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Monatsüberblick Antisemitismus – Oktober 2017

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Rechte Hooligans verbreiten antisemitische Bilder mit dem Gesicht von Anne Frank. (Quelle: Flickr / Carolyn Hall Young / CC BY-NC-ND 2.0)

 

 

Deutsche Hooligans kopieren antisemitische Lazio-Idioten

Es war Hetze der übelsten Sorte: Rechtsextreme Fans von Lazio Rom klebten im Stadion Aufkleber mit antisemitischen Botschaften. Unter anderem war Anne Frank im Trikot des Stadtrivalen AS Rom zu sehen. Jetzt ahmten deutsche Hooligans laut dem Blog „Ruhrbarone“ die geschmacklose Aktion nach – und zeigten Anne Frank im Schalke-Trikot! BildNeues Deutschland

 

Verunglimpfende Anne-Frank-Sticker auch in Leipzig

BSG Chemie Aufkleber in Umlauf gebracht, auf denen Anne Frank im Fußball-Trikot mit dem BSG-Logo und die Aufschrift „JDN CHM“ (Juden Chemie) zu sehen ist. Ähnliche Bilder wurden vor Kurzem schon in Düsseldorf gefunden. Dort waren Sticker mit Anne Frank im Trikot des FC Schalke 04 zu sehen. Deutschland Funk 

 

Antisemitismus: Quer durch die Ligen

Etwa vier rassistische Vorfälle pro Monat zählt Alon Meyer bei Spielen des jüdischen Sportverbandes Makkabi in Deutschland. Mittelbayerische

 

Tatort ist in jedem zweiten Fall das Internet

Ein MDR-Fernsehteam hat in der vergangenen Woche am jüdischen Mahnmal in der Leipziger Gottschedstraße gedreht, zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Leipzigs, Rolf Isaacsohn. Dabei kam es zu einem Eklat: Nach dem Interview mit dem Holocaust-Überlebenden beschimpften und beleidigten zwei Männer Isaacsohn und das MDR-Team, einer zeigte den Hitlergruß. Antisemitische Vorfälle gibt es in Sachsen immer wieder. MDR

 

Judenhass auf Facebook? Die „Tagesschau“ versagt

Auf der Facebook-Seite der „Tagesschau“ hetzten Antisemiten unter einem Beitrag zu Israel gegen den jüdischen Staat. Selbst nach Beschwerden passierte lange: nichts. Eine Beleidigung der Bürger, die ihre „Demokratieabgabe“ zahlen. Welt

 

Antisemitismus im Wahlkampf: Schmierereien und hetzende Kleinstparteien

Beschmierte Plakate, Holocaust-Relativierung und Geschichtsrevisionismus: Die Berliner Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) hat drei Dutzend antisemitische Vorfälle im Wahlkampf gezählt. Tagesspiegel

 

Wirbel um antisemitische Äußerung

Der Chef des Linken-Stadtverbands Saarlouis hat mit einem judenfeindlichen Facebook-Post für Aufruhr gesorgt. Er beteuert, es sei ein Versehen gewesen. Saarbrücker Zeitung

 

Saar-Linke will Lokalpolitiker ausschließen

Nach judenfeindlichem Facebook-Post von Mekan Kolasinac distanziert sich der Landesvorstand. Jüdische Allgemeine

 

Streit um Beauftragten für antisemitische Vorfälle

Die CDU hat sich in den aktuellen Haushaltsberatungen für einen Antisemitismusbeauftragen starkgemacht. Sie forderte den Senat auf, einen solchen Beauftragten als zentralen Ansprechpartner für antisemitische Vorfälle zu installieren. Er solle einerseits Anlaufstelle für Opfer antisemitischer Diskriminierungen sein, alle Informationen zu entsprechenden Vorfällen sammeln sowie Präventionsarbeit leisten. Antisemitismus sei Teil der Alltagserfahrung vieler Menschen in Berlin, heißt es zur Begründung. Der Kampf dagegen sei „die Aufgabe aller staatlichen Organisationen unserer Stadt“, sagte dazu die Unionsabgeordnete Cornelia Seibeld. Auf vielen Schulhöfen und Straßen gelte die Bezeichnung Jude als Beleidigung.

Die rot-rot-grüne Koalition hat den CDU-Vorstoß allerdings abgelehnt. Nicht, weil sie den Kampf gegen Antisemitismus für überflüssig hält, wie sie betont. „Wir sind nicht prinzipiell gegen einen Antisemitismusbeauftragten, aber es ist nicht sinnvoll, Doppelstrukturen zu schaffen“, sagte die Grünen-Abgeordnete Bettina Jarasch der Berliner Morgenpost. Berliner Morgenpost

 

IMMER MEHR JUDEN HABEN ANGST VOR HASS-ATTACKEN

Immer wieder werden Juden in Berlin Opfer von antisemitischen Beleidigungen und Angriffen. Die Jüdische Gemeinde erhofft sich auch von den Muslimen Klartext. tag 24

 

Koalition: Kurz fordert Haltung gegen Antisemitismus

ÖVP-Chef Sebastian Kurz fordert von künftigen Koalitionspartnern der ÖVP ein klares Engagement gegen Antisemitismus. Dies erklärte der Außenminister in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung „Israel Hayom“. Von seiner Partei dürfte Kurz am Dienstag bei einer Vorstandssitzung freie Hand für die kommenden Regierungsgespräche bekommen. Kurier

 

Lehrer lernen Umgang mit radikalen Haltungen

Antisemitische Sprüche oder Beschimpfungen haben offenbar an vielen Schulen zugenommen. Oft gingen sie von muslimischen Schülern aus, klagt der Zentralrat der Juden. Und viele Lehrer stehen diesem Problem offenbar etwas hilflos gegenüber. Ein Fortbildungsprogramm soll helfen. Deutschlandfunk

 

Was können Schulen gegen Antisemitismus tun?

