Richtung Pirnaischer Platz, um sich dieser Situation zu entziehen. Aus der Gruppe heraus wurden sie jedoch von acht Unbekannten und einem blauen Pkw VW Polo verfolgt und mit Steinen beworfen. Eine Person kam im Gleisbett zu Fall und wurde durch zwei Angreifer mit Fußtritten traktiert (www.raa-sachsen.de).

18.10.2014, Olbernhau (Erzgebirgskreis, Sachsen)

In den frühen Morgenstunden des 18. Oktober haben Unbekannte die Flüchtlingsunterkunft in der Grünthaler Straße mit Steinen beworfen. Dabei durchschlug ein Schotterstein die Doppelglasscheibe eines Zimmers, in dem zur Tatzeit eine 49-jährige und eine 27-jährige Bewohnerin schliefen. Beide Frauen erlitten einen Schock und die ältere Dame musste ins Krankenhaus gebracht werden. Ebenso wurde das Eingangstor des Geländes beschädigt. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung sowie wegen Verdachts der Sachbeschädigung aufgenommen und geht u.a. von Fremdenfeindlichkeit als Tatmotiv aus (www.raa-sachsen.de).

17.10.14, Grevenbroich (Rheinland-Pfalz)

Mitglieder der Linksjugend [solid], die auf dem Marktplatz Grevenbroich einen Infostand zu den Themen Rechtsextremismus und Asylpolitik durchführten, wurden von einem zunächst unbekannten Mann angegriffen. Dieser drohte, mit Verstärkung wiederzukommen und die Aufklärungsaktion gewaltsam zu beenden. Die alarmierte Polizei konnte den Täter ermitteln und nahm ihn in Gewahrsam. (www.opferberatung-rheinland.de)

17.10.2014, Nordrhein-Westfalen

Der Skandal um Misshandlungen von Flüchtlingen in Nordrhein-Westfalen weitet sich aus: Landesweit gibt es bislang 48 Verfahren gegen Sicherheitsmitarbeiter und andere Bedienstete von Flüchtlingsheimen. Neben der Notunterkunft im siegerländischen Burbach sind den Angaben zufolge sechs weitere Flüchtlingsheime – Bad Berleburg, Essen, Dortmund, Hemer, Neuss und Unna-Massen – von Misshandlungsvorwürfen betroffen. Zu 80 Prozent werfen Flüchtlinge dem Personal Körperverletzungsdelikte vor. 18 der Verfahren wurden eingestellt, die anderen laufen noch (Badische ZeitungSüddeutsche Zeitung).

15.10.2014, Berlin-Köpenick

Am Abend des 15.10.2014 ereignete sich im Berliner Stadtteil Köpenick ein gewaltsamer Nazi-Übergriff auf Fans des Berliner Traditionsvereins Tennis Borussia. Etwa 40 Anhänger des Charlottenburger Sechstligisten befanden sich auf dem Heimweg mit der Tram von einer Partie gegen den Köpenicker SC, als zwei Neonazis beim Aussteigen einen Teil der Gruppe gezielt mit Pfefferspray attackierten. Zuvor skandierten die Angreifer „Sieg Heil“ (Störungsmelder).

12.10.2014, Bad Salzuflen (NRW)

In Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen) verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf ein Gebäude, in dem sich eine Moschee und mehrere Wohnungen befinden. Wie der WDR am 13. Oktober berichtete, wurde nach Erkenntnissen der Polizei nachts an der Eingangstür des Gebäudes Feuer gelegt. Als alarmierte Polizeibeamte am Ort des Geschehens eintrafen, stand die Tür bereits vollständig in Flammen. Einem Bewohner gelang es, sich durch den Hauseingang ins Freie zu retten. Weitere Personen, unter anderem mehrere Kinder, begaben sich auf ein Vordach des Hauses, weil der Fluchtweg durch das Treppenhaus wegen der starken Rauchentwicklung nicht mehr zu benutzen war (JW).

