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Karolinger Verlag

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Website des österreichischen Karolinger-Verlages (Quelle: Screenshot / BTN)

Ein kleiner, 1980 aus einer Kooperation mit dem Schweizer Verlag L’Age d’Homme in Wien hervorgegangener Verlag, der sich an der „romanisch-germanischen Spannweite der Karolinger“ orientiert. Er ist als rückwärtsgewandt und reaktionär-monarchistisch einzustufen, da sein Verlagsprogramm in erster Linie antimoderne, antiliberale, antiaufklärerische und monarchistische Autoren – das DÖW spricht von „deklarierten Antidemokraten“ (vgl. ORF)“ – umfasst. So gibt dieser Verlag eine Reihe mit dem Namen „Bibliothek der Reaction“ heraus, in der sogar Metternich höchstselbst (!), aber auch noch krassere Reaktionäre des 19. Jahrhunderts verlegt werden – dazu zählt etwa Konstantin Leontjew (1831-1891), der gegen jede Form von Fortschritt und Aufklärung wetterte und sich heute in der russischen Rechten großer Beliebtheit erfreut. Ein weiterer Schwerpunkt ist nach eigener Aussage das Werk des kolumbianischen Intellektuellen Nicolás Gómez Davilá, der sich als dezidiert reaktionären Kritiker der Moderne verstand. Der Verlag inseriert u. a. in der rechtsextremen Zeitschrift „Die Aula“ und seine Bücher werden auch vom „Aula Verlag“ und vom „Verlag Antaios“ vertrieben. Außerdem bezeichnete ein Vertreter des Verlags in einer Stellungnahme Armin Mohler, den wichtigsten Pionier der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum, als „scharfen, auch provozierenden Geist.“ Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler sprach 2007 von einem „Dunkelmännerverlag […], wo sich sehr dubiose Leute mit sehr dubiosen Ansichten versammeln.“(vgl. Deutschlandfunk Kultur). 2017 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel Der Dämon der Demokratie. Totalitäre Strömungen in liberalen Gesellschaften (vgl. Apabiz). Der Karolinger Verlag kann daher der intellektuellen (Neuen) Rechten zugerechnet werden, „die sich die Gegenaufklärung auf die Fahne geschrieben hat“, wie der Journalist Hans Bohrmann bereits 2008 feststellte.

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Interview mit dem Recherche-Kollektiv „Mensch Merz“ zum IB-Prozess in Graz

Seit Mittwoch stehen führende Kader der sogenannten „Identitären Bewegung Österreich“ in Graz vor Gericht. Das Recherche-Kollektiv „Mensch Merz“ würde ein Verbot der rechtsextremen Organisation zwar begrüßen, sieht aber mehr Bedarf in der Präventionsarbeit, vor allem in ländlichen Regionen. Außerdem beobachten sie eine strategische Neuausrichtung der IB.

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Ideologie Was ist eigentlich rassistisch an der AfD?

Während einer Wahlkampfveranstaltung in Eichsfeld sagte der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, er wolle die Vize-Vorsitzende der SPD, Aydan Özoguz, „in Anatolien entsorgen“. Nur ein rassistischer Ausrutscher? Die Frage, wie rassistisch die AfD ist, wollen wir anhand von Beispielen beantworten.

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Symbole und Erkennungszeichen Das Netzwerk der „Identitären Bewegung“

Die „Identitäre Bewegung“ stellt sich selbst gerne als hippe Jugendbewegung dar, die eine moderne Verpackung für klassischen Rassismus und Rechtsextremismus gefunden haben. Wir haben uns die Symbole und Projekte aus dem Netzwerk der rechtsextremen Gruppe angeschaut – denn was auf den ersten Blick unverfänglich wirkt, trieft bei genauerer Betrachtung nur so vor rechtsextremer Ideologie.

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