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Nordic Resistance Der paneuropäische „Ikea-Faschismus“ der Nordischen Widerstandsbewegung

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Grün und weiß: Die Farben der "Nordischen Widerstandsbewegung", hier auf einer Demonstration in Stockholm (Quelle: Expo-Stiftung)

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Jyväskylä, 2013: Drei Neonazis stechen einen Mann in der finnischen Studierendenstadt nieder, nachdem ihnen der Zutritt zu einer Veranstaltung zum Thema Rechtsextremismus in der Stadtbibliothek verwehrt wird. Stockholm, 2013: Eine friedliche antirassistische Demonstration in der Vorstadt Kärrtorp wird von 40 bewaffneten Neonazis angegriffen. Sie werfen Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Demonstrant*innen. Göteburg, 2016: Zwei Männer verüben einen Bombenanschlag auf das „Syndikalistiskt Forum“, einen linken Infoladen und Treffpunkt der antifaschistischen Szene. Es folgen Anschläge auf zwei Asylzentren, ein Mann wird dabei schwer verletzt. Helsinki, 2016: Ein finnischer Neonazi tritt einen antirassistischen Aktivisten zu Boden. Er stirbt sechs Tage später an seinen Kopfverletzungen. Oslo, 2019: Zwei Neonazis entführen einen Krankenwagen mit einer Uzi und Schrotflinte und fahren Passant*innen an. Jämsä, 2020: Zwei Rechtsextreme besuchen einen Lokalpolitiker der rechtspopulistischen Partei „Die Finnen“ zu Hause und attackierten ihn mit einem Hammer. Er erleidet gebrochene Rippen und Kopfwunden. Der Angriff wird von den Behörden als versuchten Mord gewertet.

Hinter all diesen Taten steckt ein panskandinavisches Neonazi-Netzwerk: Die „Nordische Widerstandsbewegung“, auf Schwedisch „Nordiska motståndsrörelsen“, also abgekürzt: NMR. Gegründet wurde die Bewegung 1997 in Schweden von dem Neonazi Klas Lund als „Svenska motståndsrörelsen“, später benannte sie sich eben in „Nordiska motståndsrörelsen“ um. Lund war damals schon ein bekanntes Gesicht in der schwedischen extremen Rechten: als führendes Mitglied der gewalttätigen Neonazi-Gruppe „Vitt Ariskt Motstånd“ (Weißer Arischer Widerstand).

Mittlerweile gibt es Ableger der NMR in Norwegen, Finnland, Island und Dänemark, die in ihren jeweiligen Sprachen auch alle „Nordische Widerstandsbewegung“ heißen. International heißt die Gruppe oft „Nordic Resistance“. Ihr Ziel: Die Errichtung eines neonazistischen nordischen Staates für „weiße Menschen“. Zahlreiche rassistische und homofeindliche Gewalttaten, Anschläge und einige Morde gegen vermeintlich Andersdenkende sowie „politische Gegner*innen“ gehen auf das Konto der Bewegung. Doch das ausdifferenzierte NMR-Netzwerk erlebt zurzeit eine Krise: In Finnland wurde die Gruppe 2019 verboten, in Schweden ist die Bewegung nach einem strategischen Richtungsstreit gespalten. Dennoch: Die NMR bleibt brandgefährlich.

„Von 2015 bis 2019 hatte die NMR eine Führungsrolle in der extremen Rechte in Schweden“, erklärt Morgan Finnsiö, ein Rechtsextremismusforscher bei der antirassistischen „Expo-Stiftung“ in Stockholm, im Gespräch mit Belltower.News. „Ihr Fokus auf Gewalt, ihre offene Nazi-Ideologie, ihre fast bürokratische Organisation und ihr produktiver Propaganda-Output setzte den Maßstab in der rechtsextremen Szene.“ 2019 verließen einige führende Aktivist*innen inklusive Bewegungsgründer Klas Lund die NMR und gründeten die Gruppe „Nordisk Styrka“ (Nordische Stärke), eine selbsternannte paramilitärische „Kampforganisation“, die klandestiner, elitärer und radikaler als die NMR agieren soll. Auch andere neue Gruppen Rechtsaußen sind in Schweden entstanden, die mit einem weniger offen rechtsextremen Erscheinungsbild auftreten. „Auch wenn diese Gruppen das Machtmonopol der NMR in Frage stellen, bleibt sie der gefährlichste und wichtigste rechtsextreme Akteur in Schweden“, so Finnsiö weiter.

