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Chronik Gewalt und Bedrohung durch Neonazis, Rassist_innen, Antisemit_innen – Mai 2015

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Vorfälle rechtsextremer und rassistischer Gewalt im Mai 2015. (Quelle: Wordle.net)

Permanent bedrohen Neonazis Menschen in Deutschland, schüchtern sie ein oder greifen sie sogar an. Sie schaffen so ein Klima der Angst. Chronik Mai 2015 – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. 

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Fehlende Vorfälle bitte per Mail an netz@amadeu-antonio-stiftung.de.

31.05.2015, Berlin Wilmersdorf

Auf einem Fest am Prager Platz in Wilmersdorf bepöbelte am 31. Mai 2015 um 21.50 Uhr eine Frau in volksverhetzender antisemitischer Weise eine Gruppe aus Israel.Berliner Register

31.05.2015, bei DresdenDie Vizepräsidentin des Bundestags und Linken-Abgeordnete Petra Pau ist in der Nähe von Dresden in einem Lokal von Anhängern der rechten Pegida-Bewegung »bedrängt und genötigt« worden. Pau war privat unterwegs, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sagte sie: »Langsam reicht es, werde privat in der Nähe von Dresden in Kneipe von Pegida-Leuten bedrängt und genötigt«.Neues Deutschland

31.05.2015, Wuppertal

Mitglieder einer rechtsextremen Partei sind nach Angaben der Stadt Wuppertal am Wochenende offenbar in die Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Schule Yorckstraße eingedrungen. Die Stadt hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. Vertreter einer rechtsextremen Partei haben nach eigenem Bekunden unbemerkt von dem eingesetzten Wachdienst sowie den Bewohnern tagsüber eine Absperrung zwischen dem Schulgebäude und einem Sanitärcontainer überwunden, teilt die Stadt Wuppertal mit. Im Eingangsbereich der Unterkunft sowie in einem Aufenthaltsraum sollen sie Fotos gemacht und diese ins Internet gestellt haben. „Wir sind bestürzt darüber, dass es unbefugten Personen mit krimineller Energie gelungen ist, in eine Flüchtlingsunterkunft einzudringen“, erklärte Wuppertals Sozialdezernent Stefan Kühn. „Wir können und wollen die Menschen in unseren Unterkünften aber auch nicht einsperren.“Rheinische Post

30.05.2015, Nauen

Gegenwind für die Fürsprecher des geplanten Flüchtlingsheims in Nauen: Immer wieder wird das Büro der Linkspartei attackiert. Jetzt beklebten Unbekannte die Fenster mit eindeutigen Aufklebern. Das Büro der Linkspartei in Nauen (Havelland) wurde in der Nacht zu Sonntag erneut attackiert – zum zweiten Mal binnen einer Woche. Mit etwa einem Dutzend Aufklebern auf der Fensterfront des Parteibüros gaben sich die Täter nun erstmals auch als Rechtsextreme zu erkennen. Fast alle Aufkleber stammen von der NPD oder ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN). Darauf, dass die Täter der NPD oder JN angehören, lässt sich dennoch nicht schließen, denn die Aufkleber werden frei verkäuflich im Internet angeboten.PNN

30.05.2015, Güstrow

15 Neonazis haben am Samstag in Güstrow eine Kundgebung von Geflüchteten und UnterstützerInnen gegen Rassismus attackiert. Mit einer schwarz-weiß-roten Fahne ausgestattet, begannen sie bei ihrer Ankunft auf dem Marktplatz der Kleinstadt sofort damit, die Stühle eines Restaurants auf AntifaschistInnen zu werfen, die sich den Nazis in den Weg stellten. Nach weiteren Provokationen und Stuhlwürfen traten die Neonazis zügig und von der Polizei zunächst unbehelligt den Rückzug an. Unter den Angreifern waren lokale Neonazis der selbsternannten „Bürgerwehr Güstrow“ und der sich derzeit auf Bewährung befindende NPD-Stadtvertreter Nils Matischent. Verletzte gab es nicht. Während Antifas die angreifenden Nazis zurückdrängen konnten, versuchte die PolizistInnen sie genau davon abzuhalten. Die BeamtInnen versuchten nicht die Neonazis festzusetzen oder Personalien festzustellen. Auch als der Güstrower Neonazi Maik B. einen Stuhl auf einen Beamten schmiss, wurde von dieser Einsatzlinie nicht abgewichen.Kombinat Fortschritt

29.05.2015, Berlin, Kreuzberg

Am Abend wurden zwei Passanten aus homophoben Motiven angegriffen. Gegen 21. 30 Uhr liefen zwei Männer händchenhaltenden die Admiralstraße entlang. Dort trafen sie auf eine sechs- bis achtköpfige Gruppe, aus der heraus sie zunächst gemustert und dann homophob beleidigt wurden. Zwei Männer aus der Gruppe schlugen dann zunächst den einen Mann ins Gesicht, woraufhin dieser auf den Gehweg stürzte. Daraufhin attackierten sie den zweiten Mann. Sie schlugen und traten ihn und warfen eine Plastikflasche nach ihm. An diesem Angriff hatten sich auch die anderen Männer aus der Gruppe beteiligt. Im Anschluss ergriffen die Täter die Flucht.Berliner Register 

26.05.2015, Gelsenkirchen

Heike Jordan wird erneut Opfer rechter Schmierer. Es macht fassungslos: In der Nacht zu Dienstag wurde das Wohnhaus von Heike Jordan mit faschistischen Parolen beschmiert. Es ist nicht das erste Mal, dass die 52-Jährige zum Opfer rechter Gewalt wird. Wie bei der letzten Attacke Ende April (ngn berichtete) schmierten die Täter rechtsextreme und antisemitische Parolen an das Haus der mutigen Frau, die auch schon von einem Neonazis vor ihrer Haustür angegriffen wurde. Der Staatsschutz ermittelt, kommt aber bisher zu keinen Ergebnissen.Dattelner Morgenpost

25.05.2015, Weimar

In Weimar ist ein serbischer Asylbewerber von einem Unbekannten beschimpft und durch einen Kopfstoß verletzt worden. Der 40-Jährige habe bei der Attacke an einer Bushaltestelle einen Nasenbeinbruch erlitten, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Vorfall habe sich am Montagabend ereignet.Thüringer Allgemeine

