Weiter zum Inhalt

Schrank, Carsten

Carsten Schrank ist ein Berliner Rechtsanwalt, der sich in der Szene unter anderem als Strafverteidiger von Rechtsextremisten einen Namen gemacht hat.

 

Im September 2000 war Schrank einer der Erstunterzeichner von Horst Mahlers Aufruf „Ja zu Deutschland, ja zur NPD“. Bis hin zum Bundesverfassungsgericht vertrat er die NPD, wenn sie Aufmärsche gerichtlich durchsetzen wollte; auch dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt stand Carsten Schrank juristisch zur Seite. Er war Verteidiger in den Verfahren gegen die Täter der Menschenjagd in Guben und gegen Mitglieder der zwischenzeitlich als kriminelle Vereinigung verbotenen „Skinheads Sächsische Schweiz“ (SSS). Als Mitglieder der Neonazi-Band Landser hinter Gitter verschwanden, wurde zu Spenden für die Inhaftierten auf ein Konto Schranks (Verwendungszweck: „Freiheit“) aufgerufen.

Schrank hat mehrfach Rechtsschulungen für NPD-Gliederungen durchgeführt.

Im Jahr 2009 hat der Anwalt die NPD-Bundesspitze bei einer Klage gegen den Bundestag vertreten, als dieser 2,5 Millionen Euro staatliche Gelder zurückforderte. 2001 veröffentlichte er in der Reihe Beck-Rechtsberater des Deutschen Taschenbuch-Verlages (DTV) den Band „Richtiges Verhalten im Strafverfahren. Ein Ratgeber für Beschuldigte“ – redaktionell verantwortet vom renommierten Verlag C.H. Beck. Das Buch beantwortet Fragen wie: Was ist zu tun, wenn man aufgefordert wird, zu einem polizeilichen Schreiben Stellung zu nehmen? Wie verhält man sich bei einer Hausdurchsuchung? Was ist nach einer Festnahme zu tun? Wie verhält man sich vor Gericht? Wie baut man eine Verteidigungslinie auf? Welche Rechtsbehelfe sollte man sinnvollerweise einlegen? Zahlreiche Beispielsfälle, Musterschreiben, Formulierungshilfen und Strafverteidiger-Tipps, so die Verlagswerbung, verleihen dem Ratgeber einen hohen praktischen Nutzwert. Das Buch, so rät der Neonazi Christian Worch, solle in keinem „Bücherschrank eines Aktivisten fehlen“. Beworben wird der Ratgeber immer wieder in den monatlich erscheinenden „Nachrichten“ der neo-nationalsozialistischen HNG.

Anmerkung: Carsten Schrank fühlt sich in diesem Lexikon falsch dargestellt, daher hat er folgende Anmerkung geschrieben:

„Das ‚Netz gegen Nazis‘ führt mich in seinem Lexikon auf, weil ich als Rechtsanwalt die NPD und Rechtsextremisten vertreten habe. Ich stelle klar, dass ich in meiner beruflichen Tätigkeit das Recht zum Maßstab meines Handelns mache. Ich habe daher Menschen unterschiedlichster Kulturen und politischer Auffassungen vertreten. Auch im übrigen bin weder Nazi noch Rassist oder Antisemit. Ich fühle mich daher zu unrecht in diesem Lexikon aufgenommen. (Rechtsanwalt für Straf- und Steuerrecht Carsten Schrank)

Belltower.News macht gemeinnützigen Journalismus, denn wir klären auf und machen das Wissen von Expert*innen zu Antisemitismus, Rassismus und
Rechtsextremismus und allen anderen Themen der Amadeu Antonio Stiftung für alle zugänglich.
Unsere Reportagen, Recherchen und Hintergründe sind immer frei verfügbar und verschwinden nie hinter einer Paywall. Dafür brauchen wir aber auch deine Hilfe.
Bitte unterstütze unseren Journalismus, du hilfst damit der digitalen Zivilgesellschaft!

Weiterlesen

anettamut

Kommentar Wahlzeit – Was tun?

Zur Wahlzeit hängen überall NPD-Plakate. Was machen wir da? Lachen, weinen, protestieren, ignorieren, ernst nehmen, nicht ernst nehmen, verarschen, verfluchen,…

Von
281609_10150264812873544_98355403543_7375176_260761_n

Gute Arbeit gegen Rechtsextremismus Augen auf e.V.: „Weiterhin die Augen aufmachen“

Der Verein „Augen auf e.V.“ aus Zittau wurde im November 2011 mit dem Sächsischen Förderkreis für Demokratie ausgezeichnet. Gerade Ende…

Von
Das Eva-Maria-Buch-Haus: Die Bezirkszentralbibliothek in Berlin-Tempelhof.

Nach rechtsextremer Attacke auf Berliner Bibliotheksbücher „Es ist ganz klar ein Angriff auf unsere Demokratie“

Interview: In der Zentralbibliothek im Berliner Stadtteil Tempelhof wurden Bücher zerstört, die sich mit dem Thema Rechtsextremismus befassen. Es ist nicht der erste Vorfall. Ein Gespräch mit Boryano Rickum, Leiter der Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg.

Von

Schlagen Sie Wissenswertes in unserem Lexikon nach.