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Lexikon: von List, Guido

völkischer Esoteriker, lebte von 1848 bis 1919

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von List, Guido

völkischer Esoteriker, lebte von 1848 bis 1919

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Die Man-Rune

Auch Lebensrune genannt. Im Germanischen eigentlich die Algiz-Rune, „Elch“ oder „Abwehr“. Sie wurde jedoch auch vom völkischen Esoteriker Guido von List umgedeutet zur „Man“-Rune und auf die Bedeutung „Abwehr“ fixiert. Den Nazis zufolge stellt die Rune einen Mann mit zur göttlichen Macht ausgestreckten Armen dar und gilt als allgemeines Symbol der Kraft des Volkes und der völkischen Bewegung.

Heutzutage hat die Rune als beliebtes Schmuckelement rechter Kreise immer noch einen hohen Stellenwert, beispielsweise für Geburtenanzeigen. Wird sie im neonazistischen Zusammenhang in Verknüpfung mit der SA oder „Lebensborn“ verwendet, ist die Man-Rune verboten.

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Die Sig-Rune

Die Sig-Rune steht in der germanischen Schriftreihe für den Konsonanten „S“. Die ursprüngliche, germanische Bedeutung ist „Sol“ oder „Sonne“.

Anfang des 20. Jahrhunderts etablierte sich in der „Völkischen Bewegung“ eine Umdeutung zu „Sig“, angestoßen durch den Esoteriker Guido von List, der als ein Begründer der rassistisch-esoterischen „Ariosophie“ einer der Vordenker des Nationalsozialismus war. Von den Bedeutungsmöglichkeiten „Heil“, „Säule“, „Schule“ oder „Sieg“ wurde letztere immer populärer und hat sich schließlich auch bis hin zur Namensänderung der Rune von „Sig“ in „Sieg“ durch die Nazis durchgesetzt. Sie sollte eine Aura von Stärke und Kraft vermitteln und erweckte Assoziationen mit (militärischer) Gewalt, Kampf und Tod.

Im Dritten Reich wurde die Rune in zweifacher Ausführung zum Abzeichen der SS, der „Schutzstaffel“ der NSDAP und damit nach dem Hakenkreuz zum wichtigsten Symbol der Nazis. In einfacher Variante war es das Zeichen des „Deutschen Jungvolkes“, einer Jugendorganisation der Hitlerjugend für 10- bis 14-jährige Jungen.

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Das Hakenkreuz

Bevor das Hakenkreuz zum bekanntesten Symbol und Inbegriff des Nationalsozialismus wurde, fand es schon seit frühgeschichtlichen Zeiten eine Verwendung als Schmuckelement in China, Japan, Indien, Griechenland und bei den Germanen und Kelten. Der bisher älteste Nachweis wurde in der Ukraine gefunden und wird auf ca. 10.000 v. Chr. datiert. Als positiv konnotiertes Heilssymbol und Sinnbild des Ewigen Kreislaufes ist es etwa als Gestaltungselement der Tempelräume des Dalai Lamas zu finden.

Unter Adolf Hitler wurde das Hakenkreuz 1920 zum Zeichen der NSDAP. 1933 wurde es zum offiziellen Zeichen des Nationalsozialismus, 1935 sogar zum Staatssymbol.

Hitler hat das Hakenkreuz vermutlich auf Grund der Deutungen des rassistischen „Runenkundlers“ Guido von List ausgewählt, der ihm eine völkische und antisemitische Symbolik andichtete.

Die Farben der Hakenkreuzfahne sind denen der Reichskriegsflagge nachempfunden. Das Kreuz stellt hierbei die „Mission des Kampfes für den Sieg des arischen Menschen“ dar. Es ist eingebettet in einen weißen Kreis, der den Nationalsozialismus symbolisieren sollte. Die signalrote Hintergrundfläche stand für den „sozialen Gedanken der Bewegung“.

Heute ist die Verwendung des Hakenkreuzes auf Grund der Untrennbarkeit vom Nationalsozialismus in jedweder Form in Deutschland verboten. Ausnahmen sind hierbei Abbildungen, die das Hakenkreuz eindeutig in Zusammenhang mit Gegenkampagnen bringen. So zum Beispiel rot durchgestrichen auf einem Verbotsschild, über einem Mülleimer oder von einer Faust zerschlagen.

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