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Neonazis erkennen „Isegrim“ aus Bautzen – das rechte Label mit dem Wolf

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Ein Teilnehmer eines Neonazi-Festivals 2019 in Themar mit einem "Isegrim"-Shirt (Quelle: Kira Ayyadi)

Die Vermarktung von Textilien ist ein lukratives Geschäft für die rechtsextreme Szene. Immer wieder entstehen in diesem Kontext neue Marken. Eine davon ist das Label „Isegrim Clothings“. 2018 erweiterte es die Kleidungspalette für den rechtsextremen Lifestyle.

Auf den ersten Blick wirkt „Isegrim“ nicht unbedingt wie eine rechte Szene-Marke. Das klassisch schwarz-weiß-rot findet man eher selten. Vielmehr wirken die Designs modern. Es deckt den Bereich der Steet- und Sportwear ab. Im Repertoire des Onlineshops gibt es T-Shirts, Pullover, Jacken, Fischermützen und Caps, alles auch für Frauen. Sehr viel Auswahl haben die Kund:innen hier allerdings nicht. Es handelt sich bei „Isegrim“ eher um ein kleines Label.

Der Name leitet sich aus einer alten Fabel ab. Isegrim ist hier ein Wolf, dem die Eigenschaften Rücksichtslosigkeit, Grimmigkeit, Gier, aber auch Bösartigkeit und teilweise Tölpelhaftigkeit zugeschrieben werden. Daher prangt auf vielen Shirts und Pullovern der Marke ein grimmiger Wolf, der sein Maul aufreißt und seine Zähne fletscht.  

#spezialistfürtotschlag: Das „Turonen“-Model für „Isegrim“

Schaut man sich die Models an, die für „Isegrim“ werben, sind viele stark tätowiert. Einer fällt hier besonders auf, seine Tattoos reichen bis in sein Gesicht. Der Muskelprotz ist kein unbekannter, es ist Markus B.. Er soll sich 2014 an dem brutalen Überfall auf eine Kirmesgesellschaft in Ballstädt beteiligt haben, wurde allerdings 2021 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Desweiteren soll er Mitglied in der Neonazi-Gruppierung „Turonen/Garde20“ sein. Auf Instagram postet er sein stabiles Kreuz unter einem T-Shirt mit dem Symbol der „Turonen“, darunter der Text „Wenn wir kommen bist du still! #spezialistfürtotschlag“.

Weitere „Prominente“ der extrem rechten Szene, die sich gerne in „Isegrim“-Klamotten präsentieren, sind die „Rapper“ des neurechten Labels „NDS“ (Neuer Deutscher Standard), Andre Laaf und Mona und Kai Naggert. Auch sie leben genau wie der Inhaber des Labels teilweise in der Region Bautzen.

Einer der  Gründer und Inhaber des Labels ist Markus Baumgart, wie es auf der Website der Marke im Impressum steht. Baumgart hat eine einschlägige rechtsextreme Vergangenheit. Ein Foto zeigt den Mann mit einem T-Shirt der „28 Crew“ – einer Gruppe, die dem 2000 in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerk „Blood & Honour“ nahesteht, aus dem heraus auch der NSU unterstützt wurde. Baumgart stammt aus dem Raum Cunewald im Landkreis Bautzen und wird vom sächsischen Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ geführt, berichtet Sächsische.de.

„Isegrim“ ist zwar nur ein kleines Label, aber das bedeutet nicht, dass es unbedeutend ist. Bei Marken aus der rechtsextremen Szene ist es häufig so, dass die Erlöse auch wieder zurück in die Szene fließen – zumindest teilweise. Daher sind „nationale“ und „patriotische“ Marken auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die Neonazi-Szene. So können zum Beispiel rechtsextreme Strukturen aufgebaut und gefestigt werden. Außerdem dienen solche Label als Erkennungszeichen in die Szene hinein. Die breite Öffentlichkeit mag vielleicht nicht unbedingt erkennen, dass es sich bei dem Shirt mit dem aggressiven Wolf um ein rechtes Label handelt, ein Neonazi weiß es hingegen schon. Und gerade an diesem Punkt setzt „Isegrim“ an. Es wirkt unverfänglich. Kaum etwas deutet im Design auf eine rechte Gesinnung hinter der Marke, und daher können rechte Aktivist:innen Shirts, Pullover und Hosen der Marke auch relativ problemlos in der Öffentlichkeit tragen. Ein klares Mimikry, um auch Konsument:innen außerhalb der extremen Rechten anzusprechen.

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Hass zum Anziehen Marken, die bei Neonazis beliebt sind

„Nationale“ Marken sind Marken, die sich bewusst an die rechtsextreme Szene wenden; sie sind in der Regel nur in Neonazi-Geschäften oder -Versänden zu erwerben. Oft fließen Erlöse auch in die rechtsextreme Szene zurück. So sind „nationale“ Marken auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die Neonazi-Szene.

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