Skip to content

Geheime Rede des Rabbiners

Ein Kolportageroman dient der Verschwörungstheorie der Revisionisten.

 

Revisionisten behaupten:
„Aus dem Text der geheimen ‚Rede des Rabbiners‘ geht eindeutig hervor, dass die Juden durch verschwörerisches Wirken die ganze Welt beherrschen wollen.“

Historische Wahrheit:
Bei der so genannten „Rede des Rabbiners“ handelt es sich um eine umschriebene Episode aus einem Kolportageroman des 19. Jahrhunderts. Einer der zeitgeschichtlichen Sensationsromane des Schriftstellers Hermann Goedsche, das 1868 erstmals unter dem Pseudonym „John Retcliffe“ erschienene Buch „Biarritz“, enthielt ein Kapitel mit dem Titel „Auf dem Judenfriedhof in Prag“. Darin wird eine geheime nächtliche Versammlung geschildert, in deren Verlauf sich zwei versteckten Beobachtern die Existenz eines jahrhundertelang existierenden teuflischen jüdischen Komplotts offenbart. Antisemiten in zahlreichen Ländern verbreiteten dieses Kapitel als Broschüre oder Flugschrift. Zunächst stellte man es noch als ein Stück Literatur dar, das auf wirklichen Ereignissen beruhe. Später fassten antisemitische Autoren die darin enthaltenen angeblichen Reden verschiedener Vertreter jüdischer Stämme zu der Rede eines „Großrabbiners“ zusammen und gaben das Ganze als authentisches Dokument aus. Tatsächlich handelte es sich aber nur um eine literarische Erfindung.

Dieser Text wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von extremismus.com

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Read more

446037379

Bilanz Soforthilfefonds unterstützte 387 Betroffene von Hassgewalt

Über 420 Anfragen erreichten „Berlin gegen Hassgewalt“ 2023, 387 Anträge wurden bewilligt und 310.279,40 Euro an Betroffene weitergegeben.

Von
11Netanjahu in Berlin

Kommentar „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ – Antisemitismusoffen bleiben

Weite Teile des deutschen Kulturbetriebs zeigen sich mit der „Initiative GG 5.3. Weltoffenheit“ vor allem antisemitismusoffen. Sie kämpfen dafür, dass das auch so bleiben kann. Ein Kommentar.

Von
Lebsnrune

Symbole und Erkennungszeichen Die Lebensrune / Man-Rune

Die Lebensrune (Man-Rune) hat den Lautwert z. Zu Beginn der völkischen Bewegung wird die Rune als Lebensrune gedeutet und ihr umgedrehtes Pendant als Todesrune. Unter dem NS-Regime wurde die Lebensrune als Lebensborn-Zeichen verwendet. Der Lebensborn war in der NS-Zeit ein von der SS getragener, staatlich geförderter Verein, dessen Ziel es war, auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenhygiene und Gesundheitsideologie die Erhöhung der Geburtenziffer „arischer“ Kinder herbeizuführen.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.