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Diskriminierende Entgleisungen der WM

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"Party-Patriotismus" in Deutschland. (Quelle: J. E. Golenia)

 

Woche 2

 

HOMOPHOBE FANGESÄNGE GEGEN MANUEL NEUER: GELDSTRAFE FÜR MEXIKANISCHEN VERBAND

Die Fans des lateinamerikanischen Teams sind Wiederholungstäter – nun muss der Verband zahlen. Die schwulenfeindlichen Sprechchöre seiner Fans kosten den mexikanischen Fußballverband (FEMEXFUT) nun eine empfindliche Geldstrafe. Das hat der Weltfußballverband FIFA nun in der Schweiz beschlossen. Der mexikanische Fußballverband muss eine Geldstrafe in der Höhe von 10.000 Schweizer Franken, umgerechnet 8.700 Euro, zahlen, weil die Fans beim Match gegen Deutschland „diskriminierende und beleidigende Gesänge“ angestimmt hätten. Außerdem drohte die FIFA, dass bei erneute Vorkommnissen dieser Art weitere Strafen für die Lateinamerikaner drohen.

http://www.ggg.at/2018/06/21/homophobe-fangesaenge-gegen-manuel-neuer-geldstrafe-fuer-mexikanischen-verband/

 

Hasserfüllter Shitstorm gegen Schwedens Mittelfeldspieler Jimmy Durmaz

Nachdem Schweden im Spiel gegen Deutschland mit 1:2 verlor, machten viele Schweden den türkischstämmigen Mittelfeldspieler Jimmy Durmaz zum Sündenbock. Der schwedische Fußballverband kündigte nach den wüsten Beschimpfungen und Morddrohungen gegen den Mittelfeldspieler an, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Und auch Ministerpräsident Stefan Löfven verurteilte die Beleidigungen aufs Schärfste. „Das ist so erbärmlich“, sagte Löfven im schwedischen Fernsehen. „Wir dulden es nicht, dass ein Spieler Bedrohungen und Verletzungen ausgesetzt ist“, begründete Verbandsgeneralsekretär Hakan Sjöstrand das juristische Vorgehen – und hatte damit die volle Rückendeckung des gesamten Teams

Durmaz hatte Timo Werner gefoult, was in der Nachspielzeit zum entscheidenden Freistoß für das deutsche Team führte. Am nächsten Tag gab Jimmy Durmaz ein Statement zu den rassistischen Anfeindungen ab: Mit verschränkten Armen versammelte sich die gesamte Mannschaft vor dem Training vor Journalisten und Zuschauern, als der so übel beschimpfte Nationalspieler das Wort ergriff. „Es gehört zu unserem Job, kritisiert zu werden, Tag für Tag. Aber ein Teufel genannt zu werden oder Selbstmordattentäter sowie Beleidigungen gegen Familie und Kinder sind völlig inakzeptabel. Ich bin schwedisch und stolz darauf, das Trikot und die Flagge zu tragen“, sagte Durmaz und schloss mit den Worten: „Wir sind vereint. Wir sind Schweden, oder Jungs?“ Dann antworten alle: „Fuck Racism!“ und klatschen. Durmaz war nach seiner Rede sichtlich bewegt. Viele Mitspieler nahmen ihn in den Arm. „Mich hat das unglaublich berührt. Es gab zuletzt viel Rassismus in Schweden, es muss sich etwas ändern“, sagte Stürmer Marcus Berg stellvertretend für die gesamte Mannschaft.

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.jimmy-durmaz-schweden-setzt-bei-wm-2018-starkes-zeichen-gegen-rassismus.4b2f23fc-ca2d-42c2-bbf7-163b2643cd2f.html

 

 

W?oche 1

 

21.06.2018

WM: England von Nazi-Eklat erschüttert

Anhänger der Engländer in Russland sorgten für einen handfesten Skandal. Eine Gruppe von mutmaßlichen Fans soll in einer Gaststätte in Wolgograd den Hitlergruß gezeigt und antisemitische Äußerungen auf ein Video gesprochen haben. Das berichtete die BBC. Die FA teilte mit, dass die Polizei versuche, die Männer zu identifizieren.

http://sport.oe24.at/fussball/wm2018/gruppe/g/England-von-Nazi-Eklat-erschuettert/338126044

 

