Weiter zum Inhalt Skip to table of contents

White Rex Aggressive Clothing Brand

Von|
Um mit unterschiedlichen Stilen viele potentielle Käufer_innen anzusprechen, verkauft „White Rex“ Streetwear-Bekleidung mit Motiven aus der slawischen und germanischen Mythologie, verwendet aber auch Abbildungen von Boxern samt Oldschool-Tattoos. (Quelle: Screenshot)

 

Zuerst erschienen auf Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis

 

Die Marke stellt diverse Artikel im Streetwear-Bereich her, deren moderne Aufmachung rassistische, nationalistische und faschistische Inhalte vermitteln. Zudem produziert „White Rex“ eigene Kampf- und Kraftsportbekleidung und Zubehör.

Die Marke veranstaltet in Russland nicht nur RechtsRock-Konzerte, sondern ist maßgeblich an eigenen, rechten Kampfsportveranstaltungen beteiligt, die zum Teil mehrere Hundert Besucher*innen anziehen.Seit 2013 baut „White Rex“ auch Kampfsport-Events in Westeuropa auf und formierte eigene Teams, z.B. in Tschechien. Marken-Gründer Nikitin leitete außerdem einige Seminare in Deutschland und in der Schweiz, deren Teilnehmer*innen in lokalen, extrem rechten Organisationen und Parteien verankert sind. Nikitin will mit seiner Marke Kampf- und Kraftsport, kombiniert mit einer gesunden Lebensführung, in der europäischen Neonazi-Szene etablieren, damit diese wehrhafter wird.

 

Das Logo von White Rex Quelle: Runter von der Matte

 

Motive und Designs

„White Rex“ als Klamotten-Marke benutzt in ihren Motiven (Neo)Nazi-Symbole und weist auch in ihrer Gründungsgeschichte klare Bezüge zur Neonazi-Szene auf. Im Logo wird vordergründig ein germanischer Krieger gezeigt, während im Hintergrund ein „Kolovrat“ prangt – ein Symbol aus der slawischen Mythologie, welches aus zwei übereinander gelegten Hakenkreuze besteht.Mittlerweile verwendet die Marke ein weiteres Logo, das moderner und unverfänglicher wirkt. In Anlehnung an die Hardcore-Bewegung stellt dieses zwei gekreuzte Blitze dar, dazu die Abkürzung „WTRX“.

 

Quelle: Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis

Das Gründungsdatum soll laut eigenen Angaben der 14. August 2008 gewesen sein. Dies ist eine Anspielung auf die, in der Neonazi-Szene verwendete, Zahlenkombination „1488“ – 14.08.08.In der Logik des Unternehmens stehen völkische, nationalistische und rassistische Inhalte zentral, die sie mit Stolz, Ehre, Kampffähigkeit und Gewaltästhetik in Verbindung bringen und vermarkten. Gründer Denis Nikitin spricht nicht grundlos von „seinen zukünftigen Soldaten“, wenn er von Kämpfer*innen spricht, die für „White Rex“ in den Ring steigen. Dabei bezieht er sich interessanterweise nicht nur auf die russische Identität, sondern vielmehr auf eine paneuropäische Perspektive. Zu den Leitgedanken gehören innerhalb dieser Darstellung eine gesunde Lebensführung, die eng mit den Idealen der Straight Edge-Bewegung verbunden ist.Um mit unterschiedlichen Stilen viele potentielle Käufer*innen anzusprechen, verkauft „White Rex“ Streetwear-Bekleidung mit Motiven aus der slawischen und germanischen Mythologie, verwendet aber auch Abbildungen von Boxern samt Oldschool-Tattoos. Andere Motive zeigen Messer, Äxte und und markige Slogans wie „Ultragewalt“, „Don’t stop European Reconquista“ ( dt. „Stoppt nicht die europäische Zurückeroberung“) oder „Angry Europeans“ (dt. „wütende Europäer“).

 

Neben solchen mehrdeutigen Designs, verwendet „White Rex“ auch klare Botschaften mit Bezug zum (Neo)Faschismus. Ein T-Shirt-Motiv bezieht sich auf die faschistische Bewegung Spaniens, die Falange. Der Rückendruck „1936“, die Hochzeit der Bewegung, weist auf die Eindeutigkeit des Motivs mit Nachdruck hin.Ein anderes Motiv zeigt den italienischen Schriftzug „Liberi Belli Rebbelli“ (dt. „Frei, Schön, Rebellisch“), wodurch Bezug auf die neo-faschistische Bewegung „Casa Pound“ in Italien genommen wird.

 

Einn Post von White Rex kurz nach dem Mord eines Rechtsextremen in Charlottesville Quelle: Screenshot VK

Die Bilder im Webshop sind professionell erstellt, die Models Neonazis mit einschlägigen Symbolen in ihren Tätowierungen.Neben Streetwear-Kleidung produziert das Label Kampfsportausrüstung. In unterschiedlichsten Ausführungen können MMA- und Boxhandschuhe, Headguards und MMA-Hosen erworben werden. Die Motive auf diesen Artikeln reichen von Schriftzügen wie „In violence we trust“ (dt. „Wir vertrauen auf Gewalt“) bis hin zu Abbildungen von Schlagringen. Für den Kraftsport-Bereich bietet „White Rex“ Weightlifting-Straps und T-Shirts mit der Aufschrift „WTRX Powerline“, eingebettet in eine Grafik eines Weightlifters, dessen Brust das Wort „Violence“ ( dt. „Gewalt“) ziert.