„Jude“ ist als Schimpfwort weit verbreitet. Eine Fachtagung in Prenzlauer Berg geht der Frage nach, wie Lehrer gegen Feindseligkeiten vorgehen können. Tagesspiegel

 

Antisemitismus und  Rassismus als Querschnittsthemen der Jugendarbeit  verankern!

„Und was machen wir nun?“ Eine Frage, die sich nach den Bundestagswahlen all die Menschen in der Bundesrepublik stellen, die vorbehaltlos fu?r eine pluralistische Zivilgesellschaft eintreten und sich gegen Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus engagieren. Was ist mit den Themen Gleichwertigkeit unabha?ngig von Herkunft, Aufenthaltsstatus, Glaube und Geschlecht, was ist mit  der Forderung einer uneingeschra?nkten gesellschaftlichen Teilhabe fu?r alle – wird all dies nun unter den Teppich gekehrt? Eine Sorge, die dieser Tage besonders Jugendliche und junge Menschen bescha?ftigt. Denn, schließlich ist es ihre Zukunft, die von den politischen Entscheidungen der Gegenwart mitgestaltet wird. Belltower.News

 

DITIB: Genug ist genug

In Mannheim hat jüngst die erste jüdische Gemeinde in Deutschland ihren Kontakt zur DITIB abgebrochen. Ein Beispiel für alle? Gründe gäbe es eigentlich genug. Der größte islamische Dachverband in Deutschland mit rund 900 Moscheegemeinden ist in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen. Im hessischen Melsungen veröffentlichte die verbandseigene Moschee einen Auszug aus dem Koran voller antisemitischer Vorurteile. Jüdische Allgemeine

 

Antisemitismus-Vorwurf in Frankfurt

Die Saalbau Betriebsgesellschaft hat den Mietvertrag für eine Lesung des deutsch-israelischen Publizisten Abraham Melzer storniert. Der 72-Jährige hatte kommende Woche sein Buch „Die Antisemitenmacher“ im Bürgerhaus Gallus vorstellen wollen. „Nach eingehender Recherche über die Inhalte der Buchvorstellung kann die Veranstaltung am 13. Oktober im Saalbau Gallus nicht stattfinden“, teilte die Tochtergesellschaft der ABG Frankfurt Holding Melzer nun in einem kurzen Schreiben mit, das der FR vorliegt.

Die Saalbau bezieht sich dabei auf den vergangene Woche im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtparlaments gefällten Beschluss, „Antisemitismus keinen Raum geben“ und im Speziellen der Israel-Boykott-Bewegung „BDS“ keine Räume mehr vermieten zu wollen. ABG-Geschäftsführer Frank Junker sagte der FR, die Absage sei auf diese Beschlussfassung der Stadt zurückzuführen. „Wir wollen nicht, dass Räume der Stadt von Personen genutzt werden, die antisemitische Gruppierungen unterstützen.“ Melzer, der die Lesung nicht im Namen der BDS angemeldet hatte, habe durch sein Auftreten im Ausschuss verdeutlicht, dass er bei der Buchvorstellung Positionen der BDS unterstützen werde, so Junker. FR

 

Der Antisemit Martin Luther

Antijudaismus und Antisemitismus gelten als eine irrationale Abweichung vom westlichen Denken, das auf Freiheit, Toleranz und Fortschritt ausgerichtet ist. Eine beruhigende Erklärung, macht sie doch glauben, der Judenhass sei eine Randerscheinung der abendländischen Geschichte gewesen. Das Gegenteil, und dieses Eingeständnis fällt noch nach Auschwitz vielen schwer, ist der Fall: Judenfeindschaft gehörte von der Antike an zum Kern des abendländischen Denkens und Weltbilds, hatte eine geradezu konstitutive Funktion. Selbst viele der großen Aufklärer waren wütende Judenhasser. Der längste Eintrag in der von Voltaire (1694-1788) und anderen französischen Aufklärern herausgegebenen „Encyclopédie“ versammelt die dümmsten und schlimmsten antisemitischen Klischees im damaligen Europa. Und der große deutsche Philosoph Immanuel Kant wünschte den Juden einen schönen Tod. Süddeutsche

 

Der „gebildete“ Antisemitismus als Herausforderung

Er ist eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft: Die Strategien und Erscheinungsformen des „gebildeten“ Antisemitismus sind sehr diffizil. Unaufhörlich passe er sich dem Zeitgeist an, konstatierte vor Jahren der Historiker Robert Wistrich. Deutschlandfunk Kultur 

 

„Nicht das Problem einer bestimmten Gruppe“

Antisemitismus in Deutschland wird häufig vor allem als Problem der muslimischen Minderheit gesehen. Marina Chernivsky vom Kompetenzzentrum Prävention und Empowerment widerspricht: „Antisemitismus zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen.“ Deutschlandfunk Kultur 

 

Titelbild: Flickr / Carolyn Hall Young / CC BY-NC-ND 2.0

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