24.05.2015, Berlin

Ein Radfahrer hatte in der Nacht zu Pfingstsonntag einen Brandsatz auf den Zaun am Schloss Bellevue geworfen. Ein nennenswerter Schaden entstand nicht. Beamte der Bundespolizei konnten das Feuer am Amtssitz des Bundespräsidenten schnell löschen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, später jedoch wieder freigelassen.Auf Flugblättern bekannte sich eine zum rechtsradikalen Spektrum gehörende sogenannte „Deutsche Widerstandsbewegung“ zu der Tat. Es ergeben sich Zusammenhänge zu einer ganzen Reihe von Brandanschlägen die sich seit August 2014 im Regierungsviertel ereigneten. (Register Berlin)

24.05.2015, Kirchrode

Rechtsextreme haben in der Nacht zu Sonntag Flüchtlingswohnheime in Kirchrode und auf der Bult mit rassistischen Parolen und Symbolen beschmiert. Polizei und Staatsschutz haben die Ermittlungen aufgenommen.Hannoversche Allgemeine

24.05.2015, Weißenburg

Am Sonntag, den 24, Mai 2015, gegen 2 Uhr morgens wurde einer der drei Sprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen in einem Schnellimbiss in der Weißenburger Innenstadt von zwei Männern aus einer Gruppe angegangen und beleidigt. Dabei fiel mehrmals der Ausdruck “Arschloch”. Die Gruppe verließ danach den Schnellimbiss und wartete demonstrativ vor dem Laden auf den bekannten Nazi-Gegner. Daraufhin wurde die Polizei informiert. Nach dem Eintreffen von zwei Einsatzwagen der Polizei fielen die Ausdrücke “Arschloch” und “Wichser”. Beim Bemühen die Personalien festzustellen, versuchte einer der beiden Personen auf den Sprecher des Landkreisbündnis gegen Rechts Weißenburg-Gunzenhausen loszugehen. Sein Unterfangen mißlang jedoch, weil die Einsatzkräfte den Mann rechtzeitig noch an beiden Armen festhalten konnten. Nach Aufnahme der Personalien entfernte sich die Gruppe wieder. Zeugenberichten zufolge äußerten sie dabei Parolen gegen linke Türken und Ausländer. (Landkreisbündnis gegen Rechts)

24.05.2015, Dresden

Eine Teppich-Kunstinstallation am Landgericht Dresden ist mit islamfeindlichen Parolen beschmiert worden. Wie die Polizei mitteilte, haben Unbekannte mit schwarzer Farbe den Schriftzug „Scheiß Islam“ über die Teppiche gesprüht. Die Polizei geht davon aus, dass die Täter zwischen Sonntag- und Montagmittag zur Tat geschritten sind. Die Künstlerin Nezaket Ekici hat die Installation „PostIt“ gestaltet, die sich dem Thema „Umgang mit den Anderen“ widmet. Teppiche, so Ekici, sind Orte der Kommunikation und der Gemeinsamkeit – auf ihnen esse und bespreche man sich, verhandle, diskutiere Differenzen und stelle Frieden her. Die orientalischen Muster sollen die Integration von Teilen fremder Kulturen verdeutlichen, die Nähe zum Landgericht auf verschiedene Rechtsverständnisse und Verhandlungspraktiken hinweisen. Nicht zuletzt wird auch an die ägyptische Pharmazeutin Marwa el Sherbini erinnert, die in dem am 1. Juli 2009  Oberlandesgericht aus rassistischen Motiven mit 18 Messerstichen getötet wurde.MDR

23.05.2015, Berlin

Auf dem U-Bahnhof Amrumer Straße schoss am Abend des 22.05. ein Mann auf eine junge Frau mit einer Schreckschusswaffe und verletzte sie am Bauch.Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen beleidigte gegen 21.45 Uhr ein 27-jähriger Mann zunächst eine 17-jährige Jugendliche auf fremdenfeindliche Weise, die gemeinsam mit ihren beiden 16 und 18 Jahre alten Freundinnen und einem 16-jährigen Freund den Bahnsteig betraten. Als ihre 18-jährige Begleiterin den Mann zur Rede stellte, forderte der Pöbler von seinem 22-jährigen Begleiter eine Waffe. Dieser zog eine Schreckschusswaffe aus seinem Holster und gab sie dem 27-Jährigen. Beide folgten der, inzwischen in den eingefahrenen Zug eingestiegenen, Vierer-Gruppe. Der Älter richtete die Schusswaffe auf den Bauch der couragierten 18-Jährigen und drückte zweimal ab. Dabei verletzte er sie an der Bauchoberseite. Danach gab er die Waffe zurück, fasste nach einer Haltestange des Wagons, holte Schwung und trat nach der zuvor beleidigten 17-Jährigen. Hierbei verletzte er sie ebenfalls am Oberkörper. Alarmierte Polizisten nahmen die Tatverdächtigen noch in der U-Bahn fest. Die Verletzten konnten nach ambulanter Versorgung entlassen werden. Die Beamten sicherten Videoaufnahmen und brachten die Männer zur Blutentnahme, nahmen Fingerabdrückte und fertigten Fotos von den Tatverdächtigen an, bevor diese entlassen wurden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin hat die Ermittlungen, auch zu den Hintergründen der Tat, übernommen. (Register Berlin)

22.05.2015, Bochum

Rund um das Volksfest „Kemnade in Flammen“ hat es zwei besondere Polizeieinsätze gegeben. In beiden Fällen wurden die Tatverdächtigen gefasst. Am Freitag gegen 23.40 Uhr wollte eine 17-jährige Jugendliche nach dem Besuch des Seefestes mit dem Bus Richtung Hauptbahnhof. Bereits beim Einsteigen an der Haltestelle Kemnader Straße wurde die dunkelhäutige junge Frau von einer fünfköpfigen Gruppe angegriffen und geschlagen. Im weiteren Verlauf der Fahrt kam es zu rassistischen Beleidigungen und Bespuckungen. Am Halt Königsallee/Wasserstraße verließ die fünfköpfige Gruppe den Bus und ging Richtung City. Fahrgäste riefen sofort die Polizei, so dass die Verdächtigen – zwei Bochumer (30, 31), ein Duisburger (22), ein Krefelder (24) sowie eine Bochumerin (26) – schnell festgenommen werden konnten.DerWesten