12.10.2014, Marburg

Zwei Studenten haben in Marburg um ein Einstecktuch gestritten. Einer von ihnen ist jetzt tot – erstochen. Der mutmaßliche Messerstecher sitzt in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie wirft dem 26 Jahre alten Mann, der Pharmazie-Student und Mitglied einer Burschenschaft ist, Totschlag vor. Er hatte sich selbst gestellt und den tödlichen Stich zugegeben. Der Aussage nach habe er ein Messer dabei gehabt und sei angegriffen worden, so die Staatsanwaltschaft. Von der Tatwaffe fehlt weiterhin jede Spur. Dem Obduktionsbefund zufolge starb das 20 Jahre alte Opfer am Sonntag an den Folgen eines einzelnen Stichs in die Herzgegend. Der Stich soll im Zuge eines Streits zwischen insgesamt zehn Leuten gesetzt worden sein. In einem Club seien zunächst zwei Gruppen aneinandergeraten. Dem mutmaßlichen Täter wurde dabei nach Erkenntnissen der Ermittler sein Einstecktuch abgenommen. Als sich die Gruppen außerhalb des Clubs wiedertrafen, eskalierte die Situation (FAZhr (Video)).

12.10.2014, Groß-Lüsewitz

Unbekannte haben in der Nacht zu Sonntag Brandsätze gegen die Hauswand einer Unterkunft für Flüchtlinge in Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) geworfen. Es handelte nach Angaben der Polizei sich um zwei „Molotowcocktails“ – Bierflaschen gefüllt mit einer brennbaren Flüssigkeit. Das Gebäude geriet nicht in Brand, sondern das Feuer erlosch von selbst. Personen kamen nicht zu Schaden. In dem Heim sind zurzeit acht Familien verschiedener Nationalitäten untergebracht (OstseezeitungStörungsmelderSpiegel online).

10.10.14 Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 10. Oktober 2014 wurde ein 30-jähriger Mann um 20:50 Uhr in der Sophie-Charlotten-Straße von mindestens einem Mann aus einer Gruppe heraus aus rassistischen Gründen geschlagen, gebissen und getreten. Der 30-jährige war zunächst mit einer Gruppe von fünf oder sechs Männern in einen Streit geraten. Anlass dafür war seine kurdische Herkunft sowie Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und kurdischen Aktivist*innen. Er hatte beim Eintreffen der Polizei mehrere Hämatome, Schwellungen, Platzwunden und am Kopf Bisswunden. Die Angreifer flüchteten. Die Polizei hatte ein Zeuge gerufen. Der Polizei-Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

10.10.2014, Berlin-Mitte

Ein 61-Jähriger beleidigte an einer Bushaltestelle im Berliner Bezirk Mitte einen in Gambia geborenen 64-Jährigen auf rassistische Weise. Nach einer gemeinsam im Bus zurückgelegten Strecke stiegen beide an derselben Haltestelle wieder aus. Dort beschimpfte der Jüngere den Älteren erneut mit rassistischen Sprüchen. Dieser verständigte daraufhin die Polizei. Als die Beamten eintrafen, saß der 61jährige in einem Restaurant. Auf Nachfrage der Polizisten stritt er die Vorwürfe ab (JW).

09.10.2014, Erfurt

In der Nacht vom 08.10. auf den 09.10.2014 wird der Verkäufer eines Getränkeshops von einem Mann der zuvor lautstark „Sieg Heil“ skandierte, mit einem scharfkantigem Flaschenhals angegriffen und verletzt. Während des Bezahlvorgangs seiner Getränkeflasche äußerte er lautstark „Sieg Heil“, worauf er durch den Betroffenen des Ladens verwiesen wurde. Ein verbaler Streit entbrannte, in deren Folge der Täter die erworbene Glasflasche zerschlug und Betroffenen mit dem scharfkantigen Flaschenhals attackierte und verletzte. Im Anschluss flüchtete dieser. Ein weiterer anwesender Zeuge leistete dem Geschädigten „Erste Hilfe“ und rief ihm ein Taxi mit welchem er ins Krankenhaus verbracht wurde (www.ezra.de/chronik).

