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Cato-Verlag

Der „Cato Verlag“ sitzt in Berlin.

 
So sieht das "CATO - Magazin für neue Sachlichkeit" aus (Nov. 2018) (Quelle: Screenshot/BTN)

Gibt das „CATO – Magazin für neue Sachlichkeit“ heraus, „das für den vergessenen Wert des Bewahrens“ und die Stärkung des „Eigenen und des Gefühls dafür“ eintritt. Dieses Magazin gibt sich betont bürgerlich-intellektuell, aber hinter dieser Fassade verbergen sich prominente Publizisten der Neuen Rechten. Initiator und Mitgründer dieses Magazins ist Karlheinz Weißmann, neben Götz Kubitschek der wichtigste Vordenker und Publizist der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum. Er tritt auch als Autor auf, unter dessen „ständiger Mitarbeit“ das Magazin stehen werde, wie es im Impressum der ersten Ausgabe heißt (vgl. ZEIT). „CATO“ kann also als Weißmanns Schöpfung betrachtet werden.

Auch der Chefredakteur Andreas Lombard ist fest in völkische Netzwerke verankert. So hat er bereits für die  „Sezession“ und die „Junge Freiheit“ geschrieben und gehört auch zum Autorenkreis von „TUMULT“, dessen Trägerverein er durch seine Mitgliedschaft unterstützt. Von 2014 bis 2017 leitete er die „Manuscriptum Verlagsbuchhandlung“, wo er gemeinsam mit Akif Pirinçci das Buch „Attacke auf den Mainstream. „Deutschland von Sinnen“ und die Medien“ (2014) veröffentlichte. Sein eigener Verlag, der 2005 gegründete „Landtverlag“ – damals hieß er noch Andreas Krause Landt -, ist seit 2010 ein Imprint von „Manuscriptum“ und veröffentlicht in dieser Funktion u. a. die Bücher von Alexander Gauland. Darüber hinaus ist Andreas Lombard Sprecher von „Entscheidung fürs Leben“, einer Lebensschützer-Initiative, die zum Netzwerk von Sven und Beatrix von Storch gehört. Andreas Lombard und Karlheinz Weißmann stellten im September 2017, nach einer Vorstellung duch Dieter Stein, Gründer und Chefredakteur der Jungen Freiheit, ihr Magazin in der „Bibliothek des Konservativismus“ der Öffentlichkeit vor und priesen es dort als ein Instrument an, um „das Wirkliche gegen seine ideologische Verzerrung“ zu verteidigen (vgl. taz).

Andreas Lombard, Preisträger des von der „Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung“ und der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ verliehenen Gerhard-Löwenthal-Preises von 2007, inszeniert sich gerne als scharfsinnigen Intellektuellen, entblößt aber schon in der ersten Ausgabe von CATO seine Nähe zum Rechtspopulismus mit dumpfen und populistischen Äußerungen wie der Behauptung, „Zensur und Propaganda sollen die aufkommende Unruhe im Keim ersticken“, oder die Regierung Merkel sei womöglich „eine späte Rache der DDR an der Bundesrepublik. In derselben Ausgabe wettert auch Nikolaus Fest, AfD-Politiker, der im Islam eine totalitäre Ideologie sieht, gegen die „Lügenpresse“ und wird durch andere Autoren eine Parallele zwischen der späten römischen Republik, die an Dekadenz und Multikulturalität untergegangen sei, und der von „Individualismus“, „Familienzerfall“, „Masseneinwanderung“, „Wertewandel“ und „Ultraliberalismus“ bedrohten Gegenwart gezogen.

Als Gegenmittel wird an selber Stelle eine Rückkehr zur Eugenik bzw. die Herrschaft einer Elite der Tüchtigen und Tugendhaften gefordert und mit Edgar Julius Jung ein Eugenik-Klassiker der Weimarer Zeit zitiert (vgl. ZEIT, taz). Unter den Autoren von CATO finden sich viele, die wie Weißmann und Lombard fest in rechten Netzwerken verankert sind und bereits für die Sezession, die Junge Freiheit, für Eigentümlich frei, TUMULT, Compact, die Bibliothek des Konservativismus oder das Institut für Staatspolitik (IfS) geschrieben oder referiert haben – dazu gehören u. a. Matthias Matussek, Thomas Fasbender und Thorsten Hinz (vgl. Dokumentieren gegen rechts).

Der taz-Journalist und Rechtsextremismusexperte Andreas Speit wertet die Gründung des „CATO Verlags“ bzw. der dazugehörigen Zeitschrift als Konkurrenzprojekt des Lagers um Karlheinz Weißmann, die Junge Freiheit und die Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung zur Zeitschrift Sezession, die vom Institut für Staatspolitik (IfS) herausgegeben wird, hinter dem wiederum das Lager um Götz Kubitschek steht.

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