22.05.2015, Berlin-Neukölln

Bewohner einer Neuköllner Unterkunft erheben schwere Vorwürfe gegen Sicherheitsdienst. Wieder einmal geht es um das Heim der Pewobe in Neukölln. Die Flüchtlingsunterkunft in der Haarlemer Straße in Neukölln steht immer wieder in der Kritik: Bereits kurz nach der Eröffnung im Februar 2014 schimmelte es in mehreren Räumen, über Monate war die Brandschutzanlage nicht abgenommen worden, Sozialarbeiterstellen blieben unbesetzt. Jetzt gibt es neue Vorwürfe: Im April sollen Wachleute in einer Auseinandersetzung gewaltsam gegen ein Paar vorgegangen sein, sie „geschlagen, geohrfeigt, stranguliert und geschubst“ haben. Das schreibt die Zeitung Neues Deutschland unter Berufung auf Aussagen der BewohnerInnen. Laut der Zeitung soll eine nigerianische Bewohnerin vom Sicherheitsdienst nicht in das Heim gelassen worden sein, weil sie ihre Identitätskarte nicht vorweisen konnte. Die Frau hatte nach eigener Aussage ihr Portemonnaie verloren und wollte zu ihrem zwei Monate alten Kind ins Heim zurückkehren. Als ihr Freund aus dem Heim dazu kam, sei die Situation eskaliert und das Sicherheitspersonal gewalttätig geworden. Das Paar sowie zwei Sicherheitsmänner seien anschließend ambulant im Krankenhaus behandelt worden. Der Heimbetreiber, die Firma Pewobe, weist die Anschuldigungen zurück: „Bei dem Vorfall im Heim Haarlemer Straße ging die Gefahr eindeutig vom Bewohner aus“, sagt eine Mitarbeiterin. Der Wachmann habe „lediglich versucht sich aufgrund der Würg- und Bissattacken im Rahmen des zulässigen zu wehren“.taz

21.05.2015, Berlin-Moabit

An einem Auto mit einem Aufkleber «I love Israel» sind in Berlin-Moabit zwei Reifen zerstochen worden. Eine 52 Jahre alte Autofahrerin bemerkte den Schaden an ihrem geparkten Wagen am Donnerstagabend in der Klopstockstraße, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Da andere Autos die benachbart geparkt wurden nicht beschädigt wurden, wird als Motiv für die zerstochenen Reifen Antisemitismus vermutet wird. Der Staatsschutz ermittelt. (Register Berlin)

19.05.2015, Borgentreich

In der Nacht auf Dienstag wurden im südlichen Kernbereich der Stadt Borgentreich mehrere Hauswände beschmiert und Pkw beschädigt. Bislang unbekannte Täter sprühten Graffitis auf Hauswände von insgesamt fünf Wohnhäusern, eines davon auch in der Lehmtorstraße in der Nachbarschaft zur Schützenhalle. Da bei den Graffitis teilweise verfassungswidrige Symbole aufgebracht wurden, übernahm die Staatsschutzabteilung des Polizeipräsidiums Bielefeld die Ermittlungen.Lippische Zeitung

18.05.2015, Berlin-Hohenschönhausen

Zwei Betrunkene haben eine Gruppe Reisende in der Montagnacht auf dem U-Bahnhof Hellersdorf rassistisch beleidigt und mit einer Bierflasche beworfen. Die Angreifer wurden festgenommen. Die Betrunkenen beschimpften die aus dem arabischen Raum stammenden Männer wegen ihrer Herkunft. Einer von ihnen warf seine Bierflasche auf einen 21-Jährigen. Der wehrte die Flasche mit der Hand ab. Daraufhin traten die beiden Angreifer auf den 21-Jährigen ein. Hinterher rannten die Männer weg. Der 21-Jährige war durch die Tritte leicht an den Beinen verletzt worden. Seine Mitreisenden riefen die Polizei und gaben den Beamten eine Beschreibung der Täter. Wenig später wurden die beiden Angreifer in der Nähe des U-Bahnhof festgenommen (Tagesspiegel).

17.05.2015, Bitterfeld

Die Gewaltanschläge von mutmaßlich rechtsextremen Gruppierungen reißen in Bitterfeld nicht ab – doch die Kommunalpolitik vor Ort schweigt dazu größtenteils. Dabei hat sich die Lage in den vergangenen Wochen extrem zugespitzt. In der Stadt kam es zu massiven Übergriffen: Linksorientierte wurden verletzt, auf das Alternative Kulturwerk wurde ein Brandanschlag verübt. Zudem warfen bisher Unbekannte zum wiederholten Mal schwere Geschosse in die Fenster der Abgeordnetenbüros von Linken und Grünen in Bitterfeld, zuletzt in der Nacht auf den vergangenen Samstag (Mitteldeutsche ZeitungNeues Deutschland).

17.05.2015, Berlin-Hohenschönhausen

Sieben Personen haben in der Nacht zu Sonntag drei Fahrgäste einer Tram der Linie M5 attackiert und ihnen dabei Kopfverletzungen zugefügt. Die mutmaßlichen Täter konnten kurz darauf festgenommen werden. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, riefen die zwei Frauen und fünf Männer kurz vor der Tat „Sieg Heil“ und zeigten den Hitler-Gruß. Bei der Attacke kurz vor der Haltestelle Werneuchener Straße in Alt-Hohenschönhausen wurden drei Männer im Alter von 41, 44 und 45 Jahren verletzt. Anschließend flüchteten die Angreifer. Aufgrund der Personenbeschreibungen konnte die Gruppe in der Nähe von Beamten einer Einsatzhundertschaft vorläufig festgenommen werden (Berliner Morgenpost).

