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Extrem rechte Zeitungen – Rassismus und übersteigerter Nationalismus am Kiosk

Auch in Zeiten des Internet gibt es noch viele extrem rechte Printprodukte, die auch an ganz normalen Kiosken vertrieben werden – oft, weil die Kioskbesitzer*innen gar nicht wissen, was da in ihrer Auslage liegt. Hier will die Broschüre „Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen“ der Ver.di-Jugend in Zusammenarbeit mit dem Antifaschistischen Pressearchiv apabiz Abhilfe schaffen – mit Informationen und praktischen Tipps.

 
Titelbild der Broschüre "Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen" (Quelle: www.aktiv-gegen-diskriminierung.info)

Extrem rechte Printprodukte sind ein Ärgernis: Randvoll mit rechtpopulistischen, rassistischen und demokratiefeindlichen Parolen liegen etliche Zeitschriften an vielen Kiosken. Sie werden im Pressevertrieb an die Kiosk-Händler ausgeliefert, der sie dann auch anbieten müssen – so steht es im Pressevertriebsgesetz  als „Neutralität des Pressegroßhandels“. Aus dem Sortiment wird der Händler oder die Händlerin die rechtsextreme Ware nur wieder los, wenn sie an seinem oder ihrem Kiosk nicht verkauft. Dies allerdings kann der Händler sehr wohl durch die Platzierung und Präsentation der Waren beeinflussen – wenn er denn weiß, was für Inhalte sich in den zum Teil recht harmlos daherkommenden Zeitschriften verbergen.

Um hier für Aufklärung zu sorgen, haben die Ver.di-Jugend und das Antifaschistische Pressearchiv apabiz e.V. nun die Broschüre „Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen“ zusammengestellt. Sie ist als Arbeitshilfe in zwei Teilen konzipiert: Im ersten Teil: „Hintergrundwissen“ stellen wir die wichtigsten Printmedien der extremen Rechten vor, sowie einige, die eine „Scharnierfunktion“ zwischen der extremen Rechten und Rechtskonservativen einnehmen (National-Zeitung, Junge Freiheit, Zuerst!, Deutsche Stimme, DMZ – Deutsche Militär Zeitschrift, Preußische Allgemeine Zeitung). Dazu kommen auch einige regionale rechtsextreme Printmedien (Inselbote, Der Schlesier). Auch rechtsextreme Schülerzeitungen werden erwähnt (Bock, Perplex, Stachel, Brennessel, Schinderhannes, Jugend rebelliert, Rechts vor links) sowie das Querfront-Magazin „Compact“. Im zweiten Teil finden sich Handlungshinweise und Praxistipps, die allerdings nicht so fundiert sind wie die Zeitschriften-Beschreibungen. So erstaunt etwa, dass davon abgeraten wird, als Einzelperson den Händler oder die Händlerin anzusprechen –  weil Zeitschriften-Händler auch rechtsextreme Zeitschriften von Zeit zu Zeit im Sortiment haben müssen, bis sie nachgewiesen haben, dass die sich nicht verkaufen, lohnt sich ein informierendes Gespräch über die Inhalte dieser Zeitschriften eigentlich immer.  Zumal, wenn man dazu gute Argumente zur Hand hat, wie die Broschüre sie liefert. Gut sind etwas die Begründungen dargelegt, warum weder für den Kiosk noch für den Grossisten, der ihn beliefert, ein Schaden entsteht, wenn er rechtsextreme Zeitschriften nicht verkauft – nur für den rechtsextremen Verlag selbst.

Mehr im Internet:

Die Broschüre „Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen“ gibt es zum Download auf| http://wuppertaler-initiative.de/images/files/Literaturhinweise/Aktiv%20gegen%20rechts.pdf

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