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Monatsüberblick Islamfeindlichkeit – September 2017

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(Quelle: Flickr / Andi Weiland / CC BY-NC 2.0)

 

Spanferkelkopf vor Moschee in Niedersachsen abgelegt

Die DITIB Fatih Moschee in Helmstedt (Niedersachsen) wurde Opfer eines islamfeindlichen Angriffs. Die bisher Unbekannten Täter haben einen abgetrennten Spanferkelkopf, auf dem Nazisymbole wie ein Hakenkreuz aufgebracht wurden, vor der Eingangstür abgelassen. Der Spanferkelkopf wurde am Morgen von einem Gemeindemitglied gefunden, welcher daraufhin die Polizei informierte. (IslamIQ)

 

Murrhardt (Baden-Württemberg): Moschee mit islamfeindlichen Schriftzügen besprüht

In der Kleinstadt wurde eine Moschee in der Chemnitzer Straße mit rassistischen Schriftzügen beschmiert. Auf die Motorhaube eines VW Scircocco wurde zwischen 11 Uhr und 14 Uhr, ebenfalls mit silberner Farbe, ein Hakenkreuz gesprüht. (Winnender Zeitung, IslamIQ)

 

Bremer Moschee mit Parolen und Böller beschädigt

Unbekannte Täter haben mit Farbe rassitische Parolen an die Wand der Fatih-Moschee in Gröpelingen gesprüht und verursachten durch Feuerwerkskörper einen geringen Sachschaden. (Weserreport) Der Verantwortliche für die Verbandskommunikation der Region Bremen, Vahit Bilmez, bezeichnete den Anschlag als „hässliche Tat“, die mit einem stark zunehmenden islamfeindlichen Rassismus zusammenhänge. Er fordert die Bundesregierung auf, islamfeindlich motivierte Straftaten konsequent zu verfolgen.

Laut Bilmez war es nicht der erste islamfeindliche Angriff in der Region. Politisch motivierte Taten, wie abgelegte Schweineköpfe und –überreste vor Moscheen traten in jüngster Vergangenheit immer öfter auf. (IslamIQ)

 

47 islamfeindliche Straftaten in Baden-Württemberg im ersten Halbjahr 2017

Seit 1. Januar 2017 erfasst das baden-württembergische Innenministerium islamfeindliche Straftaten separat in einer Statistik. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden nach Angaben eines Sprechers 47 Fälle gemeldet. (Heilbronner Stimme)

 

Bundestagswahlkampf: „Das Vertrauen der Muslime ist geschmolzen“

„Rechtspopulistische Parteien haben sich fast überall in Europa zur politischen Kraft hochgearbeitet und machen ihren konsequenten Einfluss geltend. Auch die politische Konjunktur in Deutschland ist von diesem Phänomen betroffen. Die Anschläge auf Moscheen sind dramatisch gestiegen. In Deutschland sind schon in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als 200 islamfeindliche Übergriffe auf Muslime angezeigt worden. Für die Muslime ist die Entwicklung beängstigend.“ (IslamIQ)

 

„Als Moslem in Sachsen – das ist kein Spaß“

Die AfD wurde in Sachsen bei der Bundestagswahl zur stärksten politischen Kraft. Dort leben nur wenige Muslime. Özcan Karadeniz vom Verband binationaler Familien ist einer von ihnen – und er erlebt offene Ablehnung. Immerhin: „Alles, was offen dargelegt wird, kann man aufgreifen“, sagte Karadeniz im Dlf. (DLF)

 

Brandanschlag auf Moschee in Örebro (Schweden)

Im Stadtteil Vivalla der mittelschwedischen Stadt Örebro wurde ein Brandanschlag auf die Örebro-Moschee verübt. Berichten zufolge wurde bei dem Feuer in niemand verletzt, die Moschee jedoch etwa zu zwei Drittel zerstört. Die örtliche Feuerwehr geht den Angaben zufolge davon aus, dass das Gebäude von außen in Brand gesetzt wurde. (IslamIQ)

 

Islamfeindlichkeit im österreichischen Wahlkampf

Einen Monat vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Österreich schließt der Vorsitzende der konservativen ÖVP, Sebastian Kurz, eine Koalition mit der rechten FPÖ nicht mehr aus. Der Wahlkampf wirft dabei ein Schlaglicht auf populistische Stimmungsmache und islamfeindliche Ressentiments. (Qantara)

 

Weniger Verurteilungen wegen Islamfeindlichkeit in der Schweiz – trotzdem sieht der Bund schwarz

Statistiken deuten auf eine Abnahme der Islamfeindlichkeit in der Schweiz hin. Die eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) des Bundes schlägt unbeirrt Alarm. EKR-Präsidentin Brunschwig Graf traut den Zeichen nicht, die auf eine Entspannung hindeuten. Sie erlebe den Hass auch selbst. Vor und während der Tagung habe sie anonyme Zuschriften mit muslimfeindlichen Inhalten und Drohungen erhalten. Auch darum bleibt sie bei ihrer Aussage: „Muslimfeindliche Vorfälle nehmen zu.“ (Watson)

Foto oben: Flickr / Andi Weiland / CC BY-NC 2.0

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