17.05.2015, Berlin Westend

Am 17. Mai 2015, um 0:30 Uhr in der Nacht zum Sonntag, drang ein Mann in das Flüchtlingslager Soorstraße in Westend ein. Er trug ein Samuraischwert. Dies richtete der Angreifer auf drei Bewohner im Alter von 20, 24 und 29 Jahren. Ein Securitymitarbeiter stellte sich schützend mit einem Plastikteil dazwischen und wurde von dem Mann angegriffen. Daraufhin rief die Security die Polizei. Unterdessen hielt der Angreifer dem 20-Jährigen die Klinge an den Hals. Bei einem Verteidigungsgriff verletzte sich der Bedrohte durch die Klinge an der Hand. Der Angreifer bedrohte sie zuletzt mit einer Schusswaffe. Dann verließ er das Gelände. (Register Berlin)

17.05.2015, Berlin-Weißensee

Am Abend wurden zwei junge Männer von einem 31-jährigen Mann rassistisch angegriffen. Gegen 21:20 Uhr war der Täter an der Tram-Haltestelle Buschallee auf die Geschädigten losgegangen, hatte eine Jacke über einen geworfen und anschließend mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Er gab dabei rassistische Äußerungen von sich. Anschließend ging der Täter auf die gegenüberliegende Straßenseite und schlug einen zweite Person unvermittelt in den Nacken und trat ihn mit den Fuß gegen den Schulterbereich. Auch hier äußerte sich der Täter rassistisch. Die Polizei nahm den Täter an einer Haltestelle in der Falkenberger Chaussee fest und leitete Ermittlungen ein. (Register Berlin)

16.05.2015, Waldstadt Wünsdorf bei Zossen

In der Nacht zu Samstag wurde ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Brandenburg verübt. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Neben Brandbeschleunigern fand die Polizei Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen bei den Männern. Erneut ist in Deutschland ein Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft verübt worden – dieses Mal in Brandenburg. Die Täter legten in der Nacht auf Samstag in Zossen südlich von Berlin das Feuer. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest, teilte ein Sprecher mit. Die 23 und 32 Jahre alten Männer stammen aus dem betroffenen Landkreis Teltow-Fläming und gehören laut Polizei der rechtsextremen Szene an. In dem Wagen des Jüngeren fanden die Ermittler verbotene polnische Feuerwerkskörper, Streichhölzer und Brandbeschleuniger sowie Plakate mit fremdenfeindlichen Parolen. Zossen war bereits in der Vergangenheit durch rechtsextremistische Übergriffe in die Schlagzeilen gekommen. Der Schaden an dem Gebäude selbst ist laut Polizei gering. Die Täter hätten drei Abfallcontainer angezündet. Dadurch sei der Giebel des Verwaltungsgebäudes beschädigt worden (Frankfurter RundschauTagesspiegelBerliner Zeitung).

15.05.2015, Sangerhausen

Ein 23-jähriger Afrikaner in Sangerhausen (Landkreis Mansfeld-Südharz) wurde von fünf Männern zusammengeschlagen. Außerdem stahlen sie seine Kleidung. Der Mann musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, teilte die Polizei am Morgen mit.mz-web

15.05.2015, Seeburg

In Seeburg wurden drei 20- bis 22-Jährige von vier Männern angegriffen und verletzt. Laut Polizei soll die dunkle Hautfarbe der Opfer der Auslöser gewesen sein. Die Polizei konnte alle Täter schnappen. Gegen sie wird nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.mz-web

15.05.2015, Berlin

An der Baustelle für das Asylbewerberheim an der Landsberger Allee / Blumberger Damm in Marzahn werden zwei Wasserleitungen zerstört. Die an der Stelle hinterlassenen Aufkleber beinhalteten rassistische Hetze gegen Geflüchtete. Bereits zuvor wurden rassistische Aufkleber am Bauzaun befestigt und auf einer rechten Facebook Seite Fotos der Baustelle veröffentlicht. (Register Berlin)

14.05.2015, Krakow

Es sollte ein spannender Ausflug in die Nähe von Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern werden – am Ende wurde eine Gruppe von Hamburger Jugendlichen von Rechtsextremen belästigt, beschimpft und bedroht. Eine Hamburger Konfirmanden-Gruppe wurde bei ihrem Ausflug nach Krakow am See (Mecklenburg-Vorpommern) von mehreren rechtsextremen Männern belästigt und bedroht. Die Kinder und Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren waren an Himmelfahrt für Rallye unterwegs – am Deliener See trafen sie zufällig auf mehrere junge Männer. Diese riefen ausländerfeindliche Parolen, beschimpften und bedrohten ein 16-jähriges Mädchen sowie einen 14-jährigen Jungen mit dunkelhäutigem Aussehen. Weil sich die Konfirmanden nicht anders zu helfen wussten, verständigten sie per Handy den Begleiter der Gruppe, der ihnen sofort zu Hilfe eilte und sie mit seinem Auto zurück in die Unterkunft brachte. Anschließend machte er sich eigenständig auf die Suche nach den Rechtsextremen und wollte diese auf einem Tankstellengelände in Krakow am See zur Rede stellen. Die Männer flohen jedoch, woraufhin der Gruppenbegleiter die Polizei rief. Die Suche nach den Tätern blieb jedoch erfolglos (Die Welt).

14.05.2015, Sondershausen

Unbekannte haben erneut rassistische Schilder in Sondershausen aufgehängt. In der Nacht zu Donnerstag haben bislang Unbekannte drei bis vier Plakate an Verkehrsschildern zwischen der Flüchtlingsunterkunft in der Güntherstraße und dem Ortsausgang in Sondershausen aufgehängt. Die Polizei ist informiert, hat aber bislang noch keine Hinweise auf die Täter. Die Plakate wurden entfernt. Bereits im Januar gab es in Sondershausen einen solchen Vorfall.Thüringer Allgemeine

