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April 2012 Spendete NSU für Nazi-Zeitschrift?

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02.04.2012

NSU-Opferanwalt: „Warum fragt bisher niemand nach institutionalisiertem Rassismus in den Staatsorganen?“Mehmet Daimagüler, NSU-Opferanwalt, kritisiert „das weder ehrliche noch lösungsorientierte Integrationsgequatsche“ in Deutschland. Im Prozess gegen die Zwickauer Terrorzelle vertritt er die Angehörigen der Opfer. In seiner Kanzlei in Berlin Charlottenburg sprach er mit Netz-gegen-Nazis.de über die Opfer der Zwickauer Terrorzelle, institutionellen Rassismus, die NPD und Thilo Sarrazin.

Spendete Terrorgruppe NSU für Neonazis?Die Thüringer Terroristen mordeten, sprengten, raubten – und möglicherweise haben sie Neonazis mit Spenden geholfen. Sicherheitsexperten vermuten, die Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) könnte einen Teil der bei 14 Banküberfällen erbeuteten 618.000 Euro an „Kameraden“ weitergereicht haben – zur Förderung einschlägiger Aktivitäten wie der Herstellung milieutypischer Hetzschriften. Für den Verdacht gibt es nun einen konkreten Anlass. Die Sicherheitsbehörden prüfen nach Informationen des Tagesspiegels, ob eine bizarre Danksagung an den NSU im Szeneblatt „Der Weiße Wolf“ die Reaktion auf finanzielle Zuwendungen durch die Terroristen war (pnn.de).

05.04.2012

Gedenkorte in sieben Städten für Opfer der Zwickauer Neonazi-ZelleDie sieben Städte, in denen die Neonazi-Gruppe NSU mordete, werden Gedenkorte für die Opfer einrichten. Das teilten Hamburg, Nürnberg, München, Rostock, Kassel, Dortmund und Heilbronn am Dienstag mit (stern.de, Donaukurier).

10.04.2012

Bizarres Doppelleben des NSUDie taz konnte mehrere tausend Ermittlungsakten zum Nationalsozialistischen Untergrund auswerten. Herausgekommen sind neue Informationen über ein bizarres Doppelleben der Neonazi-Zelle. Für die bürgerliche Fassade war Beate Zschäpe zuständig. (taz)

17.04.2012

Fahnder werten Zschäpes Computer ausDie Auswertung der Computer Festplatte von Beate Zschäpe bringt neue Fakten über das Leben der Neonaziterrost*innen ans Tageslicht. So surften die drei nicht aus Neonaziseiten sondern Seiten zu Reisen, Musik, Gesundheit und Sex. (otz.de)

18.04.2012

Beate Zschäpe könnte Mordanklage drohenErmittler gehen laut einem Bericht davon aus, dass das NSU-Mitglied Zschäpe „Kopf und Herz“ der rechtsextremen Gruppe gewesen ist. Sie sei für die Morde mitverantwortlich (ZEIT online).

NSU-Opfer verhöhnt: Ex-NPD-Funktionär verurteiltEin NPD- Funktionär aus Nürnberg verhöhnte auf Facebook die Opfer des NSU. Nun wurde er wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe von vier Jahren verurteilt. (publikative.org)

Köln: NSU-Tatort – Spuren vernichtetBei dem Attentat auf ein Lebensmittelgeschäft in Köln wurde eine Person schwer verletzt. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat Medienberichten zufolge wichtige Beweise fünf Jahre später vernichtet, die jetzt hilfreich in den Ermittlungen gegen die Zwickauer Terrorzelle sein könnten. (rundschau-online.de)

Eklat im Landtag: NPD-Abgeordneter mit 10 Fremdstimmen in NSU-Untersuchungsausschuss gewähltBei der Wahl des künftigen NSU- Ausschusses im sächsischen Landtag haben 22 Abgeordnete für zwei NPD-Mitglieder gestimmt, obwohl diese nur 8 Mitglieder hat. (Endstation rechts)

19.04.2012

Zschäpe wohl stärker in Morde verwickelt als vermutetDie zuständigen Ermittler*innen gehen davon aus, dass Zschäpe stärker in die Taten des NSU verwickelt war, als bisher angenommen. Sie soll „auf Augenhöhe“ mit ihren Komplizen agiert haben. Die Bundesanwaltschaft ist zunehmend davon überzeugt, dass Zschäpe für die zehn Morde verantwortlich gemacht werden kann. (rp-online)

NSU-Terroristen legten große Munitionsdepots an

Ermittler haben in der Zwickauer Frühlingsstraße mehrere Munitionsdepots mit insgesamt 1424 scharfen Patronen unterschiedlicher Kaliber entdeckt. Das Haus in Zwickau haben die drei Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe als letztes bewohnt. (moz.de)

Eltern von Uwe Böhnhardt sprechen im „Panorama“-InterviewDie Eltern des Neonazi- Terroristen haben zum ersten Mal über die Taten ihres Sohnes gesprochen. Außerdem geben sie in dem Interview Informationen, wie ihr Sohn in die rechte Szene abgleitete. (taz)