In der Mitte: Klas Lund, Gründer der schwedischen NMR und heutiger Chef der „Nordisk Styrka“ (Quelle: Expo-Stiftung)

Propaganda-Touren und parlamentarische Ambitionen

Zu den Aktivitäten der NMR gehören beliebte rechtsextreme Hobbys: Kampfsporttraining, paramilitärische Übungen, Waldspaziergänge mit Kameraden und Aufmärsche in Uniforme. Auch die Verteilung von Propaganda spielt eine wichtige Rolle: So planen lokale Ableger der NMR Ausflüge in andere Orte, wo sie stundenlang Sticker kleben, Flugblätter verteilen, Transparente aufhängen und Flaggen hissen – alles mit dem Logo und Namen der Bewegung. Auf manchen Propagandamaterialen sind Bedrohungen zu lesen. Auf einem Aufkleber sind beispielsweise eine Schlinge und der Satz „Das machen wir den Verrätern des Volkes“ zu sehen. Wer solche Aktionen kritisiert oder zu verhindern versucht, muss häufig mit einer gewalttätigen Konfrontation rechnen.

Die „Expo-Stiftung“ zählt im Jahr 2018 2.801 solcher Propaganda-Touren. 2019 waren es 1.658. Dazu finden jährlich 125 bis 265 Demonstrationen und Kundgebungen der Bewegung in Schweden statt. „Expo“ schätzt, dass es zwischen 150 und 300 aktive Mitglieder der NMR vor der Spaltung der Bewegung 2019 gab. Offizielle Zahlen zu der Größe der Bewegung gibt es nicht. Dazu kommen viele weitere passive Mitglieder und Unterstützer*innen. „Auf dem Höhepunkt der Bewegung konnte die NMR 600 bis 700 Menschen zu ihren Demos mobilisieren“, berichtet Morgan Finnsiö.

Die NMR in Schweden hat auch parlamentarische Ambitionen: 2014 wurden zwei Mitglieder der Bewegung auf die Liste der rechtsradikalen Schwedendemokraten in die Stadträte in Ludvika und Borlänge gewählt. 2015 wurde die NMR als politische Partei registriert. Dieser Kurswechsel ist Simon Lindberg zu verdanken, seit 2015 Kopf der NMR in Schweden und früheres Mitglied der Neonazi-Partei „Nationalsocialistisk Front“ (NSF). Der parlamentarische Durchbruch blieb allerdings bislang aus: Bei den Wahlen 2018 bekam die Partei mit rund 2.100 Stimmen 0,03 Prozent – weniger als alle anderen Splitterparteien. Dieser Kurswechsel dürfte ein Grund für die Spaltung der Bewegung gewesen sein. Ein Jahr später, nach der Gründung von „Nordisk Styrka“, bekam die Partei bei der EU-Wahl nur noch 644 Stimmen.

Simon Lindberg, Chef der schwedischen NMR, auf einer Kundgebung.
Simon Lindberg, Chef der schwedischen NMR, auf einer Kundgebung (Quelle: Expo-Stiftung)

Die Spaltung hat womöglich auch ideologische Gründe. Der schwedische Historiker, Publizist und Autor des Buches „Älskade fascism“ (Geliebter Faschismus), Henrik Arnstad, beschreibt Schweden als einen fruchtbaren Boden für Faschismus nach 1945. Im Gespräch mit Belltower.News erklärt er: „Nach dem Zweiten Weltkrieg war Schweden eines der wenigen Länder, wo Faschist*innen sich noch treffen und organisieren konnten – zum größten Teil ziemlich offen. Die Folge: Faschismus blühte im Land.“