14.05.2015, Leisnig

Ein junger Mann muss nach einer gezielt wirkende Attacke, vermummter und bewaffneter Neonazis, ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Andere Betroffene des Angriffes wurden leicht verletzt. Bereits am Nachmittag wurde die Gruppe, welche gerade am Flussufer in Tragnitz bei Leisnig campierte, von einem bekannten Neonazi angesprochen und es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, welches in einer Drohung endete, dass es noch „krachen würde“ . Den Jugendlichen war schnell klar, dass diese an dem Ort nicht bleiben können und machten sich auf den Heimweg. Beim Verladen der Sachen nahe einer Gartenanlage kam es dann zu dem Angriff. Mehrere Personen, welche zum Teil vermummt und mit Baseballschlägern bewaffnet waren stürmten auf die jungen Leute zu und schlugen und traten auf diese ein. Die Angreifer waren zum Teil bekannt und konnten somit auch der rechten Szene Leisnigs zugeordnet werden. Stumpfe Parolen, wie „AJZ-Fotzen“ oder „ dreckiges Asylantenpack“ unterstrichen das rechte Motiv des Angriffes. (RAA Sachsen)

14.05.2015, Forchheim

Forchheim (Lkr. Forchheim). Am sogenannten „Vatertag“ zieht am Abend eine aufgebrachte Gruppe Männer von den Bierkellern im Kellerwald zur Unterkunft für Asylsuchende in der Unteren Kellerstraße. Angeblich habe es einen Streit zwischen einer Familie und zwei Bewohnern der Unterkunft gegeben. Schließlich stehen gegen 20.00 Uhr ca. 50 (zum Teil stark alkoholisierte) Personen auf der Piastenbrücke und auf der Straße vor dem Gebäude. Mindestens vier Personen dringen auf das Gelände der Einrichtung ein, andere werden vom Sicherheitsdienst abgehalten. Aufgrund der Zusammenrottung und bei Tätlichkeiten im Hof der Unterkunft werden mindestens zwei Bewohner_innen verletzt: Eine Frau erleidet einen Schock, ein Kind fällt hin und wird leicht verletzt. Ein Großaufgebot der Polizei rückt an. (AIDA)

13.05.2015, Erfurt

Die Thüringer AfD kommt nicht zur Ruhe: Am Mittwoch erhielt der AfD-Landtagsabgeordnete Oskar Helmerich eine Mail mit Gewalt- und Todesdrohungen. Er gehört zu den Gegenspielern von Fraktions- und Landeschef Björn Höcke. Der unbekannte Absender unter dem Pseudonym „Jakob Gärtner“ warnte in der von Helmerich MDR THÜRINGEN vorgelegten Mail vor „Kieferbruch“ und forderte ihn auf, sich einen Strick zu nehmen, bevor es andere täten und die Tat wie einen Unfall aussehen ließen. Fraktionschef Höcke äußerte sich „schockiert“ und verurteilte die Drohung. Gewalt wie auch Gewaltandrohung seien nicht akzeptabel. Der Staatsschutz der Polizei übernahm die Ermittlungen zu der Mail, die an die offizielle Abgeordneten-Adresse gegangen war.mdr

12.05.2015, Berlin

Eine Gruppe von Rechten, die regelmäßig vor der Alice-Salomon-Hochschule herumhängt, bedroht am Abend Studierende im Eingangsbereich. Die Rechten, die sich mit Naziklamotten zu erkennen geben, machen Fotos von Studierenden, um diese einzuschüchtern, beleidigen und drohen mit Gewalt. (Register Berlin)

12.05.2015, Hamburg

Massiv mit Hass-Mails und Drohbriefen wird die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien überzogen. Sie hatte vorigen Mittwoch vorgeschlagen, Flüchtlinge vermehrt auch privat unterzubringen. Kurz darauf hatte eine rechte Internetplattform die E-Mail-Adresse der 49-Jährigen veröffentlicht. In zahlreichen Online-Kommentaren und Hassbotschaften wurde Prien seitdem als „Volksverräterin“ und Schlimmeres beschimpft und ihr Gewalt angedroht. Sie habe rund 100 anonyme Nachrichten bekommen, in denen sie beschimpft und bedroht wurde, sagte Prien am Dienstag.taz

12.05.2015, Dresden

Am Dienstagmittag attackierte ein 35-Jähriger Mann am Amalie-Dietrich-Platz einen Jugendlichen mit asiatischem Aussehen. Er trat den Jugendlichen unvermittelt und stieß ihn herum, bis Passanten eingriffen. Auch sie wurden von dem Mann angepöbelt. (RAA Sachsen)

10.05.2015, Sontheim

In Sontheim an der Brenz haben Unbekannte Steine auf ein Asylbewerberheim geworfen. Jetzt steht eine Streife vor dem Heim und bewacht das Geschehen. Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Sonntag eine Unterkunft für Asylbewerber in der Nähe von Ulm mit Steinen beworfen. Bewohner des Heims in Sontheim an der Brenz (Kreis Heidenheim) alarmierten die Polizei und berichteten, dass die Täter gedroht hätten, das Gebäude anzuzünden. Stuttgarter Nachrichten