 

Auffällig ist, dass die Marke 2016 letztmalig (Stand Juli 2017) eine neue Kollektion auf den Markt brachte. Das Label scheint die rechten Mode-Bedürfnisse mehr als befriedigt zu haben und kümmert sich jetzt vor allem um die Etablierung der Marke, bzw. den damit verbundenen Aufbau eines Netzwerkes in Westeuropa.

 

Anbindung an die Neonazi-Szene

Das Label ist das größte und einflussreichste seiner Art in Ost- und Westeuropa. „White Rex“ ist Ideengeber, „Enabler“ (dt. jemand, der etwas ermöglicht) und Veranstalter größerer Events in Russland und Westeuropa. Dabei kann Gründer Nikitin auf beste Kontakte in die organisierte internationale Neonazi-Szene zurückgreifen. Warum er solch einen Fokus auf die Förderung von Neonazis im Kampfsport legt, erklärt der fließend deutsch sprechende Nikitin in einem Interview mit der Schweizer Neonazi-Organisation PNOS (Partei National Orientierter Schweizer):

„Es freut mich enorm, dass es immer mehr Europäer werden, die kommen, die sich für Sport, MMA und Selbstverteidigung interessieren. Dadurch werden wir nur stärker. Je mehr Leute Sport treiben werden, desto besser für uns alle…“ (sic!)

Des Weiteren gehe es ihm nicht darum selber jemanden anzugreifen, sondern lediglich darum, dass man „seine Familie und Häuser beschützen können“.Dass Nikitin dies so formuliert ist nur Selbstschutz, denn durch die Professionalisierung einer sowieso schon militanten Neonazi-Szene wird genau das Gegenteil erreicht. Der Sport formt Kämpfer*innen für den „Heiligen Rassenkrieg“, wie es im Neonazi-Jargon heißt.

 

Neben rechten Turnieren organisiert „White Rex“ auch Konzerte mit einschlägigen Neonazi-Bands. 2011 waren beispielsweise die deutschen NS-Hardcore-Bands „Brainwash“, „Moshpit“ und „Path of Resistance“ zu Gast und teilten sich die Bühne mit bekannten russischen Neonazi-Bands wie „OHS“ und „You Must Murder“. In dem Zusammenhang sammelte „White Rex“ u.a. Spenden für inhaftierte Neonazis.Einschlägig bekannte, extrem rechte Führungspersönlichkeiten besuchen zudem die Kampfsport-Turniere, treten als Ehrengäste auf und verbreiten dort ihre rechte Hetze.So leitete 2012 der bayrische Neonazi Daniel Weigl – damals noch Kader des „Freies Netz Süd“ und Gründer der Marke „Walhall Athletik“ – eine Reisegruppe deutscher Neonazis zu einem der „White Rex“-Turniere, während der Dortmunder Neonazi und Hooligan Timo Kersting2013 selbst als Kämpfer auf einem der russischen Turniere aufgeführt wurde.

Den kompletten Text können Sie auf Runter von der Matte – Kein Handshake mit Nazis lesen 

Weiterlesen

Rechtsextreme Hooligans Professionalisierung der Gewalt im Kampfsport

Seit den 80er Jahren sind gewaltbereite, rechtsextreme Hooligans für Fußballvereine ein Problem. Immer wieder kam es in Stadien oder am Rande von Fußballspielen zu Gewaltausbrüchen. Heute begeistert sich diese Szene zunehmend für Mixed Martial Arts und Kampfsport-Events die sie zum Vernetzen und zur Verbreitung ihrer menschenfeindlichen Ideologie nutzen. Ein Interview mit Szenekenner und Autor Robert Claus über vegane Kampfsport-Nazis, die Professionalisierung der Gewalt und die internationale Vernetzung.

Von|

Kommerz mit faschistischen Symbolen

Dass der modebewusste Nazi von heute nicht unbedingt mit Bomberjacke und Springerstiefeln um die Häuser zieht, sondern aus einem breiten Fundus rechtsextremer Marken schöpfen kann, ist nicht neu. Eine ganz andere Sache ist es allerdings, wenn faschistische Symbole als vermeintlicher Mode-Gag Einzug in den Mainstream finden sollen.

Von Redaktion

Von|

Kicks und Klicks für Fairplay Portal „Fußball gegen Nazis“

Toleranz, Fairness und Respekt sind auch im Fußball elementar für den Umgang miteinander. Deshalb haben Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie in diesem Sport nichts verloren. Die Realität sieht leider anders aus. Die neue Plattform „Fußball gegen Nazis“ informiert über entsprechende Vorfälle und Hintergründe, bietet Interessierten ein Forum zum Diskutieren und gibt Ratsuchenden konkrete Tipps und Handlungsvorschläge.

Von|
Unsere Partnerportale
Eine Plattform der