08.10.2014, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

An der Joachimstaler Straße, Ecke Kantstraße in Charlottenburg wurde am 8. Oktober 2014 festgestellt, dass Stolpersteine beschmiert wurden. Es handelt sich um die Stolpersteine für Margarete und Hugo G. Cohn, die in der Joachimstaler Straße 5 lebten. Sie wurden am 9. Dezember 1942 deportiert und im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihre Stolpersteine wurden mit brauner Farben beschmiert. Das Projekt Stolpersteine ist Europas größtes Kunstwerk und erinnert dezentral an die Ermordeten des Naziregimes (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

07.10.2014, Berlin-Hellersdorf

Am Dienstagabend drangen im Berliner Ortsteil Hellersdorf 15 Rechtsextreme in den Vorraum der Begegnungsstätte „LaLoka“ ein, in dem die Initiative „Hellersdorf hilft“ regelmäßig ihr offenes Plenum abhält. Mit martialischem Auftreten und rassistischen Parolen versuchten die Neonazis die Anwesenden einzuschüchtern. Erst die Polizei konnte dem Spuk ein Ende machen (Störungsmelder).

07.10.2014, Erfurt

Am Abend gegen 18:30 Uhr werden eine Frau und ein Kind von einer Frau in der Hans-Sailer-Straße in Erfurt rassistisch beleidigt und angegriffen. Die Betroffenen waren gerade dabei Sperrmüll auf die Straße zu stellen, als die Täterin diese unter anderem mit rassistischen Parolen beschimpfte. Anschließend schlägt sie mit einem schweren Schlüsselbund (an einem Halteband) sowie mit den Händen auf beide Betroffenen ein. Nach Einschreiten des Ehemannes der 42-Jährigen verlässt die Täterin den Tatort in unbekannte Richtung (www.ezra.de/chronik).

06.10.2014, Bad Kötzting

Gemeinschaftliche Sachbeschädigung, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, sowie eine Serien von weiteren Sachbeschädigungen und Diebstählen gingen am Wochenende wohl auf das Konto von drei Jugendlichen aus Bad Kötzting. Bereits Ende vergangenen Jahres gab es einen Fall von grobem Vandalismus im Bad Kötztinger Kurpark, an dem mindestens einer der Jugendlichen auch beteiligt war. An die Eingangstüre der Mittelschule waren zwei SS-Runen sowie ein Davidstern mit dem Wort “Raus” gesprüht worden. Auch die Grundschule, die Stadtpfarrkirche und mehrere Lokale und Betriebe in Bad Kötzting wurden mit Hakenkreuzen und verschiedenen Schriftzügen versehen. Das Mofa eines Kötztingers wurde demoliert und in den Regen geworfen (TVaktuell.com).

06.10.2014, Karlsruhe

Polizeibeamte aus Karlsruhe werden beschuldigt, einen 17-Jährigen aus rassistischen Motiven schwer verletzt zu haben. Zwischen der Polizei und dem Jugendlichen mit „afrikanisch-arabischen Wurzeln“ (Polizei) soll es am Samstagabend zu einer Auseinandersetzung gekommen sein: Die Beamten waren zu einer Straßenbahnhaltestelle im Stadtteil Knielingen gerufen worden, weil diese demoliert werde. Bei der Kontrolle der insgesamt drei Verdächtigen sollen die Jugendlichen Widerstand geleistet und die Beamten beleidigt haben. Der 17-Jährige wurde in Gewahrsam genommen, sein 18 Jahre alter Begleiter kam mit einer Handverletzung ins Krankenhaus. Weil der 17-Jährige sich bei der Kontrolle vehement wehrte, erstattete die Polizei ihrerseits Anzeige gegen ihn. «Wir prüfen den Vorfall in beide Richtungen», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Hinsichtlich der Rassismus-Vorwürfe gegen die Beamten betonte ein Polizeisprecher: «Wenn an den Vorwürfen etwas dran ist, sind wir an lückenloser Aufklärung interessiert.» Dem 17-Jährigen wurde das Nasenbein gebrochen (Welt online).

