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Monatsüberblick Februar 2017 Islamfeindlichkeit

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(Quelle: Flickr.com / Creative Commons CC by-ND 2.0 / Misha Voloaca / NGN)

 

Zusammengestellt von Simon Raulf

 

Attentäter von Quebec: Jung, weiß, wütend

Zwei Tage nach dem Massaker in einer Moschee in Québec ist die Facebook-Seite des mutmaßlichen Schützen bereits offline. Ein Screenshot kursiert im Internet, er zeigt, welche Seiten dem 27-Jährigen zuletzt gefielen: Darunter US-Präsident Donald Trump, Front-National-Chefin Marine Le Pen, eine feministische Uni-Gruppe und die „Génération Nationale“. Alexandre B. kommt laut den Ermittlern aus einem Vorort von Québec und studiert an der Universität Laval Politikwissenschaften. (Spiegel)

 

25 Angriffe auf Moscheen im letzten Quartal 2016

Im vierten Quartal des vergangenen Jahres hat die Bundesregierung 25 politisch motivierte Angriffe auf islamische Einrichtungen oder Moscheen registriert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der Bundestag am Montag veröffentlichte. Darunter fielen Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Beleidigungen bis hin zu Brandstiftung. Die Mehrheit waren demnach politisch rechts motivierte Straftaten. (islamiq)

 

Bericht: Zahl der Angriffe auf Moscheen steigt 2016 auf Rekordwert

In Deutschland sind noch nie so viele Angriffe auf Moscheen verübt worden wie im vergangenen Jahr: Insgesamt gab es 91 Straftaten. Dies ergibt sich aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Monika Lazar. Für das Jahr 2015 hatte das BKA 75 Straftaten „mit dem Angriffsziel Religionsstätte/Moschee“ aufgelistet. Nordrhein-Westfalen (21 Fälle) und Niedersachsen (15 Fälle) seien 2016 am häufigsten betroffen gewesen. (Hasepost)

 

Moschee in Augsburg mit politischem Schriftzug beschmiert

Mitte Februar haben unbekannte Täter_innen die Außenfassade einer sich im Bau befindlichen Moschee in Augsburg mit dem Schriftzug „Wer baut Kirchen in der Türkei – Deutsche wacht auf“ beschmiert. Die Eröffnung der Moschee ist für März geplant. Laut Medienberichten habe der Augsburger Student Raziq Ahmad Tariq den Schriftzug an der Wand bemerkt. „Es hat mich stark getroffen. Ich finde, es ist nicht nur ein Angriff auf die Muslime und die Moschee, sondern auf unsere demokratische Kultur und unser gesellschaftliches Zusammenleben in Augsburg“ (islamiq)

 

Wuppertaler Moschee mit Parole beschmiert

Die Merkez-Moschee, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), an der Gathe in Wuppertal ist Ziel eines islamfeindlichen Angriffs geworden. Die bisher unbekannten Täter_innen haben die Außenfassade der Wuppertaler Moschee mit dem rot-schwarzen Schriftzug „AKP-Nutten“ besprüht. Die Gemeinde erstattete Anzeige und entfernte die Buchstaben. Die Polizei habe die Anzeige wegen Sachbeschädigung aufgenommen. Wegen eines möglichen politischen Hintergrunds ermittelt der Staatsschutz. (islamiq)

 

Das Kollektiv gegen Islamfeindlichkeit und seine Feinde

Das „Collectif contre l’Islamophobie en France“ (CCIF) ermutigt Muslime in Frankreich, ihm jegliche Art von Diskriminierung zu melden. Dafür hat es  eine Hotline und eine App eingerichtet. Viele Anrufer wollten allerdings nur berichten, was ihnen widerfahren sei, um sich Luft zu machen. Sie zögerten aber, Klage einzureichen. Andere hingegen würden bei der Polizei abgewiesen, behauptet Muhammad, Vorsitzender des CCIF. (deutschlandfunk)

 

„Islamfeindlichkeit dient als politisch korrekter Rassismus“

Seit Anfang des Jahres werden islamfeindliche Straftaten separat erfasst. DIE LINKE.-Politikerin Ulla Jelpke forderte diesen Schritt schon vor Jahren. Wie sich Islamfeindlichkeit entwickelt hat und weshalb nach wie vor Bedarf an Sensibilisierung bei der Polizei besteht, erklärt sie im Interview. (islamiq)

 

Mazyek: „Islamophobie und Rassismus haben enorm zugenommen“

Das Einreiseverbot der USA für Muslime aus bestimmten Ländern sorgt seit fast zwei Wochen für aufgeregte Diskussionen. Doch auch davor beklagten sich viele Muslime über zunehmende Vorurteile und Hetzkampagnen – auch in Deutschland. Die „Badische Zeitung“ sprach darüber mit Aiman Mazyek, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime. (badische-zeitung)

 

USA: „Die radikale Rechte betritt den Mainstream“

Nach einem Bericht hat Donald Trump durch seinen Wahlkampf den Aufstieg von rechten, rechtsextremen und rassistischen Gruppen und deren Ideologie begünstigt. Nach einem Bericht des Southern Poverty Law Center (SPLC) hat sich die Zahl der antimuslimischen Gruppen in den USA im letzten Jahr fast verdreifacht. 2015 zählte die Organisation noch 34 Gruppen, 2016 sollen es bereits 101 geworden. (Telepolis)

 

Kanada: Islamfeindliche Vorfälle häufen sich

Trotz breiter Solidarität nach dem tödlichen Angriff auf eine Moschee in Quebec Ende Januar wächst die Verunsicherung der kanadischen Muslime. Die Rechte scheint nun auch im angeblich liberalen Kanada im Aufwind zu sein. Zuletzt häuften sich islamfeindliche Demonstrationen und Kundgebungen vor Moscheen und Gebetshäusern. Auf den mitgebrachten Schildern der Demonstrant_innen standen Parolen wie „Nein zum Islam“ oder „Muslime sind Terroristen“. (Deutsche Welle)

 

Islam in den deutschen Medien: Der Islam hat eine schlechte Presse

Burkas und Bomben: Der Islam wird in den westlichen Medien oft negativ dargestellt. Das schürt die Islamfeindlichkeit in der Bevölkerung – und hilft dem Rechtspopulismus. Presse, Fernsehen und Rundfunk haben über Jahre eine einseitig negative Islamwahrnehmung in die Öffentlichkeit getragen, die jetzt in Form der Rechtspopulisten zu einer politischen Bewegung geworden ist. (Zeit Online)

 

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Das Foto erschien unter CC by-ND 2.0 Lizenz bei Flickr.com; Bearbeitung: www.belltower.news

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