09.05.2015, Bad Freienwalde

Nach der großen Party anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr macht sich Christine Rüstig (Name geändert) macht sich gegen 2.30 Uhr mit ihrem Mann, einem 33 Jahre alten Tunesier, und ihrem 39-jährigen Bruder auf den Heimweg durch die Königstraße. Zwei junge Frauen und zwei junge Männer, alle um die 25 Jahre, verfolgen die Gruppe auf der anderen Straßenseite. Zuerst bleibt es bei verbalen Attacken. Als „Kanacke“ muss sich der Tunesier unter anderem beschimpfen lassen. Als eine der Frauen aus der Angreifergruppe provozierend die Jacke öffnet, ruft der 33-Jährige: „Ich schlage doch keine Frauen.“ Und läuft unbeirrt weiter. Als Christine Rüstig und die beiden Männer zur Tornower Straße abbiegen, scheint sich die Situation zu beruhigen. „Doch dann sprangen ihm die Männer in den Rücken“, berichtet Christine Rüstig. Er und ihr Bruder verteidigen sich und können die Angreifer noch auf Distanz halten. Christine Rüstig flüchtet in Richtung des Toilettenhäuschen und versucht von dort die Polizei anzurufen. Doch eine der Frauen schlägt ihr das Handy aus der Hand und holt sie von den Beinen. Dennoch gelingt Christine Rüstig die Flucht, sie läuft zum Polizeirevier. „Doch es öffnete niemand.“ Doch da rollt ein Funkstreifenwagen heran. Christine Rüstig springt auf die Straße und bittet die Beamten um Hilfe, die dann auch unverzüglich zum Ort des Geschehens eilen. Die beiden Beamten stellen sich schützend vor die beiden Opfer. Inzwischen haben auch die Angreifer, die Christine Rüstig als „Nazis“ bezeichnet, Verstärkung geholt. Zu sechst greifen sie die beiden Männer an, indem sie mit Fahrrädern zwischen den Beamten durchfahren und dann auf die Opfer einschlagen. Auch ein Polizeibeamter wird dabei leicht verletzt. Christine Rüstig bittet die Polizisten, Verstärkung zu rufen. Es sei gerade kein anderer Funkstreifenwagen da und müsse erst von Strausberg angefordert werden. Die Frau kann nicht verstehen, warum die Beamten weder einen Schlagstock, noch Pfefferspray einsetzen. Die Polizisten versichern der Frau, die Täter seien polizeibekannt und könnten sich dadurch ihrer Strafe nicht entziehen. Den Beamten sei es aber gelungen, einen Krankenwagen anzufordern, berichtet Christine Rüstig. Als dieser mit Blaulicht und Martinshorn eintrifft, flüchten die Angreifer. Christine Rüstigs Bruder wird schwer verletzt. Er erleidet einen Bruch des Jochbeins und muss operiert werden. Im Krankenhaus in Eberswalde wird ihm das Gesicht gerichtet. Ihr Mann erleidet eine Platzwunde und schwere Gesichtsverletzungen.MOZ

09.05.2015, Berlin

Sie stachen auf ihr Opfer ein und warfen es ins U-Bahn-Gleisbett: Die Täter, die am 09.05.2015 im U-Bahnhof Klosterstraße einen 25-Jährigen lebensgefährlich verletzten, sind ermittelt. Nach Informationen der Berliner Zeitung handelten sie aus rassistischen Motiven. Mit äußerster Brutalität hatte die Gruppe meist libanesisch stämmiger Täter zwei mongolisch Männer mongolischer Herkunft attackiert. Das Motiv: Rassismus. Am 9. Mai, gegen 2 Uhr, waren die beiden 24- und 25-jährigen Opfer bereits in der Station Alexanderplatz in der U-Bahnlinie 2 von einer neunköpfigen Gruppe angepöbelt und rassistisch beschimpft worden.Fünf aus der Gruppe taten sich dabei besonders hervor. Nach Informationen der Berliner Zeitung beleidigten sie die Opfer als „Scheiß Chinesen“. Inzwischen übernahm der für die Verfolgung politisch und rassistisch motivierter Straftaten zuständige Polizeiliche Staatsschutz die Ermittlungen. Während der Fahrt in der U 2 bedrängten die Täter die Opfer, schubsten und beleidigten sie. Am U-Bahnhof Klosterstraße drängte die Personengruppe den 24- und den 25-Jährigen aus der U-Bahn und schlug und trat auf beide ein. „Schließlich stach einer der Täter dem durch die Angriffe bereits erheblich geschwächten 25-Jährigen mit einem Messer in den Bauch“, sagte ein Polizeisprecher. Ein weiterer Täter stieß den lebensgefährlich Verletzten ins Gleisbett. Dessen Freund sprang hinterher und bewarf die Angreifer mit Schottersteinen, die daraufhin flüchteten. Er zog seinen Freund zurück auf den Bahnsteig. Die Ärzte im Krankenhaus konnten sein Leben nur durch zwei Not-Operationen retten.Berliner Zeitung

09.05.2015, Berlin 

Ein 64-jähriger Kongolese wurde vergangene Nacht eigenen Angaben zufolge in Tiergarten von einem Unbekannten geschlagen und beleidigt. Der Mann ging gegen 3.15 Uhr in Höhe der Kluckstraße über den Magdeburger Platz, als er hinter sich hastige Schritte und rassistische Beleidigungen vernahm. Als er sich umdrehte, soll der Unbekannte ihm einen Schlag auf das Auge verpasst haben. Der 64-jährige Mann begab sich in ambulante Behandlung und alarmierte anschließend die Polizei. (Register Berlin)

09.05.2015, Bad Krozingen

Am Wochenende haben derzeit noch unbekannte Täter mehrere Scheiben im Erdgeschoss der noch nicht bezogenen Container-Unterkunft für Flüchtlinge in Bad Krozingen eingeschlagen. Badische Zeitung

09.05.2015/ 19.05.2015,  Achen 

Ein 17-Jähriger wurde am Samstagmittag an einer Bushaltestelle von einem zunächst unbekannten Mann rassistisch beschimpft und bedroht. Der Angreifer zog plötzlich ein Klappmesser aus der Tasche und stieß damit in Richtung des Jugendlichen, ohne ihn zu treffen. Am späten Samstagabend wurde der Jugendliche erneut von demselben Mann bedroht. 10 Tage später griff der Mann den Jugendlichen bei einem zufälligen Zusammentreffen in Eilendorf mit einem Metallstab an und verletzte ihn leicht. Die alarmierte Polizei konnte einen 22-jährigen Tatverdächtigen festnehmen. (Opferberatung Rheinland)

08.05.2015, Freital

Am 8. Mai wollten drei freie Fotojournalisten sich ein Bild von der Lage in Freital machen und über die beiden dort angekündigten Demonstrationen berichten („Nein zum Heim“ und „Willkommen in Freital“). Sie wurden bereits am Sammlungspunkt bedrängt: Die Nazis wünschten keine Fotos. Die Polizei fühlte sich für den Schutz der Presse nicht zuständig. Die Reporter werden mündlich bedroht und abfotografiert. Einige Teilnehmer verließen die Demo, um die Fotografen körperlich zu bedrängen. Als sie daraufhin die Demo verließen, wruden sie von zwei Personen verfolgt, die am Telefon ihren Aufenthaltsort an andere weitergaben und schließlich ihr Auto abfotografierten. Als ein Fotograf noch einmal versuchte, an die Demoroute zurückzukommen, wurde er in einer Seitenstraße von hinten gepackt, gewürgt und gegen einen parkenden PKW gestoßen. Fünf Angreifer verlangten die Herausgabe der Foto-Speicherkarte, stießen den Fotografen und schlugen ihn gegen den Kopf, bis ein Passant die Täter ansprach und somit dem Fotografen die Flucht ermöglichte.Störungsmelder

