Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

Januar – Februar 2014 Diskurse zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit

Von|
Eine kleine Auswahl von Schnappschüssen des Blogs "Lookismus gegen Rechts". Interessant, das hier eher gefragt wurde, ob die Blog-Macher das dürfen, als dass gefragt wird, ob die rassistischen Hater*innen das dürfen. (Quelle: Screenshot / ngn)

Der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer beginnt das Jahr mit einem antiziganistischen Ausfall gegenüber Sinti und Roma,  denen er pauschal unterstellt, sie würden mit kriminellen Absichten nach Deutschland zuwandern: „Wer betrügt, der fliegt.“  Dafür gibt es viel Applaus von Rechtsaußen, später springt z.B. auch die Partei AfD auf diese „Argumentation“, die jeder Grundlage in der Realität entbehrt, auf.  (ZEIT onlineWelt

Die renommierte überregionale „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlicht anlässlich der Übernahme des Messenger-Dienstes „What’s App“ durch Facebook eine antisemitische Karikatur in „Stürmer“-Manier, was zahlreich diskutiert wird (Alan Posner auf Welt.deSpiegel onlinePublikative.org).

Homophobie: Autor Matthias Matussek (Ex-„Spiegel“) schreibt auf der Online-Seite der überregionalen Tageszeitung „Die Welt“ einen Artikel mit dem Tenor (und der Überschrift): „Ich bin homophob. Und das ist auch gut so.“ Es geht ihm darum, dass Kinder in Schulen nicht lernen sollen, dass es auch gleichgeschlechtliche Paare gibt. So sehen es auch 140.000 Menschen in Baden-Württemberg, die eine Petition gegen Erziehung zu sexueller Vielfalt in Schulen unterschreiben. (taz). Matussek löst mit seinem Artikel ein Protestwelle aus (z.B. FR).  Auch die rechtsextreme Splittergruppe „BiA“ macht in Bayern Kommunalwahlkampf mit Homophobie. Ein homophobes Plakat wird vom Münchner Stadtrat verboten (ggg.at

Der rechtspopulistische SPD-Politiker Thilo Sarrazin veröffentlicht ein neues Buch, in dem er „Tugendterror“ und mangelnde Meinungsfreiheit in Deutschland beklagt – für Menschen, die ungestört islamfeindlich und rassistisch diskriminieren wollen. Es wird in vielen Medien besprochen, löst aber keine Diskurs aus wie sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ vier Jahre zuvor. (Hintergrund: Analyse der Kolleg*innen vom Mediendienst Integration mit Faktencheck).

Rüge von der ECRI-Kommission des Europarats an Deutschland: Viele Hassdelikte werden in Deutschland nicht erkannt oder nicht verurteilt: Die Anti-Rassismus-Kommission des Europarats ist alarmiert über den Verlauf öffentlicher Debatten über Einwanderer – und pocht auf konkrete Reformen. (sueddeutsche.deZEIT onlineheute.de).

Dürfen die das? Der Tumblr-Blog „Lookismus gegen rechts zeigt einfach mal die Gesichter der Menschen, die im Internet rechtsextrem, rassistisch oder hasserfüllt posten – anhand ihrer eigenen Profilfotos. Vati im Liegestuhl oder mit großem Fisch in der Hand,  Muddi macht ein Selfie vor dem Spiegel im Flur – so banal sind die Akteur*innen deutschen Hasses. Facebook findet das suspekt und löscht die entsprechende Seite, Medien finden das interessant, wie etwa Berichte bei stern.de, der Huffington Post, DE:Bug, der ARD Webschau und beim Bayerischen Rundfunk zeigen.

Weiterlesen

20210317_211018

Atlanta Acht Tote nach rassistischem und frauenfeindlichem Anschlag

Der Täter gibt als Motiv Sexsucht an. Sein Social-Media-Auftritt deutet in Richtung Rassismus und Antifeminismus. Incels, Rechtsextreme und Verschwörungsgläubige basteln sich bereits passende Erklärungen für den Anschlag.

Von|
Parteitag AfD Berlin

AfD Zwischen Pro-Israel-Bekundungen und Antisemitismus – TEIL 2

Ist die AfD wirklich die „pro-jüdischste und pro-israelischste Partei im Bundestag“? Wenn man genauer hinschaut findet man schnell antisemitische Verschwörungstheorien und Beleidigungen gegenüber Juden und Jüdinnen, die die Partei kritisieren. Aber die AfD prangert auch Antisemitismus an, allerdings nur eine ganz bestimmte Spielart.

Von|
Eine Plattform der