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Studie Fast jede*r dritte AfD-Anhänger*in vertritt eindeutig rechtsextreme Ansichten

AfD-Anhänger*innen vertreten deutlich öfter rechtsextreme Ansichten als der Durchschnitt. Was angesichts der zahlreichen öffentlich gewordenen Verbindungen zwischen der AfD und dem offen rechtsextremen Milieu wenig überraschen mag, wird in der neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung deutlich quantifiziert und mit den Einstellungen aller deutschen Wahlberechtigten verglichen. 

 
(Quelle: Flickr / vfutscher / CC BY-NC 2.0)

So lassen sich zum Beispiel bei acht Prozent aller Wahlberechtigten manifest rechtsextreme Einstellungen feststellen, bei Anhänger*innen der AfD hingegen zu 29 Prozent. Damit hat also fast jede*r dritte AfD-Anhänger*in ein eindeutig rechtsextremes Weltbild.

Die Umfrage fand im Juni 2020 mit 10.055 Teilnehmenden statt. Die Befragten wurden online aufgefordert anzugeben, wie sehr sie bestimmten Aussagen, wie zum Beispiel „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“ oder „Die Juden arbeiten mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen“ zustimmen. Die Aussagen gliedern sich thematisch in die Bereiche Befürwortung einer rechtsgerichteten Diktatur, Verharmlosung des Nationalsozialismus, Antisemitismus, Chauvinismus, Fremdenfeindlichkeit und Sozialdarwinismus. Damit verwendet die Studie die gleiche Definition von Rechtsextremismus wie die Mitte-Studie, aber eine andere als der Verfassungsschutz. 

Stimmten die Teilnehmenden den Aussagen einer Kategorie überwiegend zu, wurden ihre Einstellungen als „manifest“ eingeordnet. Die Einstellungen von Personen die den Aussagen einer Kategorie „teils teils“ zustimmten, gelten als „latent“. In allen sechs Bereichen stimmten AfD-Anhänger*innen deutlich häufiger als Anhänger*innen der anderen im Bundestag vertretenen Parteien zu. 

So vertreten beispielsweise 44 Prozent der AfD-Wähler*innen manifest oder latent verharmlosende Einstellungen zum Nationalsozialismus. Damit sind sie allerdings bei weitem nicht alleine. Denn rund 20% aller Wahlberechtigten in Deutschland stimmen solchen Aussagen ebenfalls zu. Ähnlich sieht die Verteilung im Bereich Rassismus aus: 94 Prozent der AfD-Anhänger*innen stimmen rassistischen Aussagen latent oder manifest zu, allerdings auch 52 Prozent aller Wahlberechtigten im Allgemeinen, unabhängig davon, welcher Partei sie anhängen. Auffällig ist auch der Anteil eindeutig chauvinistischen Einstellungen sowohl in der AfD als auch bei allen deutschen Wahlberechtigten. Insgesamt 54 Prozent der AfD-Anhänger*innen stimmten ganz klar Aussagen zu wie „Was unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland“ und „Das oberste Ziel der deutschen Politik sollte es sein, Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht“. Dies taten allerdings auch 20 Prozent der Gesamtheit aller deutschen Wahlberechtigten eindeutig und sogar 59 Prozent latent. 

Im Vergleich zu den Anhänger*innen der demokratischen Parteien vertreten AfD-Fans sehr viel häufiger rechtsextreme Ansichten. Unter den Anhänger*innen anderer im Bundestag vertretenen Parteien finden sich ähnlich oder aber weniger häufig rechtsextreme Einstellungen als in der Gesamtheit der wahlberechtigten Bevölkerung. Innerhalb der AfD-Anhängerschaft ist dies hingegen mit 29 Prozent deutlich stärker der Fall. Im Vergleich: rund sechs Prozent der CDU/CSU, fünf Prozent der Linken und der FDP, vier Prozent der SPD und zwei Prozent der Grünen-Anhänger*innen vertreten klar rechtsextreme Ansichten. 

Zusammenfassend kommt die Studie damit zu der Erkenntnis, dass das Meinungsprofil der AfD-Anhängerschaft sehr viel näher an dem der NPD liegt, als an dem anderer im Bundestag vertretener Parteien.

Foto: Flickr / vfutscher / CC BY-NC 2.0

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