06.10.2014, Berlin-Lichtenberg

Die imposante Glaubenskirche im Bezirk Lichtenberg, vor hundert Jahren als evangelische Kirche errichtet, ist heute die einzige koptische Kirche Berlins. 1998 von der Koptischen Gemeinde übernommen, wird sie zum Bischofssitz für die ägyptischen Christen ausgebaut. Unbekannte haben hier Samstag früh ein Feuer gelegt. „In unserer Heimat sind wir gewohnt, dass unsere Kirchen angesteckt werden“, sagte der Koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian. Damian. „Ich hätte nie im Leben in einem Rechtsstaat wie Deutschland mit so etwas gerechnet“. Das sei eine „neue Qualität von Gewalt“. Ein 27 Jahre alter Flüchtling, der als Messdiener in der Kirche helfe und dort geschlafen habe, sei zum Glück unverletzt geblieben. Die Täter hatten nach den bisherigen Ermittlungen am Samstag gegen sechs Uhr früh neben der Seitentür der Kirche eine Mülltonne angezündet. Eine Passantin bemerkte das Feuer und rief die Feuerwehr. Da hatten die Flammen bereits auf die massive Holztür der Kirche übergegriffen. Die Feuerwehr löschte den Brand, bevor das Feuer weitere Teile des Gotteshauses zerstören konnte (taz). 

06.10.2014, Halle

Ein 36 Jahre alter Mann aus Nigeria ist in Halle beleidigt und bedroht worden. Nach Angaben der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd beschimpfte ihn am Samstag ein unbekannter Mann aus einer Menschengruppe heraus mit fremdenfeindlichen Parolen und drohte ihm Schläge an (Welt online).

06.10.2014, Ingolstadt

Die Ingolstädter Polizei beschäftigen rassistische Schmierereien. Unbekannte haben einen Schriftzug auf die Zufahrt zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in Oberstimm gesprüht. Der gelbe Schriftzug „You are not welcome“ soll auf der Straße zu lesen gewesen sein. Mehrere Ingolstädter Stadträte waren auf diese Tat aufmerksam geworden und informierten die Polizei. Die Beamten waren am Sonntagabend auf dem Weg nach Oberstimm in die Immelmannstraße, um sich selbst ein Bild zu machen (Donaukurier).

05.10.14, Oberstimm (Lkr. Pfaffenhofen an der Ilm, Bayern)

Auf die Zufahrt zur geplanten Flüchtlingsunterkunft in der Max-Immelmann-Kaserne sprühen Unbekannte mit gelber Farbe die rassistische Parole „YOU ARE NOT WELCOME“. Gegen die Unterbringung von Asylsuchenden in der bundeseigenen Immobilie haben in den letzten Tagen Neonazis, aber auch Lokalpolitiker Stellung bezogen: Am 4. Oktober 2014 veröffentlicht die „Freies Netz Süd“-Nachfolgeorganisation „Der dritte Weg“ über Oberstimm einen rassistischen Hetzartikel auf ihrer Website („Zustrom von kulturfremden Asylanten“,  „Asylantenüberflutung“ etc.) und berichtet von einer angeblichen Flugblattverteilung in Manching am 24. September 2014 (www.aida-archiv.de).

05.10.14, Schweinfurt

Neonazis beschmieren die Tafeln am Gedenkort für die ehemaligen Zwangsarbeiter_innen. Unter anderem sprühen sie rechte Parolen und das Wort „Lüge“ auf die Tafeln am Lagerweg. Außerdem bringen sie das Kürzel „FNS“ (das für den verbotenen, neonazistischen Kameradschaftsverband „Freies Netz Süd“ steht) an und verkleben Aufkleber, die sich gegen Asylsuchende richten. Mindestens einer der Aufkleber stammt von der FNS-Nachfolgeorganisation „Der III. Weg“ (www.aida-archiv.de).

