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Deutsche Stimme – Das NPD-Parteiblatt

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In dem Parteiblatt der NPD, das in einer Auflage von 21.000 Exemplaren im sächsischen Riesa erscheint, wird Klartext geredet. So heißt es in der Deutschen Stimme beispielsweise: „Die Veränderungen ? werden gravierend sein, und niemand kann ?gewährleisten, dass es immer ohne Gewalt geht. ?Vermehrt wird Gewalt zum Erringen politischer Ziele eingesetzt.“ (1/2006). In der Ausgabe vom Mai 2007 bestreitet Parteichef Udo Voigt das Ansteigen rechter Straf- und Gewalttaten und kündigt an, dass die Verbreiter solcher „Lügen“ sich „dereinst wegen Volksverhetzung“ verantworten müssten. Ein klar definiertes Ziel der NPD ist die „Wiederherstellung des Deutschen Reiches“ mit der „Volksgemeinschaft“. Die „Ideen und Werte zur Erziehung“ dazu müssten aus den „Tiefen der Volksseele“ kommen, und dies bedeute: „Überwindung des rationalen Individualismus und Eingliederung des Nachwuchses in die Volksgemeinschaft durch Übernahme eines verbindlichen Weltbildes, das gleichzeitig zur Freiheit wie auch zur völkischen Gebundenheit führt“, wird in der Deutschen Stimme (4/2006) betont.

Unverblümt ist auch das rassistische Weltbild der NPD zum Ausdruck gebracht: „Rasse macht nicht nur die Eigenart des Volkes, sondern auch die des Menschen aus; sie ist unveränderbar, sie führt zur Kultur und formt die Erziehung.“ (DS 6/2006). Oder: „Es gibt nach meiner Auffassung nicht die Menschheit an sich, sondern Rassen und Völker.“ (DS 5/2006) Antisemitismus findet sich in der Deutschen Stimme pur: „Es wird also höchste Zeit, die Holocaust-Waffe stumpf zu machen, damit ein eben nicht ganz normales Völkchen mit ihr keine Sonderinteressen mehr durchsetzen und andere moralisch erpressen kann“, denn: „Zum Geld haben die Juden sowieso ein Sonderverhältnis.“ (DS 6/2006). Verbunden mit Hetze gegen Israel: „Der Libanon wird nur ein Etappenziel für die machthungrige zionistische Elite sein, die ihren wahnhaften Auserwähltheitstraum auf Kosten des Lebens von Kindern und Frauen träumt.“

Auch die Glorifizierung der Zeit des Nationalsozialismus darf nicht fehlen. So beschönigt die Deutsche Stimme (9/2006), die Waffen-SS sei eine Armee gewesen, „die tatsächlich Europaarmee war, in der Freiwillige aus fast allen europäischen Nationen die Hochkultur des alten Kontinents und seine Völker gegen die stalinistische Schreckensherrschaft“ verteidigt hätten. Und in so genannten „deutschfreundlichen Leitlinien“ – Verfasser ist der berüchtigte Hamburger Rechtsanwalt Jürgen Rieger – wird das Dritte Reich als vorbildlich erklärt. (DS 5/2007).

Dieser Text stammt aus dem Online-Dossier zum Thema Rechtsextremismus der Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de/rechtsextremismus
Erstveröffentlicht am 15.3.2007

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