Doch anders als viele nationalistischen Varianten des Faschismus weltweit ist der schwedische Faschismus von einem Transnationalismus geprägt: Er strebt eine europaübergreifende faschistische Nation an. „Diese Internationalisierung nenne ich ‚Ikea-Faschismus‘.“ Und das ist nicht nur ein Wortspiel: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad war aktives Mitglied der faschistischen Organisationen „Nysvenska Rörelsen” (Neuschwedische Bewegung) und der Neonazi-Partei „Svensk socialistisk samling“ (Schwedische sozialistische Sammlung), der Nachfolgepartei der „Nationalsocialistiska Arbetarepartiet“ (Nationalsozialistische Arbeiterpartei).

Zu extrem für Hitler

Obwohl Hitler in der Nordischen Widerstandsbewegung zum Teil auch verehrt wird, wird er auch als Verlierer gesehen, erklärt Arnstad. „Er hat den Krieg schließlich verloren, hat sich selbst umgebracht.“ Vielmehr als die NSDAP dient die rumänische faschistische Bewegung „Eiserne Garde“ unter Corneliu Zelea Codreanu als Inspiration für die „Nordische Widerstandsbewegung“. „Beide Bewegungen benutzen die Farben grün und weiß, beide organisieren sich in sogenannten ‚Nestern‘“, erklärt Arnstad. „Die ‚Eiserne Garde‘ war noch antisemitischer als die NSDAP. Hitler nannte sie Radikale, für ihn war deren Antisemitismus zu extrem.“ Auch der Personenkult um Codreanu ist für die NMR attraktiv: „Er starb einen heldenhaften Tod: Er wurde 1938 von der rumänischen Regierung hingerichtet und wird als ‚Heiliger‘ gesehen.“

Diese Faszination für den rumänischen Faschismus spricht für einen gewissen Intellektualismus der NMR, so Arnstad. „Sie sind gut belesen und kennen sich mit der Geschichte gut aus. In ihrer Zeitschrift Nordfront gibt es oft sehr ausführliche und sachkundige Diskussionen bezüglich der unterschiedlichen Strömungen des Faschismus. Sie haben darin sogar mein Buch gelobt, weil ich deren Ideologie verstanden hätte.“ Arnstad sieht allerdings eben in dieser rechtsextremen Theorielastigkeit auch einen möglichen Spaltungsgrund der Bewegung: „Anhänger*innen der ‚Nordisk Styrka‘ sahen die ‚Nordische Widerstandsbewegung‘ womöglich auch als zu intellektuell und akademisch an.“

Ideologisch versiert und brandgefährlich: Die NMR marschiert vor dem Stockholmer Schloss (Quelle: Expo-Stiftung)

Die panskandinavische Ideologie der NMR stößt auch an Grenzen: So sehen Teile der schwedischen Bewegung ihre finnischen Mitstreiter*innen nicht als gleichwertige Arier*innen, sondern als „ethnische Mischlinge“, die nicht zur skandinavischen Kultur gehörten. Das hinterlässt auch Spuren in der Ideologie des finnischen Ablegers der Bewegung. Oula Silvennoinen, ein Historiker an der Universität Helsinki, der sich mit Rechtsextremismus in Finnland beschäftigt, erklärt Belltower.News: „Die NMR in Finnland legt auch deswegen nicht so einen großen Wert auf einen künftigen Nazi-Staat in Skandinavien. Sie kommunizieren auch nur auf Finnisch, obwohl Schwedisch auch eine zweite offizielle Sprache im Land ist.“ Trotzdem hat die Gruppe enge Verbindungen zu ihren schwedischen Kameraden. Aber es gibt auch Unterschiede in der politischen Strategie: Der finnische Ableger hält wenig von den parlamentarischen Ambitionen seiner schwedischen Brüder.