05.10.2014, Stadthagen, Delmenhorst

Vergangenes Wochenende fand bundesweit in rund 1.000 islamischen Gotteshäusern der „Tag der offenen Moschee“ statt. Dabei sollte nicht-muslimischen Besuchern die Religion näher gebracht werden. Schon im Vorfeld kam es in Niedersachsen zu Straftaten gegen zwei islamische Gemeinden: In Stadthagen wurde auf dem Gelände der Türkisch Islamischen Gemeinde, auf dem sich die Aksa-Camii-Moschee befindet, in der Nacht auf Freitag der Kopf einer Schaufensterpuppe abgestellt. Sie trug laut Angaben der Polizei ein schwarzes Kopftuch und war mit roter Farbe beschmiert. Die Täter drapierten rot beschmierte Steine davor, die offenbar eine Steinwurf-Attacke symbolisieren sollten. Unter der Puppe stand „Das ist der Islam“. In Delmenhorst wurde in der Nacht auf von Freitag auf Samstag ein Wildschweinkopf vor einen Gebäudekomplex gelegt, in dem sich unter anderem Räume der Mevlana Moschee befinden. Schweine gelten im muslimischen Glauben als unrein. Die oldenburgische Kirche verurteilte diesen Anschlag als „nicht hinnehmbare, verabscheuungswürdige Provokation“. In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz, der für politisch motivierte Taten zuständig ist gegen unbekannte Täter (taz).

03.10.2014, Hamm

Am Tag der Deutschen Einheit organisierte die Partei “Die Rechte” im westfälischen Hamm einen Aufmarsch, der von einer Gegendemonstration und Sitzblockaden begleitet wurde. Anschließend sollen Teilnehmer, die der Neonazi- und Hooliganszene zuzuordnen sind, ein Camp sudanesischer Flüchtlinge auf dem Weißekreuzplatz angegriffen haben, zum Glück kam es aber dank des Eingreifens der Polizei nicht zu größeren Zwischenfällen. Laut Polizei handelte es sich bei der Randale um eine Auseinandersetzung zwischen gewaltbereiten Ultras von Hannover 96 und Anhängern anderer Vereine. Am Freitagabend rückten die Beamten zum Weißekreuzplatz aus, nachdem mehrere Anrufer von „körperlichen Auseinandersetzungen im Bereich Weißekreuzplatz/Lister Meile“ berichtet hatten. Als die Polizisten dort ankamen, flüchteten die Täter. Ein Sprecher der sudanesischen Flüchtlinge sprach am Sonntag indes von einem „versuchten Angriff auf unser Lager“. Schon am frühen Abend seien immer wieder verdächtige Personen am Weißekreuzplatz aufgetaucht, um die dortige Situation auszuspähen. Die ?Sudanesen mobilisierten daraufhin ihre Unterstützer, von denen viele der autonomen linken Szene angehören. „Als sie zu uns kommen wollten, wurden sie von den Randalierern abgepasst und angegriffen“, sagte der Sprecher. „Die wollten das Camp angreifen.“ (Hannoversche Allgemeine Zeitungfanzeit.de)

03.10.14, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 3. Oktober 2014 fand von 14 Uhr bis 16 Uhr die Kundgebung „Tag der Patrioten“ auf dem Breitscheidplatz in Charltotenburg statt. Sie wurde von der Berliner Division der antimuslimisch-rassistischen German Defence League, Division Berlin organisiert. Sie richtete sich gegen den Islam, Kommunismus und Nazis. Schwerpunkt dabei war ein kulturalistischer Rassismus, der sich gegen eine vermeintliche „Muslimifizierung“ der Gesellschaft richtete. Außerdem war die DDR-Vergangenheit ein mehrfach genanntes Thema. Einer der vier Redner_innen war der neurechte Publizist Manfred Kleine-Hartlage. Es waren einzelne Teilnehmer der Finnish Defence League und der Dutch Defence League vor Ort. Ansonsten waren die Teilnehmenden überwiegend aus Ortsdivisionen der German Defence League, unter anderem aus Berlin und Erfurt. An der Kundgebung nahmen zahlreiche Personen mit Klamotten der bei Neonazis beliebten Kleidungsmarke „Thor Steinar“ teil. Unter den Teilnehmenden waren etwa 30 Personen aus der rechten Hooliganszene, sie verließen die Kundgebung vorzeitig. Außerdem hörte am Rande der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke zu. Er ging jedoch, als sich eine Rednerin gegen eine NPD-Regierungsbeteiligung aussprach, zu einer Kundgebung vor dem Reichstag, die zum Sturz der Regierung aufrief. Die 30 Hooligans saßen im Anschluss am Kurfürstendamm im „Alt-Berliner Biersalon“. Gegen 16.45 Uhr verfolgten sie eine Einzelperson durch die Passage am Neuen Kranzler Eck, den Lotte-Lenya-Bogen und über die Kantstraße bis zum „Hit“-Supermarkt am Zoologischen Garten, in den sich die verfolgte Person zurückzog. Dabei skandierte sie „Hahohe, Nazihooligaaans“ und „Hass, Hass, Hooligans“ (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

