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Fechner, Carmen Birgit

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Von 1981 bis 1983 absolvierte Birgit Fechner eine Lehre als Fotolaborantin, in dessen Anschluss sie bis 1986 an der FH Magdeburg „Technologie der anorganischen und organischen Chemie“ studierte. Danach arbeitete von 1986 bis 1993 in der Filmfabrik Wolfen. In der Folgezeit ließ sie sich als unter anderem zu Vertriebsingenieurin weiterbilden, wurde jedoch 1997 arbeitslos. 1998 nahm sie an einer weiteren Fortbildung teil und trat der „Deutschen Volksunion“ (DVU) bei.

Parteiarbeit
Für die Partei saß Birgit Fechner zwei Legislaturperioden von 1999 bis 2009 im Brandenburgischen Landtag. Sie kandidierte auch bei der Europawahl im Juni 2009 für die DVU, bei der die Partei lediglich eine Zustimmung von 0,4% erfuhr. Im September 2009 wurde die DVU mit 1,2% der Stimmen nicht mehr in den Brandenburgischen Landtag gewählt. Nachdem der „Deutschlandpakt“, ein Abkommen zur Aufteilung von Bundesländern bei Landtagswahlen unter den rechtsextremen Parteien DVU und NPD, aufgekündigt worden war, konkurrierten beide Parteien um Wählerstimmen. Sie konnten zusammen nicht einmal den DVU-Stimmenanteil der letzten Wahl auf sich vereinen und scheiterten an der Fünfprozenthürde.

Zwischen September 2009 und 2011 zog Fechner von Brandenburg zurück nach Sachsen-Anhalt. Dort trat sie im März 2011 im Wahlkreis 29 in Bitterfeld für die NPD an und erzielte 4,9% der gültigen Erststimmen. Insgesamt verfehlte die NPD mit 4,6% den Einzug in den Landtag. Das Ergebnis ist jedoch bemerkenswert, da zuvor in dem Bundesland auf Grund des „Deutschlandpaktes“ ausschließlich die DVU angetreten war.

Auf dem Parteitag der NPD im November 2011 in Neuruppin wurde Birgit Fechner im ersten Wahlgang als Beisitzerin des Parteivorstandes gewählt. Zur sozialpolitischen Sprecherin der Partei ernannte sie der Vorstand Ende November 2011 in Berlin.

Aktivitäten
Im März 2001 war Birgit Fechner an dem Versuch der DVU beteiligt, eine Wanderausstellung mit dem Titel „Neofaschismus in der Bundesrepublik Deutschland“ in der Erich-Weinert-Schule ihrer Geburtsstadt Wolfen zu verhindern. Auf den von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA) mit der IG Metall erstellen Tafeln sah sie die DVU als rechtsgerichtete Organisation diffamiert. Um sich und dem Vater eines Schülers, ihrem derzeitigen Lebensgefährten Andreas Klar, Zugang zur Ausstellung in der Schule in Sachsen-Anhalt zu verschaffen, nutzte ihren Status als brandenburgische Landtagsabgeordnete.

Die positiven Orientierungspunkte ihres politischen Handelns stellte Birgit Fechner in einer Landtagsdebatte vom 12. September 2007 über das Rauchverbot klar. So sah sie nicht nur im Preußen von 1865 eine vorbildliche Politik verwirklicht, „auch die Genossen der NSDAP besaßen ein hohes Maß an Gesundheitsbewusstsein.“ Darüber hinaus bezog sie sich, wie Eva Herrman, positiv auf die Familienpolitik der Nazis.

| Birgit Fechners geschichtsrevisionistische Rede im Brandenburger Landtag am 12. September 2007, S. 3844f.

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