Historiker Silvennoinen schätzt den finnischen NMR-Ableger auf 200 bis 400 Mitglieder. „Die Bewegung in Finnland ist auf jeden Fall kleiner und weniger einflussreich als in Schweden“, sagt er. Chef der finnischen NMR ist Antti Niemi, ein weniger charismatischer und medienpräsenter Führer als sein schwedisches Gegenüber Simon Lindberg. Das macht die finnische NMR aber nicht weniger gefährlich: Die israelische Botschaft in Helsinki wurde seit 2017 mehr als 20 Mal von Neonazis mit Hakenkreuzen, Hitlerbildern und Aufkleber der NMR beschädigt. Dem öffentlichen Rundfunksender Jle zufolge wurde bereits zwei Drittel der Mitglieder der finnischen NMR wegen gewalttätigen Straftaten bestraft.

Freunde im Ausland

Eine der größten Errungenschaften der Bewegung in Finnland ist der sogenannte „612-Marsch“, ein jährlicher nationalistischer Aufmarsch in Helsinki zum finnischen Unabhängigkeitstag. Die Demoroute endet am Friedhof Hietaniemi, wo ein Denkmal für das Finnische Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS liegt. Vor der Covid-19-Pandemie nahme an der Demonstration jährlich bis zu 3000 Teilnehmer*innen teil. Sie fungiert als Treffpunkt für die rechtsextreme Szene: Nicht nur skandinavische Neonazis von der NMR und den „Soldiers of Odin“ treffen sich hier, sondern auch internationale Rechtsextreme etwa aus Großbritannien, Griechenland und Deutschland nehmen an der Demonstration teil.

International ist die „Nordische Widerstandsbewegung“ gut vernetzt: Dem Yle zufolge waren 2011 bis 2017 etwa 20 Mitglieder der Bewegung Nutzer*innen des internationalen neonazistischen Forums „Iron March“. Hier kam die NMR in Kontakt mit neonazistischen Parteien wie „Chrysi Avgi“ (Goldene Morgenröte) in Griechenland und „Casa Pound“ in Italien, aber auch mit rechtsterroristischen Gruppen wie der mittlerweile verbotenen britischen rechtsterroristischen Organisation „National Action“.

2015 besuchten Mitglieder der britischen „National Action“ den finnischen Ableger. Der Chef der britischen „National Action“, Benjamin Raymond, beschreibt in einem Blogeintrag auf der inzwischen offline genommenen Webseite der Gruppe einen längeren Aufenthalt in Finnland: Er übernachtete in einer Wohngemeinschaft der Bewegung, hielt eine Rede im „Koti“, seit 2012 die Zentrale der finnischen NMR in der Stadt Turku, und nahm an Wanderungen der Gruppe teil. Auf einem Foto in Helsinki mit Mitgliedern der NMR posiert Raymond mit einem Sturmgewehr. Er lobt die Organisation, Disziplin und das „Community-Gefühl“ der schwedischen und finnischen Ableger, berichtet von anderen international angereisten Kameraden aus Griechenland. Auch der britisch-finnische Mikko Vehvilainen, ehemals ein Unteroffizier der britischen Armee, fungierte als wichtiges Bindeglied zwischen beiden Gruppen: Er war Mitglied der „National Action“ und der finnischen NMR, ehe er 2018 wegen seiner Mitgliedschaft in der „National Action“ zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt wurde.

Auch zum ukrainischen „Asow Regiment“ gibt es Verbindungen: Der rechtsextreme Podcast „FashCast“ veröffentlichte ein Interview zwischen einem Mitglied der finnischen NMR und Olena Semenyaka, der sogenannten „First Lady“ und Sprecherin des rechtsextremen paramilitärischen Freiwilligenbataillons in der Ukraine. Darin spricht Semenyaka von einer „Fremdenlegion“, der sich internationale Freiwillige anschließen könne. Es gebe militärische Trainingslager auf dem „Asow“-Lager im Osten der Ukraine. Eine Delegation der finnischen NMR besuchte 2019 das „Asow“-Regiment in Kiew.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die NMR im Ukrainekonflikt parteiisch ist: Zwei Mitglieder der schwedischen NMR, die die eingangs erwähnte Bombenanschlagserie 2016 und 2017 in Göteborg zu verantworten haben, nahmen an einem Trainingslager der rechtsextremen paramilitärischen und pro-russischen „Russische Reichsbewegung“ 2016 in der Ostukraine teil, die gegen ukrainische Kräfte – inklusive des „Asow Regiment“ – kämpfte.

