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EXIT ruft zur offiziellen Anerkennung aller Opfer durch rechtsextreme Gewalt auf

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Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." (Quelle: Flickr / 5auge / CC BY-NC-ND 2.0)

Und dies ist der Aufruf von EXIT Deutschland und dem „Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten„:

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Das ist für uns der zentrale Satz der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Zwickauer Terrorzelle. Diese Gruppe hat uns wie nie zuvor in diesem Land vor Augen geführt, welche Dimensionen der Terror von Rechtsradikalen haben kann – wir wissen wovon wir reden. Und es ist noch nicht vorbei, denn die Gedenkveranstaltung und die Untersuchungsausschüsse werden die letzten zwanzig Jahre rechtsradikaler Gewalt in Deutschland nicht erklären können. Zumindest nicht, solange wir uns damit nicht als Gesellschaft auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen.

182 Tote sind nach Recherchen der MUT-Redaktion und des Opferfonds CURA der Amadeu Antonio Stiftung zu beklagen. 182 Menschen, die ihr Leben durch Hass, Rassismus und Antisemitismus verloren haben. Auf diese Dimension der Gewalt haben wir schon bei der Gründung von EXIT-Deutschland im Jahr 2000 hingewiesen, als wir uns öffentlich im stern mit den Opfern und ihrer Perspektive solidarisierten.

Wir müssen erkennen, dass bundesdeutsche Behörden, Polizei, Justiz, Verfassungsschutz und der Rechtsstaat kläglich versagt haben. Wie es nicht nur der Fall der NSU drastisch zeigt, ist es mit dem Handeln der Apparate unseres Rechtsstaates oft nicht weit her. Dabei geht es nicht um den Verfassungsschutz allein, wenn er auch zurecht in der Kritik steht, Misstrauen angebracht ist und seine Funktionen neu geregelt werden sollten, sondern um sämtliche staatliche Behörden. Nicht ohne Grund begann Angela Merkel auf der Gedenkfeier ihre Rede mit diesem Gedanken: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ – Aller staatlichen Gewalt!

Es fehlt offenbar der Willen, das Grundgesetz als unmittelbar geltendes Recht zu leben und in jedem Einzelfall konsequent, öffentlich überzeugend und ohne Fensterreden zu demonstrieren.
Das hat bis in jede staatliche Handlung hinein unmittelbare und gravierende Konsequenzen. Es geht nicht um moralische Appelle, sondern um Handfestes, oft bis tief in juristische und andere Bereiche hinein, wo sich Verantwortungslosigkeit und angewandte Menschenfeindlichkeit hinter Bürokratie verschanzen.

Wir als Bürger wollen mehr Verantwortung übernehmen, die Behörden des Rechtsstaats kritisch begleiten und mit für den Schutz der Verfassung und der Grundrechte zu sorgen.
Die jüngsten Ereignisse und Morde der braunen Terroristen zwingen uns als Gesellschaft endlich aufzuarbeiten, was all die Jahre gerade in der Politik nur am Rande eine Rolle spielte:
Es ist Zeit, die Würde der Opfer des braunen Wahnsinns wiederherzustellen. Dies kann und muss mit der Anerkennung aller Opfer rechtsradikaler Gewalt beginnen. Welches Signal sendet eine Gesellschaft aus, wenn sie die Schicksale der Opfer unkommentiert stehen lässt und diese so erst zu dem werden, was sie für die Täter waren: bloße Objekte ihres Hasses. Welches Signal senden wir aus an die Täter und geistigen Brandstifter?
Mit dem Gedenken an jedes einzelne Opfer rechtsradikaler Gewalt ist verbunden, dass die Verfolgung der Täter in diesem Land stärker als gemeinsame Verantwortung wahrgenommen wird. Vor allem aber geht es darum, die Würde und den Respekt aller Opfer – als Menschen – öffentlich wieder herzustellen. Setzen Sie daher ein Zeichen unter:

| http://www.facebook.com/pages/F%C3%BCr-die-Anerkennung-aller-Todesopfer-durch-rechte-Gewalt/198754926890680

und

| www.petitiononline.de/petition/die-wuerde-des-menschen-ist-unantastbar-fuer-die-anerkennung-aller-opfer-durch-rechte-gewalt/847

