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Best of Internet #CuteSolidarity

Ferrero bringt vor der Europameisterschaft wie jedes Mal zu einem Fußball-Großereignis eine Edition „Kinder-Schokolade“ mit Kinderbildern der Fußballer der Nationalmannschaft heraus – und „Pegida“ und Co. regen sich auf, weil logischerweise auch deutsche Kinder mit nicht-weißer Hautfarbe darunter sind. Das Internet reagiert prompt – mit süßer Solidarität und Spott.

 
Kinderbilder gegen Rassismus: #CuteSolidarity auf Twitter. (Quelle: Screenshot Twitter, 26.05.2016)

Zusammengestellt von Simone Rafael

Alles beginnt mit der neuen Kinderschokoladen-EM-Version: Tafeln mit Kinderbildern der Nationalmannschaftsspieler, begleitete von einem Gewinnspiel, die passenden Namen zu raten.

Das allerdings haben Fans von „Pegida Baden-Württemberg –  Bodensee“ nicht mitbekommen. Die sehen nur die Tafeln im Supermarkt – und entladen ihren Rassismus an Kinderbildern: „Gibts die echt so zu kaufen? Oder ist das ein Scherz?“ „Bitte nicht … Fake, oder?“, hofft einer. Viele sind sich einig: „Wird nicht mehr gekauft, sollte das so sein.“ (zitiert nach HAZ, dort auch Screenshot, Seite wurde inzwischen gelöscht; Screenshots auch bei bento). Lustigerweise hatten die Pegidisten zunächst nicht einmal verstanden, dass es sich um Spieler der Nationalmannschaft handelt, der viele bald auch wieder mit ihren Fähnchen zuwinken werden. Allerdings nicht alle, denn ein Dialog lautet auch gleich wie folgt: „Die versuchen einem echt die Scheiße, als normal unterzujubeln, armes Deutschland (Weinender Smiley)“ – „du meinst „die Mannschaft“ da ist ja nix mehr national“ (Orthographie aus dem Original).

Auf Twitter begann der Gegenprotest unter dem Hashtag #Cutesolidarity. Den postete Mohamed Amjahid, Reporter des ZEIT-Magazins: „Ich möchte an die Herzen appellieren und mit süßen Babyfotos zeigen, dass wir alle zu Deutschland gehören“ (vgl. DF). Prominente und nichtprominente Menschen mit verschiedenstem Aussehen belegen mit ihren niedlichen Baby- und Kinderbildern, wie vielfältig Kindheit in Deutschland schon seit Jahren aussieht, und dass sie sich dumpfen Rassismus, der sich selbst gegen Kinderabbildungen auf Schokoladentafeln entlädt, deutlich entgegenstellen.

Aus Magdeburg berichtet dagegen die Facebookseite „Anekdoten und Weisheiten besorgter Bürger„, dass dort schon Gewalt gegen Schokoladentafeln angewendet wird:

 

Kein Wunder, dass manche dem rassistischen Hass auch bösen Humor entgegen setzen:

Wie die Satirezeitschrift Titanic, die die Motive „kleiner Adolf“ und „Anders Behring Breivik“ zeigt

Bei den „Anekdoten“ empfihelt man „Hitlerjugend-Schokolade“, natürlich 88 Riegel:

Oder auch Pegida-Schokolade – minus Gehirn, plus Hetze.

Wie wäre es mit „Hitler Sport“ in der Sorte „Rassisnuss“

die Schokoladenindustrie reagiert auf #Kinderschokolade Skandal: neue Geschmacksrichtung für #Pegida: #Rassisnuss pic.twitter.com/0mH3KNQGQa

— Katja Charlotte (@katja_unterwegs) May 25, 2016

Snickers für Linkshänder warnt:

Die aktuelle Kinderschokoladen-Debatte spitzt sich zu! pic.twitter.com/9x3MWp4gTS

— SnickersLinkshänder (@snicklink) May 25, 2016

11 Freunde hat auch eine Edition:

Natürlich gibt es jetzt auch eine Sonderedition für alle Rassisten #Kinderschokolade pic.twitter.com/AEvVLfaaj4

— 11FREUNDE_de (@11Freunde_de) May 25, 2016

Und für Beatrix von Storch gibt es Tortenschokolade.

Mehr Torte weniger Besorgnis? #nopegida #noafd #nonazis #kinderschokoladeDanke @PengBerlin für das Motiv pic.twitter.com/5P849bNNdt

— Antifa PR [?] (@antifa_pr) May 25, 2016

Das Social Media Team von „Kinderschokolade“ reagierte derweil gelassen und deutlich: „Wir von Ferreo möchten uns an dieser Stelle ausdrücklich von jeder Form von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung distanzieren. Wir akzeptieren und tolerieren diese auch nicht in unseren Facebook-Communities.“ (vgl. Spiegel Online) .

DFB-Präsident Reinhard Grindel kommentierte die rassistische Hetze so: „Die deutsche Fußballnationalmannschaft ist eines der besten Beispiele für gelungene Integration. Millionen von Menschen in Deutschland sind stolz auf diese Mannschaft, weil sie so ist, wie sie ist. Bei uns kommt es auf Leistung an und nicht auf die Herkunft des Spielers oder an welche Religion er glaubt. Und mehr sollte man zu den geschmacklosen Anmerkungen nicht sagen.“ (Spiegel Online)

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