Mitglieder der NMR in der schwedischen Stadt Mynttorget. „Nordfront“ ist die Zeitschrift der Bewegung (Quelle: Frankie Fouganthin)

In Deutschland ist die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ ein wichtiger Kooperationspartner für die NMR. So haben Mitglieder der NMR ihre rechtsextremen Kameraden in Deutschland mehrmals besucht: Auf einer Demo des „III. Weg“ am 3. Oktober 2020 in Berlin-Hohenschönhausen hielt Fredrik Vejdeland, ein führender Kopf des schwedischen Ablegers, eine Rede – auf Deutsch, wohlgemerkt. In Würzburg 2017 trat der NMR-Chef Simon Lindberg auf einer Demo der Partei ans Rednerpult.

Mitglieder des „III. Weg“ sind zudem nach Finnland gereist: 2019 besuchte Parteigründer Klaus Armstroff den Chef der schwedischen NMR, Simon Lindberg, in Helsinki. Zusammen mit einer Delegation seiner Parteifreund*innen nahm Armstroff am „612-Marsch“ zum finnischen Unabhängigkeitstag teil. Auf der Webseite seiner Partei sind Urlaubsbilder zu sehen: Die Delegation besuchte ein Panzermuseum und den Finnisch-Deutschen Soldatenfriedhof. Es gibt aber offenbar auch Verbindungen zwischen der NMR und den „Jungen Nationalisten“ (JN), der Jugendorganisation der deutschen rechtsextremen Partei NPD. 2017 nahmen auch die JN am „612-Marsch“ in Helsinki teil.

Trotz der bisherigen Erfolge der NMR skandinavienweit ist die Zukunft der Bewegung ungewiss: 2019 erlitt die finnische NMR mit einem Verbot durch das Oberste Gerichtshof einen herben Rückschlag. Im September 2020 wurde das Verbot vom Gericht bestätigt, doch wie erfolgreich dieses Verbot sein wird, bleibt abzuwarten. Der Historiker Silvennoinen ist skeptisch. Denn schon am Tag nach dem Verbot veranstaltete die finnische NMR eine Demo im südfinnischen Tampere. Die grün-weißen Flaggen waren die gleichen wie immer, nur das Logo der nun verbotenen Gruppe fehlte.

„Für alle Beobachter*innen der Szene war klar, dass hier die NMR marschiert“, sagt Silvennoinen frustriert. Schon vor dem Gerichtsurteil gründete die finnische NMR einige neue Organisationen mit anderen Symbolen für den Fall eines Verbots – wie beispielsweise „Suomi Herää“ (Finnland wach auf), „Kohti Vapautta“ (Richtung Freiheit) und „Kansallisradikaalia Toimintaa“ (National-radikale Aktion). Auch in Schweden hat die Spaltung der NMR die Gruppe zwar geschwächt, die neue gegründete „Nordisk Styrka“ gilt jedoch als gewalttätiger, radikaler, und agiert aus dem Untergrund. Der Rechtsextremismusforscher Morgan Finnsiö resümiert: „Auch wenn die NMR sich scheinbar im Niedergang befindet, ist sie der wichtigste und gefährlichste rechtsextreme Akteur in Schweden. Es bleibt eine offene Frage, ob es ihnen gelingt, sich anzupassen und ihre Machtposition in der extremen Rechten zu behalten.“ Die Trends in Schweden und Finnland deuten auf ein Ende des anschlussfähigen „Ikea-Faschismus“ im skandinavischen Raum. Doch auch aus dem Untergrund wird die Bewegung weiterhin ihre enge internationale Verbindungen pflegen.

Das Foto von Frankie Fouganthin wird unter der Creative Commons Lizenz CC BY-SA 4.0 veröffentlicht.

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