Für die Anerkennung aller Opfer durch rechte Gewalt

Unterzeichner des Aktionskreis ehemaliger Rechtsextremisten / EXIT-Deutschland

Gabriel Landgraf | Ehem. Freie Kameradschaftsszene / BASO / MHS

Heidi Redeker | Ehem. Heimattreue Deutsche Jugend

Tanja Privenau | Ehem. Freie Kameradschaftsszene / Artgemeinschaft

Martin Engelbrecht | Ehem. Freie Kameradschaftsszene / Club 88 Norddeutschland

Matthias Adrian | Ehem. NPD / JN

Oliver Podjaski | Ehem. Kameradschaftsszene / Sänger der Gruppe Hauptkampflinie

Manuel Bauer | Ehem. Kameradschaftsszene Sachsen

Christoph Schwarz | Ehem. Autonome Nationalisten NRW

Christian Ernst Weißgerber | Ehem. Autonome Nationalisten, Media pro Patria, Sänger der Gruppe Novus Ordo Mundi

Steven Hartung | Ehem. Autonome Nationalisten, Media pro Patria

Marcel W.* | Ehem. Freie Kameradschaftsszene

Klara F.* | Ehem. Freie Kameradschaftsszene Norddeutschland / Brandenburg / Berlin

Sascha S.* | Ehem. NPD / JN

Sebastian I.* | Ehem. Freie Kameradschaftsszene Berlin

Elisabeth V.* | Ehem. Freie Kameradschaftsszene Süddeutschland

*Name geändert. Der richtige Name ist dem Aktionskreis bekannt.

Weitere Unterzeichner:

Fabian Wichmann | EXIT-Deutschland
Daniel Köhler | EXIT-Deutschland
Ahmad Mansour | Psychologe
Alper Taparli | Kommunikationswissenschaftler
Claudia Dantschke | Zentrum Demokratische Kultur, Berlin
Bundesinitiative – Ausstiege aus dem Extremismus

Mehr im Internet:

| www.exit-deutschland.de
| www.facebook.com/pages/Für-die-Anerkennung-aller-Todesopfer-durch-rechte-Gewalt/198754926890680
| www.petitiononline.de/petition/die-wuerde-des-menschen-ist-unantastbar-fuer-die-anerkennung-aller-opfer-durch-rechte-gewalt/847

Mehr auf netz-gegen-nazis.de:

| EXIT
| Aussteiger
| Todesopfer rechtsextremer Gewalt

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Erstmal vor den Füßen kehren üben, als direkt den Dreck der ganzen Stadt nehmen

Zu den wohl ansteckendsten Übeln dieser Welt gehört die schlechte Laune. Sie braucht eigentlich keine Anlässe, weil es immer Dinge gibt, die einen grummeln lassen oder schlimmeres. Schauen wir uns um: Unsere Welt ist voller Ereignisse, die schlechte Laune provozieren. Terror, Feindseligkeiten, himmelschreiende Ignoranz, Rassismus und allenthalben Leid und Unglück. Wenn es mir schlecht geht und ich in eine Stimmung gerate, in der mir angesichts all dessen die Welt hoffnungslos erscheint, dann schaue ich auf einen Brief, den ich mir selbst geschrieben habe. Darin steht an erster Stelle: "Bitte, mach keine Haufen aus ungelösten Problemen. Schichte sie nicht so hoch auf, dass sie wie ein unerklimmbares Gebirge erscheinen." Nun ist es das Wesen der schlechten Laune, dass sie unbeeindruckt bleibt von solchen Tricks. Also kommt der zweite Punkt: "Schau näher hin. Viel näher. Wenn man sich schwach fühlt und die Straße kehren will, dann ist es besser vor den Füßen zu fegen, als an den Dreck der ganzen Stadt zu denken. Das kannst du machen, wenn du ungefähr weißt, wie es geht."
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