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Black Lives Matter Gedenkdemonstration zum ersten Todestag George Floyds

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Ein Wandbild zum Gedenken an George Floyd in Atlanta, Georgia
Ein Wandwild zum Gedenken (Quelle: W. F. Thomas)

Trotz der Hitzewelle versammelten sich viele Aktivist:innen am Dienstag, 25. Mai 2021 im Woodruff Park in Atlanta, Georgia. Das Motto: „My Daddy Changed the World“. Die Demonstration war George Floyd gewidmet, dem schwarzen US-Amerikaner, dessen Ermordung durch die Polizei weltweite Proteste auslöste. Derek Chauvin, einer der Polizisten, die für Floyds Tod verantwortlich waren, wurde im April 2021 des Mordes für schuldig befunden. Die anderen Polizisten warten noch auf ihre Prozesse.

Die Demonstration war ein Akt des gemeinschaftlichen Gedenkens: Die Teilnehmende begrüßten sich trotz Pandemie gegenseitig mit Umarmungen. Anwesend waren auch lokale Familien, deren Angehörige von der Polizei ebenfalls getötet wurden. Die Familien von Matthew Zadok Williams, Jimmy Atchinson und Oscar Cain sprachen die versammelte Menge an.

James Woodall, Präsident des Georgia Ortsverbandes der „National Association for the Advancement of Colored Peoples“, hielt die erste Rede. Woodall wies auf die Hinterbliebenen von George Floyd und anderen Opfern von Polizeigewalt: „Wir sind heute hier versammelt, weil eine Tochter ihre Familie verloren hat“. Der Name der Veranstaltung, „My Daddy Changed the World“, stammt aus einer Erklärung von Gianna Floyd, der jüngsten Tochter von George Floyd. Stephen Jackson, ein ehemaliger Basketballspieler und enger Freund von George Floyd, hielt ebenfalls eine Rede. Jackson betonte die Notwendigkeit einer starken Community für Betroffene rassistischer Gewalt. Es sei unerlässlich, „dass wir uns zuerst umeinander kümmern, bevor wir uns darauf verlassen, dass sich jemand um uns kümmert“.

Die Demonstrierenden liefen durch die Innenstadt von Atlanta zum Georgia State Capitol, dem Sitz der Regierung des Bundesstaates. Dort sprachen die Gründerinnen der Gruppe „Georgia Moms United“, ein Kollektiv von Müttern, die ihre Kinder durch Polizeigewalt verloren haben. Der Atlanta Rapper T.I., der mit bürgerlichem Namen Clifford Harris heißt und die Veranstaltung mitfinanzierte, hielt ebenfalls eine Rede. Auch George Floyds Tochter, Gianna, sollte am Redepult sprechen, doch ein Treffen mit dem Präsidenten Joe Biden und der Vizepräsidentin Kamala Harris zum Todestag dauerte länger als geplant.

Im Mittelpunkt des Tages standen die Familien und Kinder von Betroffenen rassistischer Polizeigewalt. Neben dem Kapitolgebäude malten Kinder an einem Tisch, den eine lokale Künstlerin, Courtney Brooks, aufgestellt hatte. Ein kleines Kind, das ein ebenso kleines Megaphon in der Hand hielt, führte einen „Black Lives Matter“-Sprechchor an.

Es war ein Tag zum Gedenken und zum Reflektieren: Denn die bundesweite und internationale Aufmerksamkeit für Floyds Tod war lediglich zu verdanken, dass der Polizeieinsatz aufgenommen und ins Netz gestellt wurde. Ein Video kann die Welt ändern. Doch viele Betroffene rassistischer Polizeigewalt sterben weiterhin größtenteils anonym. Das zeigt: Der Kampf um Gerechtigkeit ist keineswegs vorbei.

James Woodall, Präsident des Georgia NAACP
Ein Wandbild für Floyd
„Die George-Floyd-Revolution geht weiter!“
Stephen Jackson, ehemaliger Basketballspieler und Freund von George Floyd
„George Floyd hat die Welt verändert“
Eine Angehörige von Matthew Zadok Williams, der ebenfalls von der Polizei getötet wurde
Aktivist:innen in der Atlanta Innenstadt
Rapper T.I., der die Veranstaltung mitfinanzierte
Kinder malten am Rande der Veranstaltung


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