20.06.2018

Rassismus beim Senegal-Sieg? Ex-Tottenham-Eigentümer Lord Alan Sugar sorgt mit Twitter-Foto für Aufruhr

Lord Alan Sugar, ehemaliger Eigentümer des Premier-League-Klubs Tottenham Hotspur , hat nach dem 2:1-Sieg des Senegal gegen Polen bei der WM in Russland mit einem Tweet für Wirbel gesorgt. Auf Twitter postete Sugar ein bearbeitetes Bild von der Mannschaft des Senegal und typischen Artikeln von Strandverkäufern. „Ich erkenne auf diesem Bild einige dieser Jungs vom Strand von Marbella wieder“, schrieb er über seinem Tweet.

 

?@Lord_Sugarpic.twitter.com/PhIDZ5OhqT

— kymera (@kymera11) 22. Juni 2018

 

http://www.goal.com/de/meldungen/ex-tottenham-eigentuemer-lord-alan-sugar-twitter-post-wirbel/zyrgacuywxsw1cmg9s00y3bh3

 

Brasilianer als braune Würstchen – ist diese Packung rassistisch?

Der Würstchenhersteller Grillido verkauft in deutschen Supermärkten derzeit ein Produkt, das an das WM-Halbfinale von 2014 erinnern soll. Gastgeber Brasilien unterlag damals Deutschland mit 1:7. Grillido feiert das mit einer Würstchenpackung, in der sieben weiße Würstchen sind – und ein braunes. Denn natürlich haben nicht alle Menschen in Brasilien braune Haut, und nicht alle Deutschen sind weiße Würstchen. Es scheint, als haben die Verantwortlichen bei Grillido einfach die gängigsten Klischees in eine Wurst gepackt und finden das Ergebnis amüsant.

http://www.bento.de/sport/fussball-wm-2018-grillido-verkauft-wuerstchen-packung-deutschland-brasilien-2523774/

 

19.06.2018

 

Es war klar, zu welcher Erzählung die „Bild“ vornweg greifen wird, wenn die Nationalmannschaft stolpert: zu der vom Artfremden, das nicht zu „uns“ gehört. Und passend darf das der fränkische Hornochse und ehem. Plattwalzkicker Matthäus vortragen.“Bild“ – Hauptblatt der Bewegung pic.twitter.com/YyS2Ufqz1X

— Tim Wolff (@titatimwo) 19. Juni 2018

 

17.06.2018

 

Es hat nichts damit zu tun, dass sie eine Frau ist – oder?

Mit Claudia Neumann gibt es eine weibliche Kommentatorin. In Sozialen Netzwerken heißt das: Zeit für Sexismus-Bingo.

 

 

 

Rassismus mit Maradonna

Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradonna erregte im Stadion beim Spiel Argentinien gegen Island die Aufmerksamkeit südkoreanischer Fans, die ihm zujubelten, als sie ihn erkannten, Maradona, so die Schilderung der Reporterin, winkte, lächelte, warf einen Kussmund herüber – und zog sich dann mit den Fingern die Augen in die Länge um damit wohl einen asiatischen Menschen darzustellen. Später erläutert er, die rassistische Geste habe eine „wohlwollende Reaktion“ sein sollen dafür, dass Koreaner*innen das argentinische Team unterstützen.

https://www.welt.de/sport/article177684160/Fussball-WM-2018-Maradona-wird-Rassismus-gegen-Asiaten-vorgeworfen.html

 

Geschmackloses „Welt“-Cover

Am Sonntag fand das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft statt. Die „Welt am Sonntag“ behandelt das Match auf ihrem Titelbild – doch greift damit gleich mehrfach daneben. „Sorry, Mexiko. Heute bauen WIR die Mauer!“ stand auf dem Cover.

Das Cover greift die Hetze von US-Präsident Donald Trump gegen Lateinamerikaner auf. Trump bezeichnete Einwanderer aus Mittel- und Südamerika und insbesondere Mexikaner*innen pauschal als „Kriminelle“, „Vergewaltiger“ und „Killer“. Aus diesem Grund will er eine Mauer zum südlichen Nachbarstaat errichten. Auch weil vergangenes Jahr über 400 Menschen in dem Grenzgebiet gestorben sind, ist dies nicht witzig, sondern einfach geschmacklos.

