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Antisemitismus Ganz „Berlin trägt Kippa“

„Jude, Jude“ schreit ein junger Mann voller Hass einem anderen entgegen und schlägt ihn dabei mit einem Gürtel. Der Betroffene, ein Israeli, hatte eine Kippa getragen. In der letzten Woche hat ein Video von dem Vorfall in Berlin-Prenzlauerberg im ganzen Land für Entsetzen  gesorgt. Für Mittwoch, den 25.04. ruft die Jüdische Gemeinde jetzt zu einer Solidaritätsaktion auf: Ganz Berlin soll Kippa tragen.

 
(Quelle: picture alliance/ZUMA Press)

Zurecht stellen viele Kommentator_innen die Frage, ob jüdisches Leben in Deutschland noch möglich ist. Alleine im letzten Jahr haben antisemitische Straftaten in Berlin um 60 Prozent zugenommen, wie die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) in ihrem vor wenigen Tagen veröffentlichten Bericht feststellt.

Juden und Jüdinnen müssen in Deutschland sicher leben können und Antisemitismus darf keinen Platz in der Gesellschaft haben. Jede Form von Judenhass muss deswegen bekämpft werden. Dabei ist auch Solidarität mit den von Hass betroffenen wichtig. Deshalb hatte die Jüdische Gemeinde in Berlin zu einer Solidaritätsaktion aufgerufen. Menschen sollen zusammen kommen und in der Öffentlichkeit Kippa tragen. Tatsächlich hatte die Gemeinde ihre Mitglieder immer wieder genau davor gewarnt, „nun ist aber eine Situation entstanden, die wir nicht mehr bereit sind, widerstandlos hinzunehmen“, so Gideon Joffe, Vorsitzender der Gemeinde.

Am Mittwoch soll es um 18 Uhr am Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße losgehen. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, Gideon Joffe und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller werden bei der Veranstaltung sprechen. Zahlreiche Organisationen unterstützen die Aktion, darunter die Amadeu Antonio Stiftung, das Anne Frank Zentrum, das AJC, das Deutsche Rote Kreuz, der DGB, das Moses Mendelsohn Zentrum und viele andere Gruppen und Einzelpersonen.

Es ist Zeit für Solidarität! Berlin trägt Kippa!

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