03.10.14, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 3. Oktober 2014 hing im Olympiastadion in Westend ein homosexuellenfeindliches Transparent. Fans im Block des VfB Stuttgart hatten es aufgehangen, es war gegen die gegnerische Mannschaft von Hertha BSC Berlin gerichtet. Darauf waren zwei sich küssende und Händchen haltende Männer mit erigierten Penissen und heruntergelassenen Hosen zu sehen. Aus ihren Mündern sprühte Speichel. Sie trugen eng anliegende Hemden. Einer der beiden war stark behaart, während der andere glatte Haut hatte. Daneben stand der Schriftzug: „Hertha und der KSC.“ Zwischen den Fans von Hertha BSC Berlin und dem Karlsruher Sport-Club (KSC) besteht eine langjährige Fanfreundschaft. Die Darstellung des Kleidungsstils der beiden Männer war stereotypisiert. Die Darstellung des Kusses und der Erektionen sind abwertend, weil sie als abstoßend (tropfende Speichel), triebhaft und gierig nach sexueller Befriedigung (heruntergelassene Hosen, Erektion, Zungenkuss und öffentlicher Raum) gezeigt werden. In der Verbindung mit dem Text wird die Fanfreundschaft zwischen Hertha BSC und dem KSC als schwul markiert und soll so abgewertet werden, wobei das Wort „schwul“ pejorativ verwendet wird und so ebenfalls eine negative Konnotation erhält. Auch wenn das Transparent über dem G-Block hing und damit für den unteren Teil der Gastfans sichtbar war, wurde das Banner toleriert (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

03.10.14, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 3. Oktober 2014 wurde um 6 Uhr früh das Wohnhaus des Parteivorsitzenden der Linken Charlottenburg-Wilmersdorf mit Pflastersteinen beworfen. Dabei ging eine doppelte Scheibe seiner Wohnung zu Bruch. Niemand wurde verletzt (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

03.10.14, Bonn

Am Freitagabend wurde das Musikcafé Limes von Mitgliedern des Fanclubs „Bande Bonn Ultras“ und Neonazis angegriffen. Die Angreifer warfen laut Zeug_innen mit Barhockern und schlugen einen Gast nieder. Später sollen sie Gäste in einer weiteren Kneipe bedroht haben (Opferberatung-Rheinland.de).

02.10.14, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Am 2. Oktober 2014 um 18.30 fand ein Treffen der verschwörungstheoretischen Gruppe Blauer Himmel Berlin statt. Die Gruppe verbreitet die rechte Reichsbürger-Ideologie und antisemitische Verschwörungstheorien. Das Treffen am 2. Oktober handelte von esoterischen Präventionsmaßnahmen gegen vermeintliche Giftausstreuungen mittels Flugzeugabgase. Hierzu wurden Zitronenextrakt, Ingwer und Vulkanstein empfohlen. Am Treffen nahmen 11 Personen teil. Es fand in der „Osteria da Gina“ in der Droysenstraße statt (www.berliner-register.de/chronik/charlottenburg-wilmersdorf).

01.10.14, Kiel

Am Dienstag den 30.09. ist die Landesgeschäftsstelle des Verbandes Deutscher Sinti und Roma e.V. in Kiel angegriffen worden. Nach Angaben der Geschädigten drangen um 13.00 Uhr drei schwarz gekleidete und mit Knüppeln bewaffnete Männer in das Büro ein und zerschlugen Computer und andere Büroeinrichtung. Der anwesende Landesvorsitzende Matthäus Weiß blieb unverletzt. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt. (www.beranet-sh.de)

01.10.14, Berlin Mitte

Gemeinschädliche Sachbeschädigung an einem jüdischen Mahnmal in Moabit. Passanten hatten gelbe Schmierereien an der Gedenktafel in der Levetzowstraße entdeckt und die Polizei alarmiert (www.berliner-register.de/chronik/mitte).

