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Erkennungszeichen Symbole mit Bezug zum Deutschen Reich

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Neonazi Symbole Codes
Neonazi auf einem Rechtsrock-Festival in Themar (Quelle: KA)

 

Schwarz-Weiß-Rot

Neonazis schwenken 2018 schwarz-weiß-rote Fahnen beim Rudolf Heß-Gedenkmarsch in Berlin

Da das Tragen der Reichskriegsflagge des NS-Regimes heute verboten ist, suchen Rechtsextreme bei ihren Aufmärschen nach Ersatz. Häufig nutzen sie die anderen Versionen der Reichskriegsflagge bei Demonstrationen als legale Alternative. Die Entstehungsgeschichte der schwarz-weiß-roten-Flagge beginnt lange vor dem NS-Regime, mit dem sie heute von vielen in Verbindung gebracht wird. Die Farbkombinationen Weiß-Schwarz und Weiß-Rot werden im Preußentum genutzt, zahlreiche Wappen von Hansestädten und anderen deutschsprachigen Regionen greifen die Farben auf. Im Jahr 1866 werden die beiden Farbkombinationen auf einer Flagge zu einer Farbfolge verbunden: Schwarz-Weiß-Rot.

Im so genannten „Dritten Reich“ der Nationalsozialisten waren die Reichsfarben wie im Wilhelminischen Kaiserreich („Zweites Reich“) Schwarz-Weiß-Rot. Die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold steht demgegenüber für einen freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat. Da die Farben Schwarz-Rot-Gold auch die der 1918 ausgerufenen demokratischen Weimarer Republik waren, wurden schwarz-rot-goldene Flaggen nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 umgehend aus dem öffentlichen Raum entfernt.
1935 wurde durch das erste der drei berüchtigten „Nürnberger Gesetze“ die schwarz-weiß-rote Hakenkreuzflagge zur Nationalflagge bestimmt.

Die von 1935 bis 1945 verwendete Reichskriegsflagge des NS-Regimes ist heute verboten. Versionen der Kriegsflagge aus anderen Epochen ohne Hakenkreuz sind dagegen in der Öffentlichkeit erlaubt. Da die Neonazis sich mit dem öffentlichen Führen der Hakenkreuzflagge strafbar machen würden, sind sie als Sammlungssymbol auf die einfache schwarz-weiß-rote Flagge des Kaiserreichs ausgewichen.

 

Das Eiserne Kreuz

Neonazi bei Rechtsrock-Konzert in Themar

Auch dieses Symbol wurde von den Nazis okkupiert und keineswegs selbst erfunden. Als dieses Abzeichen 1939 zum bekanntesten Kriegsorden des „Dritten Reichs“ wurde, hatte es bereits eine lange Tradition im Preußischen Militär. Schon 1813 wurde das „Eiserne Kreuz“ in den Napoleonischen Kriegen als Verdienstabzeichen verliehen – und selbst dieses war von Orden inspiriert, die Deutschritter schon seit dem 14. Jahrhundert trugen. Die Ursprünge gehen sogar auf das Alte Ägypten zurück.

Es ist auch heute noch ein gern und allumfassend genutztes Symbol der rechten Szene, muss allerdings nicht zwingend als solches gelten. Doch die Assoziation zum Militär und der Ausdruck eines Männlichkeitskultes sind immer gegeben. Das Eiserne Kreuz wird auch in der Heavy-Metal-, der Rocker- und (eher selten) auch in der Hardcore-Szene verwendet.

Die Bundeswehr nutzt das Symbol seit 1956 als Emblem für ihre Luft- und Kampffahrzeuge, auch auf dem „Ehrenzeichen der Bundeswehr“ ist es zu finden. Es gehört fest zu ihrem „Corporate Design“.

Seit Juli 2009 wird das Kreuz, als „Ehrenkreuz“ der Bundeswehr erstmalig wieder seit dem 2. Weltkrieg als Tapferkeitsorden verliehen.

 

Der Reichsadler

Neonazi auf einem Rechtsrock-Event in Themar

Die Geschichte des Adlers als Metapher für Stärke, Macht, Erhabenheit, Göttlichkeit und kaiserliche Macht geht bis zur Zeit der Römer zurück. Seit dem Mittelalter ziert das Tier zahlreiche Wappen im gesamten europäischen Raum. Die Nationalsozialisten folgten dieser Tradition, abstrahierten die verspielte romanisch-gotische Version des Kaiserreiches allerdings, um Modernität zu suggerieren. Oft war der Reichsadler im Zusammenhang mit einem eingekränzten Hakenkreuz zu sehen.

Nach Kriegsende 1945 wurde der Adler als „Bundesadler“ zum offiziellen Wappentier Deutschlands. Dieser wird zu verschiedenen Anlässen unterschiedlich gestaltet, allerdings meist ebenfalls in einer abstrahiert-modernen Formgebung.

In der rechten Szene kann man die Version des NS-Regimes beispielsweise auf T-Shirts, Aufnähern oder Fahnen finden.

 

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Die Schwarze Sonne

Es ist historisch nicht belegt, dass das Symbol aus dem Germanentum stammt, sondern es handelt sich um ein Kunstprodukt der „SS“, auch wenn dies in der rechtsextremen Szene meist geleugnet wird. Das Sonnenrad erscheint erstmals als Bodenornament im Obergruppenführersaal der „SS-Schule Haus Wewelsburg“. Erst nach 1945 wurde es als „Schwarze Sonne“ bezeichnet und findet in der Neonazi-Szene Verwendung.

Man kann die „Schwarze Sonne“ als eine Zusammensetzung von zwölf Sig-Runen oder als zwölfarmiges Hakenkreuz verstehen. Ausgedrückt werden soll die „Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen“.

Die „Schwarze Sonne“ erhält einen immer höheren Stellenwert für Lifestyle-Produkten der neonazistischen Szene aller Art. Beobachter der Szene sehen das Symbol durch die häufige Verwendung als Ersatz für das verbotene Hakenkreuz.

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