08.05.2015, Bamberg

Bamberg. Nach einer Party anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus greift ein Neonazi in der Nacht von Freitag, 8. Mai 2015, auf Samstag, 9. Mai 2015, ein Mitglied der Bamberger VVN/BdA-Jugendgruppe in der Innenstadt an. Zuerst beschimpft er den jungen Mann als „Drecks linke Ratte“, dann schlägt er auf ihn ein. Der Täter soll auch einen metallischen Gegenstand verwendet haben, um dem Geschädigten eine leichte Schnittverletzung zuzufügen. Das Eingreifen Umstehender kann Schlimmeres verhindern. Der Angegriffene muss dennoch mit einem Nasenbeinbruch und mehreren Prellungen im Krankenhaus behandelt werden. (AIDA)

07.05.2015, Dresden

Am Abend des 7. Mai hatte die Polizei auf der Königsbrücker Straße einen Farbschmierer festgenommen. Der 27-Jährige war dabei beobachtet worden, wie er die Scheiben der Straßenbahnhaltestelle “Louisenstraße” und der Bibliothek mit grüner Farbe beschmierte. Der stark angetrunkene Mann (2,46 Promille) konnte von der Polizei festgenommen werden. Die Schmierereien auf der Königsbrücker waren aber offenbar nicht sein einziges Werk. So wurde sein Schriftzug CNS auch auf der Lößnitz- und der Louisenstraße gesichtet. Auf der Lößnitzstraße hat er den Schriftzug “Antifa-Zone” mit den von ihm verwendeten Kürzeln “CNS” und “FARO” mit weißer Farbe übermalt. Außerdem brachte er den Schriftzug “Pegida” an und beschmierte ein weiteres Schaufenster.Neustadt-Ticker 07.05.2015, Wallersdorf Wallersdorf (Lkr. Dingolfing-Landau). In der Nacht zu Donnerstag, 7. Mai, werfen unbekannte Täter_innen gegen 2.00 Uhr eine Flasche mit Brandbeschleuniger gegen die Unterkunft für Asylsuchende in der Osenstraße. Die Behörden machen den Brandanschlag mit Molotov-Cocktail erst am Abend des 12. Mai 2015 öffentlich. Laut Polizei sei ein „geringer Sachschaden“ entstanden. Es werde derzeit „in alle Richtungen ermittelt“. Neonazis hatten zuvor das Anschlagsziel, die Asylunterkunft in Wallersdorf, exakt auf einer google-Karte markiert und mit Straßennamen versehen. Diese Karte hatte dann die Neonazipartei „Der dritte Weg“ wiederum auf ihrer Website verlinkt. (AIDA) 

06.05.2015, Limburgerhof

Auf einem Flachdach liegende Bitumenrollen wurden angezündet: Unbekannten haben am frühen Morgen ein im Bau befindliches Asylbewerberheim in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Limburgerhof angezündet. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand. Einem Zeugen zufolge habe sich unmittelbar nach der Tat ein schwarzer Kleinwagen mit quietschenden Reifen vom Tatort entfernt. Auf dem Gelände sollten den Angaben zufolge in den kommenden Wochen Unterkünfte in Schnellbauweise mit Fertigelementen für insgesamt 16 Asylbewerber eingerichtet werden.Spiegel

06.05.2015, Brodersbyer

In der Nacht zum 06.Mai zündeten Unbekannte eine Strohpuppe vor einer Unterkunft für Geflüchtete im Brodersbyer Ortsteil Höxmark an. Dem Brandanschlag vorausgegangen war ein Zeitungsartikel in der SHZ, in dem das gemeinsame Bauen der Strohpuppe durch Geflüchtete und Betreuer/innen als gelungene Aktion, die der Integration dient, beschrieben worden war. Die Unterkunft wird nun von Polizei und einem privaten Sicherheitsdienst geschützt. (Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein)

05.05.2015, Wriezen

Ein Asylbewerber ist in Ostbrandenburg mit einer Flasche beworfen und am Kopf verletzt worden. Die Ermittler prüfen jetzt, ob Fremdenfeindlichkeit der Grund für die Attacke in Wriezen war. Dazu sucht die Polizei Zeugen.rbb-online

05.05.2015, Freital

Am Abend attackierten drei junge deutsche Männer einen Asylsuchenden. Er war auf dem Weg zur Unterkunft im „Hotel Leonardo“. Sie beschimpften ihn und schlugen den Mann mit einer Flasche und mit Fäusten. Als er zu Boden ging, traten sie ihn. Aufgrund der Verletzungen musste er über Nacht stationär behandelt werden. (RAA Sachsen)

 

04.05.2015, Freital

Unbekannte warfen zwei Feuerwerkskörper in bzw. auf das Gelände die Asylbewerberunterkunft im ehemaligen Leonardo-Hotel in Freital. (RAA Sachsen)

04.05.2015, Berlin-Adlershof 

In der Nacht zum 5. Mai wurde in Adlershof ein Auto eines Türkischen Metzgerei und Döner-Imbiss Besitzers angezündet. Dem Besitzer wurde am 31. März schon die Schaufenster seiner Geschäfte eingeworfen. Ähnliche Brandstiftungen zur selben Uhrzeit und in der selben Umgebung fanden in den letzten 12 Monaten schon statt. Damals war ein antifaschistischer Journalist und ein linker Bezirkspolitiker Ziel der Anschläge. (Register Berlin)

03.05.2015, Gotha

n der Nacht vom 03. Mai zwischen 1:00 und 2:00 Uhr, wurde ein alternativ aussehender Jugendlicher von mehreren szenetypisch gekleideten Neonazis angegriffen und krankenhausreif geschlagen. Der Jugendliche befand sich auf dem Gothaer Neumarkt wo zu dieser Zeit das „Gothardusfest“ stattfand. (ezra)

02.05.2015, Erfurt

Am Wochenende demonstrierten 250 rechte Hooligans von „Gemeinsam Stark Deutschland“ in Erfurt. Das Spaltprodukt der „Hooligans gegen Salafisten“ hatte den Aufmarsch zuvor mehrfach verschoben. Im Vorfeld und auch während der Demonstration der Hooligans kam es wiederholt zu Drohungen gegen und Angriffen auf anwesende Pressevertreter*innen. Zusätzlich zu den Rednern spielte ein Liedermacher und viele Hooligans sangen gemeinsam „Schwarz ist die Nacht, in der wir euch kriegen“ (Fussball-gegen-nazis.de).

