Denis Kapustin: Der PR-Coup des russischen Neonazis
Der Einmarsch des proukrainischen „Russian Volunteer Corps“ (RDK) in ein russisches Grenzdorf Anfang März sorgte für internationale Schlagzeilen. Das mediale…
Denis Kapustin alias Nikitin, ein russischer Neonazi, in Moskau geboren, in Köln aufgewachsen. Er kam als Kind mit seiner Familie nach Deutschland, als jüdischer Kontingentflüchtling. Durch seine Bekleidungs-Marke „White Rex“ avancierte er zu einer Führungsfigur der rechtsextremen Kampfsportszene. Er trat als Sponsor des Fight-Events „Kampf der Nibelungen“ auf, hielt 2017 beim Rechtsrock-Festival „Rock gegen Überfremdung“ vor 6.000 Neonazis im thüringischen Themar eine Rede halten. Den umtriebigen Kapustin wies Deutschland bereits 2019 aus, er darf für zehn Jahre auch nicht mehr in den Schengenraum einreisen. Seitdem wohnt er in der Ukraine, wo er sich wie einige russische Neonazis der rechtsextremen „Asow“-Bewegung anschloss.
Der Einmarsch des proukrainischen „Russian Volunteer Corps“ (RDK) in ein russisches Grenzdorf Anfang März sorgte für internationale Schlagzeilen. Das mediale…
Während der deutsch-russische Neonazi Denis Kapustin am Donnerstag in russische Grenz-Dörfer einmarschiert, wird sein neonazistisches Kampfsport-Label, „White Rex“, aus Deutschland von einem bekannten Neonazi weitergeführt.
Putin nennt es einen „Terrorakt“, ein Selenskyj-Berater eine „Provokation“ Russlands: Am 2. März marschierte Denis Kapustin alias Nikitin mit seinem…
Trotz einer am 4. Oktober übermittelten Untersagungsverfügung, mobilisiert das Team des „Kampf der Nibelungen“ weiterhin für das Hauptevent am 12. Oktober nach Ostritz.
Sie trainieren für Straßenschlachten mit politischen Gegner*innen oder den Tag X: Kampfsport wird unter Neonazis immer beliebter. Die Szene hat hier eine Eventkultur aus gewalttätiger Männlichkeit und politischem Hass geschaffen, warnt der Hooligan-Experte Robert Claus im Interview.
Das gewaltaffine Spektrum der Fußballfanszenen sowie Rechtsrock galten über Jahrzehnte als die zentralen Standbeine einer extrem rechten erlebnisweltorientierten Rekrutierung. Mittlerweile zählt auch der Kampfsport dazu. Robert Claus berichtet, wie sich die extreme Rechte hier professionalisieren und kommerzialisieren konnte.
Am vergangenen Wochenende fand im sächsischen Ostritz das völkisch-faschistoide Kampfsport-Event „Kampf der Nibelungen“ statt. Rund 700 Teilnehmer*innen reisten aus allen Teilen Deutschlands und dem europäischen Ausland an: ein ziemlich gewaltbereites und gefährliches Publikum. Wenige Meter entfernt auf dem Marktplatz wurde auf einem „Friedenslauf“ Geld für Aussteigerprogramme gesammelt.
Die Marke „White Rex“ ist seit ihrer Gründung 2008 in Russland mehr als nur ein Bekleidungs-Label. Gegründet durch Denis Nikitin, ist es mittlerweile ein Netzwerk international organisierter Neonazis, die sich durch Kraft- und Kampfsport, körperliche und geistige Ertüchtigung für den Nahkampf, bzw. den von Neonazis oft beschworenen „Heiligen Rassenkrieg“ vorbereiten.
Seit den 80er Jahren sind gewaltbereite, rechtsextreme Hooligans für Fußballvereine ein Problem. Immer wieder kam es in Stadien oder am Rande von Fußballspielen zu Gewaltausbrüchen. Heute begeistert sich diese Szene zunehmend für Mixed Martial Arts und Kampfsport-Events die sie zum Vernetzen und zur Verbreitung ihrer menschenfeindlichen Ideologie nutzen. Ein Interview mit Szenekenner und Autor Robert Claus über vegane Kampfsport-Nazis, die Professionalisierung der Gewalt und die internationale Vernetzung.