01.10.2014, Plauen (Vogtlandkreis, Sachsen)

Auf dem Weg in die Flüchtlingsunterkunft in die Kasernenstraße wurde ein Bewohner von einem Unbekannten mit einer Flasche angegriffen. Nach dem Angriff flüchtete der Betroffene sich zu einer Bekannten, von dort wurde die Polizei informiert, die ihn anschließend zur Versorgung ins Krankenhaus brachte. Ebenfalls im Umfeld der Kasernenstraße wurde ein Bewohner am 01. Oktober von 3-4 Männern mit einer Flasche am Hals und am Brustkorb verletzt und musste in der Helios Klinik behandelt werden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen (www.raa-sachsen.de).

01.10.2014, Burbach

Wie die BILD-Zeitung in ihrer gestrigen Printausgabe berichtete, hat ein Security-Mitarbeiter des Flüchtlingsheims in Burbach über übliche Praktiken dort berichtet. So nutzen die sechs Mitarbeiter regelmäßig Handschellen, die eigentlich verboten sind, oder sperrten Menschen bis zu 8 Stunden lang in einen „Problemraum“ ein, wenn sie „Ärger“ machten. Zum Teil durften die dort eingesperrten Flüchtlinge nicht einmal die Toiletten benutzen, mussten aus dem Fenster urinieren. Einige Kollegen nannten sich „SS-Trupps“, zogen über die Flure, um Flüchtlinge bei Verstößen gegen das Rauch- und Trinkverbot zu erwischen und dann hart zu bestrafen. Und das war mehr als fragwürdiger Humor: Mehrere Kollegen hätten einen „deutlich erkennbaren rechten Hintergrund“ gehabt. Auch die hygienischen Verhältnisse im Heim und die Versorgung psychisch kranker Bewohner seien katastrophal gewesen. Die beiden Wachmänner vom Folter-Foto sind inzwischen identifiziert als der 30-jährige Markus H. und der 26-jährige Markus K.. Letzterer hat nach BILD-Angaben „Hass“ auf seinen Hals tätowiert. Ein Wachmann – der, der mit dem Fuß auf dem Hals des Flüchtlings posiert – hat laut „Spiegel online“ den Nazi-Spruch „Ruhm und Ehre“ auf den Unterarm tätowiert. Mit dem, Markus H., sprach heute die BILD und hält fest: „Auf dem linken Unterarm des Wachmannes ist die Nazi-Parole „Ruhm und Ehre“ tätowiert. Es wirft kein gutes Licht auf ihn. Markus H. sagt darüber: „Ich bin kein Rassist. Schon gar kein Nazi, ich höre Helene Fischer! Das Tattoo war ein Fehler. Ich war lange Türsteher, da kam mir die Idee. Ich will es jetzt wegmachen lassen.“ Er glaubt zudem, das Misshandeln des Flüchtlings und das Festhalten per Foto sei eine „dumme Idee“ gewesen. SPIEGEL ONLINE spricht dafür mit Wachmann Dieter P. (das ist der, der den Flüchtling im Video bedroht). Der zeichnet das generelle Bild einer schaurigen Anstalt, in der über lange Zeit – unbemerkt oder ignoriert von den Behörden – skandalöse Zustände geherrscht hätten. Einige seiner Kollegen machten sich demnach einen Spaß daraus, Flüchtlinge zu schikanieren. Zeitweise hätten sich die Männer, deren Rädelsführer der besagte Wachmann R. gewesen sei, in einer WhatsApp-Gruppe gegenseitig Bilder erniedrigter Menschen zugeschickt. „Das war widerlich“, sagt P. Die Welt berichtet aus Burbach, dass es dort zu massiven Anfeindungen und auch Angriffen von Bewohnern des Flüchtlingsheims auf eine koptische christliche Familie aus Ägypten kam. Vor drei Wochen gingen 50 islamistische Angreifer auf die Familie los, so dass die sechs Wachleute des Flüchtlingsheims die Christen nicht mehr schützen konnte. Sie wurden zu einem befreundeten koptischen Christen nach Siegen gebracht.

Angelegt am 01.10.2014

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