Das Niveau sinkt und sinkt und sinkt. #schland #schlandwatch #DieMannschaft #GERMEX pic.twitter.com/tZoIuNiazH

— Schland-Watch WM 2018 (@Schland_Watch) 17. Juni 2018

 

 

Mexiko-Fans mit homophoben Sprechchören

Das Gruppenspiel gegen Deutschland wurde am Sonntag von „Puto“-Schreien mexikanischer Fans belastet. Beim ersten Gruppenspiel Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ist es am Sonntag zu homophoben Sprechchören mexikanischer Fans gekommen. Diese stimmten – trotz etlicher Sanktionen in den letzten Jahren – bei der Partie im Moskauer Luschniki-Stadion erneut „Puto“-Rufe an. Deutschland verlor das Spiel 1:0. Im Stadion sollen sozialen Netzwerken zufolge die „Schwuchtel“-Rufe deutlicher zu hören gewesen sein als in der TV-Übertragung, wo sie aber u.a. in der 43. Minute zu erahnen waren. Die „New York Times“ erwähnt einen weiteren Ruf in der 25. Minute. Entsprechende Rufe zur Beleidigung gegnerischer Spieler sind in vielen Teilen Lateinamerikas populär – sie sind zumeist vor einem Torabstoß zu hören. Bereits bei der letzten WM 2014 in Brasilien hatte es bei mehreren Spielen „Puto“-Rufe gegeben, häufiger und lauter als an diesem Sonntag. Die Beleidigung, die auch „Stricher“ bedeuten kann, wurde von der FIFA nicht sanktioniert, sondern im Fußball-Kontext als „nicht beleidigend“ bewertet (queer.de berichtete). Zuletzt hatte der Weltfußballverband allerdings ein Umdenken gezeigt und entsprechende Rufe bei Länderspielen mehrfach mit Geldstrafen belegt. Am 18.06.2018 kündigte die FIFA an, diie „Puto“-Rufe zu prüfen.

http://www.queer.de/detail.php?article_id=31373

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wm-2018-homophobe-rufe-von-fans-mexiko-droht-strafe.1aa2e527-517f-4044-a2d1-14132b225836.html

 

16.06.2018

Nigerianer stürzt von Dach  und Taxi rast in Menschenmenge

Die Zeitung „Moskowski Komsomoljez“ meldete, ein 26jähriger Fan aus Nigeria sei am Samstag vom Vordach eines Hauses gestossen worden und habe sich beide Fersen gebrochen. Zu der Handgreiflichkeit mit Hausbewohnern sei es gekommen, weil der Nigerianer dort betrunken getanzt und gelärmt habe. Die Polizei dementierte allerdings jegliche Gewalttätigkeit, der junge Mann sei aus eigener Unachtsamkeit heruntergefallen.

Am gleichen Abend scherte auf der Iljinka-Straße ein Taxi aus dem im Stau stehenden Verkehr aus und fuhr mit Schwung in die Menschenmenge auf dem Bürgersteig. Laut der Nachrichtenagentur Interfax wurden 8 Menschen verletzt, darunter zwei Staatsbürger Mexikos. Am Steuer des Taxis saß ein 32-jähriger Kirgise, der zu fliehen versuchte, aber gefasst wurde. „Nach den Videoaufnahmen zu urteilen, sieht es nach Absicht aus“, sagt der Moskauer Rechtsanwalt Nikolai Polosow. Das Oppositionsportal „Russki Monitor“ urteilt: „Das war ein Terrorakt.“

http://www.fr.de/panorama/wm-in-russland-groteske-zwischenfaelle-fuer-fussballfans-a-1527565

14.06.2018

 

WM: Erster LGBTI-Aktivist festgenommen

Wenige Stunden vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft am 14. Juni ist der britische LGBTI-Aktivist Peter Tatchell am Donnerstag in Moskau bei einem Protest festgenommen worden.

Der ursprünglich aus Australien stammende 66-Jährige, hatte als einzelner Demonstrant ein Schild hochgehalten, mit dem er auf die Schwulenverfolgung in Tschetschenien und die mangelnde Aufklärung durch russische Strafverfolgungsbehörden aufmerksam machen wollte: „Putin unternimmt nichts gegen die Folter von homosexuellen Menschen in Tschetschenien“, heißt es auf dem Schild.

http://www.queer.de/detail.php?article_id=31358

 

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