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Neonazi-Netz-Vorlieben Warum finden Nazis „Rammstein“ gut?

„Rammstein“ gehören zu den beliebtesten deutschen Bands weltweit. Auch in der rechtsextremen Szene haben sie Fans. Was spricht die Neonazis an, wenn sie „Rammstein“ als Lieblingsband auf ihren Profilen im Web 2.0 angeben?

 
Wilde Musik-Mischung auf diesem Neonazi-Profil neben Rammstein. "Luni" ist Michael "Lunikoff" Regner, Ex-Sänger der Naziband "Landser", "Sacha Korn" ein rechtspopulistischer Liedermacher.

„Rammstein“ gehört zu den Bands der so genannten „Neuen Deutschen Härte“ (NDH). Diese machen „deutsche Identitätsmusik“ und vermitteln vieles über Ästhetik: monumentale Inszenierungen, männlich-martialischer Körperkult, Todessehnsucht, Pathos. Gezielte Tabubrüche sollen die NDH in die Diskussion bringen und darüber die Faszination für das „deutsche Böse“ auslösen. „Rammstein“ nutzt in ihren Videos einen Stil, der stark an die Ästhetik Leni Riefenstahls angelehnt ist. Die Band äußert zwar stets, unpolitisch zu sein und rechtfertigt diese nationalsozialistische Ästhetik als aus dem politischen Kontext herausgelöst – was aber faktisch unmöglich ist. Entsprechend machen die NS-Anklänge und tabubrechenden Inszenierungen Rammstein bei Rechtsextremen beliebt. Das martialische Auftreten mit Feuer und viel nackter, muskulöser Haut bei Live-Auftritten wird ebenso begrüßt. (jb)

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Dieser Text ist ein Auszug aus der Broschüre von www.belltower.news und no-nazi.net: „Zwischen Propaganda und Mimikry – Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken„. Sie steht hier zum Download bereit. Die Printausgabe ist leider bereits vergriffen. Über das Projekt no-nazi.net bieten wir auch Workshops zum Thema „Nazis in Sozialen Netzwerken“ an. Mehr aus der Broschüre auf netz-gegen-nazis.de: | Broschüre 2012| Rechtsextreme Archetypen in Sozialen Netzwerken| Neonazi-Kampagnen-Themen in Sozialen Netzwerken| Neonazi-Ansprache-Strategien in Sozialen Netzwerken| Neonazi-Netz-Vorlieben

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