02.05.2015, Frohburg

Bereits zum dritten Mal beschädigten Unbekannte die Stolpersteine, die an die Familie Braunsberg erinnern sollen. Die Täter/innen beklebten die Stolpersteine mit Moosgummi. Die drei Stolpersteine wurden erst im März 2015 verlegt und erinnern an Hugo Josephsowie das Ehepaar Franz Hermann und Erna Johanna Braunsberg. Im April wurden die Stolpersteine bereits zweimal kurz hintereinander beschädigt:

03.04.2015 – Stolpersteine in Frohburg beschädigt* 07.04.2015 – Erneut Stolpersteine in Frohburg beschädigt (Chronik LE)

01.05.2015, Berlin 

Auf dem MyFest in Kreuzberg wurden zwei Männer, die sich an den Händen hielten von drei jungen Männern angegriffen. Einer der Angreifer verpasste einem der beiden Männer aus homophober Motivation heraus von hinten eine Kopfnuss. Die Polizei erklärte sich zunächst für nicht zuständig, nahm aber später eine Anzeige wegen Körperverletzung auf.Berliner Register

01.05.2015, Freital

Während der Demonstration „Nein zum Heim“ wurde ein Fotograf erst bedroht, dann verfolgt und letztendlich attackiert. (RAA Sachsen)

01.05.2015, Nürnberg 

Nürnberg. Gegen 13.00 Uhr ist ein Mann mit SPD-Fahne im Hauptbahnhof unterwegs. Dort wird er durch zwei jüngere Neonazis angegangen: einer der beiden zerstört die Fahne und schlägt ihm mit der Faust auf den Kopf. Der Verletzte muss zur Behandlung ins Krankenhaus. Die beiden Neonazis können verhaftet werden. AIDA

01.05.2015, Wriezen (Brandenburg)

Ein Asylbewerber ist in Ostbrandenburg mit einer Flasche beworfen und am Kopf verletzt worden. Die Ermittler prüfen jetzt, ob Fremdenfeindlichkeit der Grund für die Attacke in Wriezen war. Dazu sucht die Polizei Zeugen.rbb-online

01.05.2015, Saalfeld (Thüringen)

Nach den gewalttätigen Übergriffen bei einer Kundgebung in Saalfeld ermittelt die Polizei gegen mehrere Personen. Rechte Demonstranten sollen nach Angaben von Innenminister Holger Poppenhäger am 1. Mai drei linke Punks verletzt haben. Gegen einen 31 Jahre alten Verdächtigen werde außerdem wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Der Mann soll zur Gewalt aufgerufen haben. Bei der Kundgebung sei auch ein Polizist durch Steinwürfe verletzt worden. Poppenhäger räumte außerdem Fehler bei der Absicherung der Kundgebungen ein. Die Beamten hätten vieles richtig gemacht, aber in Anbetracht der Verletzten sei vielleicht auch manches falsch gelaufen. Jetzt solle geklärt werden, wieso gewaltbereite Rechte ohne Polizeieskorte durch Saalfelds Innenstadt ziehen konnten.mdrPublikative

01.05.2015, Weimar

In Weimar überfielen Rechtsextreme aus mehreren Bundesländern gezielt eine friedliche Maikundgebung mitten auf dem Markt, nahmen dabei Verletzungen in kauf. Nun steht die Forderung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Landtagspräsident Christian Carius (CDU) im Raum, dass möglichst rasch dafür gesorgt werden soll, bundesweit ein NPD-Verbot durchzusetzen. In Weimar hatten etwa 40 Neonazis die Gewerkschaftskundgebung gestürmt und drei Menschen leicht verletzt. Sie attackierten auch den SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider . Es war wenige Minuten vor 11 Uhr, als Schneider als Redner der Kundgebung das Wort ergreifen wollte. Die Rechtsradikalen stürmten in dem Moment den Markt, begannen zu pöbeln und zu rangeln und schubsten diejenigen zur Seite, die ihnen im Weg standen. Auf den Holzschildern der meist schwarz gekleideten, allerdings nicht vermummten Rechtsextremen prangte: „1.  Mai seit 33 arbeitsfrei“, „DGB = Arbeiterverräter“ und „Mut zur Tat. Wir sind das Volk“. Zudem war auf weiteren Bannern das Logo der Jungen Nationaldemokraten zu sehen. Die JN ist die Nachwuchsorganisation der rechtsextremen NPD. Menschen, die sich den Angreifern widersetzten, wurden bedroht und verprügelt. Dem Schatzmeister des Weimarer Kreisverbandes der Linken, Alexander Bierbach, wurde ins Gesicht geschlagen, später versuchte einer der Angreifer ihm eine Holzlatte in den Bauch zu stoßen. Der Mann erlitt Prellungen. Auch Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD), der sich den Neonazis in den Weg stellte, wurde von den Rechtsextremen dabei körperlich attackiert. Nachdem Neonazis eine Maikundgebung in Weimar gestürmt haben, ermittelt die Polizei gegen 27 Männer und Frauen aus vier Bundesländern. Die 18 bis 35 Jahre alten Verdächtigen stammen nach Angaben des Innenministeriums aus Sachsen, Brandenburg, Hessen und Thüringen. Den Ort des Angriffs haben die Rechtsextremen offensichtlich wegen der geringen Polizeipräsenz gewählt. Am Freitag hatte die Polizei ihre Kräfte wegen zwei rechtsextremer Märsche in Saalfeld und Erfurt aufgeteilt. Thüringer Allgemeinetlz (mit Fotos)

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