23.04.2012

Das Mitwisser-Netz der NSUErmittler führen 13 Helfer des Terror-Trios als Beschuldigte. Hinzu kommen weitere im Status von Verdächtigen. Zu den unter Verdacht stehenden gehören Ralf M. und Peter K. wegen ihrer Vorliebe für Paulchen Panther, Thomas G., genannt „Ace“, für sein erstaunliches Passwort, Daniel G. wegen des „Dönerkiller-Liedes“ seiner Band „Gigi und die brauen Stadtmusikanten“ und Mark-Oliver M. von der Nazi-Gruppierung „Besseres Hannover“. Außerdem gibt es Ermittlungen in Nürnberg und Nordbayern und in Mecklenburg-Vorpommern wegen der Danksagung an die NSU in der Szene-Postille „Der Weiße Wolf“. Einen guten Überblick über den aktuellen Stand gibt der Artikel in der Freien Presse.

NSU-Haus in Zwickau wird abgerissenUnd zwar heute – um einen Wallfahrtsort für Neonazis zu verhindern (LVZ). Und der Focus berichtet: Die Entdeckung der NSU-Terroristen Mundlos und Böhnhardt war nichts als ein großer Zufall.

25.04.2012

NSU: Ermittler*innen stellten „Spur 195“ zurück

Im Jahr 2006 vermuteten Ermittler*innen ein rechtes Motiv hinter der Mordserie – die Spur wurde jedoch nicht weiter verfolgt. Der Untersuchungsausschuss im Bundestag beschäftigt sich am kommenden Donnerstag mit den Fehlern des „Soko Bosporus“. (taz)

26.04.2012

NSU-Morde: Das FBI hatte 2007 den richtigen Verdacht

Mitarbeiter der US-Bundespolizei FBI, die im Rahmen eines Austauschprogramms beim bayerischen Landeskriminalamt zu Gast waren, hatten schon im Juni 2007 den Verdacht, dass die Mordserie der Zwickauer Neonazi-Zelle NSU zwischen 2000 und 2006 einen ausländerfeindlichen Hintergrund hatte. Das berichtete die SPD-Sprecherin im Untersuchungsausschuss des Bundestages, Eva Högl, gestern (Märkische Allgemeinetaz).

27.04.2012

NSU: Zeugen belegen miese Zusammenarbeit

Der Untersuchungsausschuss des Bundestages zum Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) hat die ersten Zeugen befragt. Polizeibeamte und Staatsanwälte, die in der Mordserie ermittel hatten, mussten Frage und Antwort stehen und belegten die miese Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. (taz)

NSU: Neue Durchsuchungen in Thüringen, Sachsen und Hessen

Um die Herkunft der Waffen des NSU herzustellen, durchsuchten Beamt*innen gestern Wohungen in Thüringen, Sachsen und Hessen. Es wurden Datenträger sichergestellt. (mdr)

Radiofeature: Rechter Terror

Radioreporter von SWR, BR und MDR haben zusammen das Radiofeature „Rechter Terror: tödlich unterschätzt“ recherchiert. Herausgekommen ist ein facettenreiches Stück über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU), das den Bogen von den Anfängen der späteren Neonazi-Terrorgruppe in den 90ern bis zu den Aufklärungsversuchen der Untersuchungskommissionen 2012 schlägt. Morgen das erste Mal zu hören ab 9.05 Uhr, SR 2 Kulturradio. Ab Sonntag als Podcast im Internet. (taz)

30.04.2012

Neonazis des NSU-Umfeldes nutzten Gelände bei Kahla für Schießübungen

Der Thüringer Verfassungsschutz und das Landeskriminalamt haben offenbar Kenntnis von Schießübungen der rechtsextremen Jenaer Kameradschaft gehabt. Das geht aus Unterlagen des Landeskriminalamts (LKA) hervor, die dem MDR THÜRINGEN in Kopie vorliegen. Danach trafen sich seit dem Frühsommer 1996 Neonazis aus Jena und Saalfeld regelmäßig auf einem Gelände bei Kahla. Unter ihnen: Uwe Bönhardt, Rechtsterrorist des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). (mdr)

Neuer Blog zu NSUDas apabiz betreibt nun einen Blog zum Ermittlungsstand rund um die Zwickauer Terrorzelle NSU:| nsu-watch.apabiz.de

Zusammengestellt von Simone Rafael

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Antisemitische Attentate in Kansas Eine Spurensuche in der militanten Neonazi-Szene

Das Attentat auf jüdische Einrichtungen in Kansas, bei dem drei Menschen ihr Leben ließen, zeigt die Gefahr, die nach wie vor von militanten Neonazis in den USA ausgeht. Der Attentäter, Frazier Glenn Miller, handelte zwar allein, ist aber fest in der rechtsradikalen Szene verwurzelt – online wie offline.

Von Joschka Fröschner

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