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Die Sig-Rune

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Die Nationalsozialisten okkupierten zahlreiche germanische und heidnische Zeichen und Symbole und deuteten sie für ihre propagandistischen Zwecke um. Viele der genannten Runen kommen auch heute noch in anderen, etwa esoterisch-heidnischen Zusammenhängen vor, ohne dort neonazistische Bedeutung zu haben.

Die Sig-Rune steht in der germanischen Schriftreihe für den Konsonanten ?S?. Die ursprüngliche, germanische Bedeutung ist ?Sol? oder ?Sonne?.

Anfang des 20. Jahrhunderts etablierte sich in der ?Völkischen Bewegung? eine Umdeutung zu ?Sig?, angestoßen durch den Esoteriker Guido von List, der als ein Begründer der rassistisch-esoterischen ?Ariosophie? einer der Vordenker des Nationalsozialismus war. Von den Bedeutungsmöglichkeiten ?Heil?, ?Säule?, ?Schule? oder ?Sieg? wurde letztere immer populärer und hat sich schließlich auch bis hin zur Namensänderung der Rune von ?Sig? in ?Sieg? durch die Nazis durchgesetzt. Sie sollte eine Aura von Stärke und Kraft vermitteln und erweckte Assoziationen mit (militärischer) Gewalt, Kampf und Tod.

Im Dritten Reich wurde die Rune in zweifacher Ausführung zum Abzeichen der SS, der ?Schutzstaffel? der NSDAP und damit nach dem Hakenkreuz zum wichtigsten Symbol der Nazis. In einfacher Variante war es das Zeichen des „Deutschen Jungvolkes“, einer Jugendorganisation der Hitlerjugend für 10- bis 14-jährige Jungen.

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Rechtsextreme Sprachcodes

Rechtsextreme sind bei Wort- oder Phrasenschöpfung erfinderisch – gilt es doch, sprachliche Signale an Gleichgesinnte auszusenden und eigene Ideologie ausdrücken zu können, ohne strafrechtlich belangt zu werden. Gerade im Internet finden solche rechtsextreme Wortschöpfungen schnell Verbreitung.

Von Simone Rafael

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Das Eiserne Kreuz

Auch dieses Symbol wurde von den Nazis okkupiert, keineswegs selbst erfunden. Als dieses Abzeichen 1939 zum bekanntesten Kriegsorden des „Dritten Reichs“ wurde, hatte es bereits eine lange Tradition im Preußischen Militär. Schon 1813 wurde das „Eiserne Kreuz“ in den Napoleonischen Kriegen als Verdienstabzeichen verliehen – und selbst dieses war von Orden inspiriert, die Deutschritter schon seit dem 14. Jahrhundert trugen. Die Ursprünge gehen sogar auf das Alte Ägypten zurück.

Es ist auch heute noch ein gern und allumfassend genutztes Symbol der rechten Szene, muss an allerdings nicht zwingend als solches gelten. Doch die Assoziation zum Militär und der Ausdruck eines Männlichkeitskultes sind immer gegeben. Das Eiserne Kreuz wird auch in der Heavy-Metal- und (eher selten) auch in der Hardcore-Szene verwendet.

Die Bundeswehr nutzt das Symbol seit 1956 als Emblem für ihre Luft- und Kampffahrzeuge, auch auf dem „Ehrenzeichen der Bundeswehr“ ist es zu finden. Es gehört fest zu ihrem „Corporate Design“.

Seit Juli 2009 wird das Kreuz erstmalig wieder seit dem 2. Weltkrieg als Tapferkeitsorden verliehen, was auf die den Vorschlag des Verteidigungsministers Franz Josef Jung (CDU) zurückgeht.

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